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Datum:
13. Mai 2026
"Politische Kirche"

ZdK-Präsidentin: Christinnen und Christen müssen sich einmischen

Der Katholikentag will in unruhigen Zeiten Mut machen, nicht zu resignieren. Vor allem aber soll er eine Veranstaltung für alle Menschen sein. Denn die Stadt wird auch zu einer Bühne für wichtige Debatten sowie für Konzerte und Geselligkeit.

Das Motto zum 104. Deutschen Katholikentag “Hab Mut, steht auf!” in Würzburg ist nach den Worten der Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, eine Aufforderung, nicht hinter Kirchentüren zu verschwinden. Die damit verbundene Zeitansage sei, dass Christinnen und Christen sich einmischen müssten, sagte Stetter-Karp in der Auftaktpressekonferenz am Mittwoch. “Eine Kirche, die sich zur Menschenwürde, zur Solidarität, zu konkretem Handeln in der Not der Zeit bekennt, ist eine politische Kirche.” Sie finde ihren Auftrag dazu in der Bibel. Denn diese erzähle von der tiefen Sehnsucht nach Heilung der Welt und der jedes einzelnen Menschen. Katholikentage seien Orte, die etwas über das Miteinander in der Gesellschaft erzählten, über Brüche und Aufbrüche, über Angst und Zuversicht, über Verzagtheit und Zukunftsmut, erklärte Stetter-Karp. Sie forderten Haltung, inspirierten zum Handeln und zielten auf das Herz eines jeden und einer jeden.

Der Würzburger Bischof Franz Jung betonte, die Menschen sollten sich nicht entmutigen lassen von den vielen negativen Botschaften und Nachrichten in der gegenwärtigen Zeit, sondern dem Leben mit Christus und in Christus trauen. Dass dieser mithelfe, in seinem Sinn dieses Land und diese Erde zum Guten weiterzuentwickeln. Ihm sei von Beginn an wichtig gewesen, dass der Katholikentag ein geistliches Ereignis werde. Als Bistum habe man darauf hingearbeitet, die geistlichen Elemente als zentralen Bestandteil des Programms zu platzieren. Dazu gehörten die großen Gottesdienste auf dem Residenzplatz genauso wie die vielen biblischen und spirituellen Angebote. Besonders freue ihn, sagte der Bischof, dass die Kirche bei dem Treffen auch als weltweites Netzwerk der Hoffnung erlebbar werde. So sei eine große Zahl von Gästen aus den Würzburger Partnerbistümern Mbinga in Tansania und Obidos in Brasilien vor Ort sowie eine Delegation aus dem Bistum Kilmore in Irland. Die großen Zukunftsfragen in Sachen Klimawandel oder Migration könnten nur gemeinsam gelöst werden, nicht durch nationale Abschottung und binnenorientierte Engstirnigkeit.

Würzburg stehe vor einem Ereignis, das die Stadt in aller Tiefe bewegen werde, zeigte sich Oberbürgermeister Martin Heilig (Grüne) überzeugt. Mehrere zehntausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer würden ein enormes Zeichen der Vitalität senden. Dieses Treffen schaffe einen realen Raum der Begegnung in Zeiten, in denen digitale Blasen beklagt werden. Der größte Wert liege für ihn in der schieren Masse an positiver Energie und dem Willen zur Gestaltung, den so viele Menschen mittrügen. Würzburg werde so zum Labor für ein gelingendes Miteinander. Der Mehrwert für alle Würzburgerinnen und Würzburger, auch jener, die nicht katholisch seien oder keiner Religionsgemeinschaft angehörten, sei riesig. Denn die Stadt werde in eine Bühne für wichtige Debatten über Ethik, Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Frieden verwandelt, so der Oberbürgermeister. Vom Katholikentag erhoffe er sich Zuversicht, in einer Zeit, in der viele Menschen verunsichert seien. Von Würzburg solle das Signal ausgehen, dass eine Gesellschaft handlungsfähig sei, “wenn wir in den Dialog gehen und gemeinsam anpacken”.

Der ZdK-Generalsekretär Marc Frings würdigte die vielen Ehrenamtlichen, die den Katholikentag trügen. Ohne sie gäbe es vieles von dem nicht, was die Gesellschaft zusammenhalte. Wer sich engagiere, schaue nicht nur zu, sondern übernehme Verantwortung und wolle mitgestalten. Demokratie brauche Menschen, die sie im Alltag verkörperten “Sie braucht Menschen, die Kuchen backen und Sitzungen leiten, Jugendgruppen begleiten und Geflüchtete unterstützen, Seniorinnen besuchen und politische Bildung organisieren, bei der Tafel helfen und in Verbänden, Verantwortung übernehmen.” Diese fünf Tage in Würzburg sollen all jenen Menschen Mut machen, die in Politik, Kirche und Zivilgesellschaft, für den Zusammenhalt eintreten.


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