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Mit einem Freiluftgottesdienst vor der Würzburger Residenz hat der 104. Deutsche Katholikentag zum Hochfest Christi Himmelfahrt begonnen. Dazu gab es deutliche Worte der Kirche zur Weltpolitik.
Die Botschaft Jesu vom Reich Gottes darf nach den Worten des Würzburger Bischofs Franz Jung nicht missbraucht werden. Diese gründe sich nämlich nicht auf Gewalt, noch auf Unterdrückung oder Einschüchterung, sagte Jung beim Freiluftgottesdienst zum Fest Christi Himmelfahrt auf dem Würzburger Residenzplatz anlässlich des 104. Deutschen Katholikentags. Deshalb gelte es, Mut zu haben und Widerspruch gegen alle Machthaber dieser Welt zu erheben, die sich in Allmachtsfantasien ergingen und dies auch noch religiös verbrämten.
Der erhöhte Christus sei der wahre Weltenherrscher, erklärte der Bischof vor rund 11.000 Mitfeiernden: “An ihm haben wir uns zu orientieren. Er ruft dazu auf, einander zu dienen und nicht einander zu unterdrücken. Er preise diejenigen selig, die Frieden stiften, und nicht die Kriegstreiber. Und weiter: "Denn die Erfahrung zeigt: Überall da, wo Menschen für sich in Anspruch nahmen, im Namen Gottes zu herrschen, haben sie Blutbäder angerichtet und richten noch heute Blutbäder an.
Das Leben des Menschen bekomme durch die Himmelfahrt Christi erst ein Ziel und eine Perspektive, betonte Jung. “Hoffnungsfroh wissen wir, dass wir zur Gemeinschaft mit Gott berufen sind. Daraus gewinnen wir eine Würde, die uns niemand nehmen kann. Doch für diese Würde müssten Christinnen und Christen auch eintreten und sie verteidigen, wenn es etwa um den Schutz des ungeborenen Lebens, um kranke, behinderte oder sterbende Menschen gehe.
Mit der Himmelfahrt Christi sei die Offenbarung des irdischen Jesus abgeschlossen, nun beginne die Zeit der Vorbereitung auf Pfingsten, erinnerte Jung. Denn der Geist sei es, der die Tiefen Gottes und die des menschlichen Herzens ergründe. Aber dazu müsse man Mut haben und aufstehen, spielte er auf das Katholikentagsmotto an. “Wir müssen mutig aufstehen, um die Fragen zu stellen, die jetzt nach einer Antwort aus dem Glauben harren." Dazu gehöre die Frage nach der Stellung der Frau im Blick auf die kirchlichen Ämter, jene nach einem tieferen Verständnis dessen, was Synodalität heiße. Auch die Frage, wie Missbrauch von Macht verhindert werden könne, gehöre dazu. Denn: Vergessen wir nicht: All diese Probleme kamen nur auf den Tisch, weil Menschen mutig aufgestanden sind und ihre Geschichten im Raum der Kirche erzählt haben. Und weil andere zum Glück den Mut hatten, diese Geschichten auch anzuhören und in Respekt vor diesen Menschen aufstehen."
Die Kollekte des Gottesdienstes kam einem Internat für Kinder mit Albinismus in Tansania und dem Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser zugute. Dieses Auto dient dazu, Menschen, die vom Tod gezeichnet sind, einen letzten Wunsch zu erfüllen. So werden sie laut Bischof Jung in ihrer Würde bestärkt und es werde ihnen auf ihrem letzten Weg noch einmal Lebensfreude geschenkt.
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