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Datum:
28. Mai 2022

Kirche/Ökumene


Präses Heinrich setzt auf bessere kirchliche Kommunikation


„Mehr Beteiligung wagen!“ lautet der Aufruf eines ökumenischen Podiums. Dabei wurde auch deutlich: Die kirchlichen Diskurse und Prozesse müssen besser nach außen kommuniziert werden.

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anna-Nicole Heinrich, fordert eine bessere kirchliche Kommunikation in die Gesellschaft hinein. Die Sprache dürfe den Menschen nicht unterstellen, “ihr seid zu doof unseren Laden zu verstehen“, sagte sie auf dem Podium “Synodale Formen und Erfahrungen in den Kirchen“ am Samstagnachmittag im Stuttgarter Rathaus. Der katholischen Kirche riet sie, beim Thema der Kommunikation “mal ein bisschen den Druck“ rauszunehmen und eher die nächsten fünf bis zehn Jahre und nicht gleich die nächsten Jahrhunderte im Blick zu haben.

Es brauche zum einen Kommunikation, die sich nach innen und an die der Kirche verbundenen Menschen richte. Hier sei es wichtig, allen “auf Augenhöhe zu begegnen“ und immer wieder die christlichen Kerninhalte ins Zentrum zu stellen. Dann könne es auch gelingen, dass Kirche in die Gesellschaft hinein kommuniziere und dort Impulse setze. Der katholische Reformprozess Synodaler Weg richtet sich nach Ansicht von Heinrich vor allem nach innen. 

Für den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, den Limburger Bischof Gerg Bätzing, kann Kommunikation ohne Glaubwürdigkeit nicht gelingen. Der Synodale Weg müsse sich daher erst mit internen Strukturen beschäftigen, damit die katholische Kirche sich wieder glaubhaft in gesellschaftliche Diskurse einbringen könne. Aktuell sei sie kaum in der Lage, das Angebot von Gott in die Welt bringen. „Wir dürfen die Menschen durch Blockierungen in der Kirche nicht um Gott betrügen“, so der Bischof.

Unterschiede wurden derweil bei dem Verständnis von Synodalität deutlich. In der evangelischen Kirche sei sie ein parlamentarischer Prozess, erklärte Heinrich. “Synodalität, Synode hat Entscheidungskompetenz“ – bei Finanzen, Gesetzgebung und auch bei theologischen Fragen. Das katholische Kirchenrecht hingegen sehe Synoden als beratende, nicht aber als entscheidende Gremien an. Der Gesetzgeber sei immer der Bischof. “Man könnte es einen Trick nennen, aber ich nenne es Ermächtigung des Gottesvolkes.“


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