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Datum:
28. Mai 2022

Ethik/Umwelt/Gesellschaft


Menschenrechtsexpertin und Ordensfrau klagt den Westen an


Den Raubbau an der Natur und die Ausbeutung der Menschen im globalen Süden beenden – Forderungen wie diese wurden am Samstag in Stuttgart laut. Kirchen müssten hier stärker ihre Stimme erheben.

Die philippinische Ordensfrau und Menschenrechtsexpertin Stella Matutina hat die Industrienationen aufgefordert, stärker das Leben Benachteiligter auf der ganzen Welt zu schützen. Der globale Norden verbrauche die Ressourcen des globalen Südens, um den eigenen Lebensstil aufrecht zu erhalten, kritisierte sie bei dem Katholikentags-Podium “Menschenwürde oder Würde der Natur? Perspektiven für eine umfassende Verantwortung“ am Samstag in Stuttgart.

Während Menschen in anderen Ländern hungerten, könnten die Deutschen aus unzähligen Sorten Brot auswählen. Deutliche Kritik übte die auf den Philippinen geborene Beraterin bei der Deutschen Bischofskonferenz auch daran, dass die reichen Länder ihren Abfall in ärmere Länder schickten. “Wir sind nicht euer Mülleimer“, hob sie hervor. “Wie können Sie es wagen, ihren Abfall in unserem Land abzuladen?“

Nach Ansicht des Astrophysikers Heino Falcke werden Technologien in der aktuellen Debatte zu einem vermeintlichen “Heilsbringer“. Zugleich überfrachte es Naturwissenschaften, wenn sie plötzlich ethische Maßstäbe formulieren sollten. Dies sei nicht ihre Aufgabe, sondern etwa Sache von Religionsgemeinschaften. “Kirchen müssen eigentlich Verbinder werden“, sagte er. Dem Planeten mache es nichts aus, wenn der Mensch eines Tages nicht mehr da wären. “Aber wenn wir nicht mehr da sind, dann sind auch unsere Geschichten nicht mehr da, unser Glaube, unsere Hoffnung, unsere Liebe.“

Kirche habe den Auftrag, die Natur zu bewahren, so Falcke. “Und das sind Dinge, die wir vergessen haben.“ Mensch und Natur seien beide “wunderbar“ und “wunderschön“. Sie in einen Einklang zu bringen, sei gleichermaßen eine technologische wie auch eine religiöse Aufgabe.


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