Pressemeldung

Unbequeme Markierungen – Kunstintervention Schmerzpunkt von Susanne Wagner zu Missbrauch in der katholischen Kirche eröffnet

Mit einer Vernissage am Kiliansdom ist am Donnerstag, 14. Mai, im Rahmen des 104. Deutschen Katholikentags die Kunstintervention Schmerzpunkt der Künstlerin Susanne Wagner eröffnet worden. Das Projekt wurde im Rahmen eines Kunstwettbewerbs des 104. Deutschen Katholikentags ausgewählt.

Mit einer Vernissage am Kiliansdom ist am Donnerstag, 14. Mai, im Rahmen des 104. Deutschen Katholikentags die Kunstintervention Schmerzpunkt der Künstlerin Susanne Wagner eröffnet worden. Das Projekt wurde im Rahmen eines Kunstwettbewerbs des 104. Deutschen Katholikentags ausgewählt. Zahlreiche Besucher*innen und Vertreter*innen des lokalen Betroffenenbeirats, des ZdK sowie des Bistums nahmen an der Eröffnung teil. Die Künstlerin setzt sich in ihrem Werk mit sexualisierter Gewalt und dem Missbrauch geistlicher Autorität in der katholischen Kirche auseinander. Die Intervention versteht sich als eindrückliche Unterbrechung im Dienst einer aktiven Erinnerungskultur.

Die Installation arbeitet mit einem einfachen, eindrücklichen Bild: Ein roter Punkt markiert Schmerz. Er bleibt bewusst im Unbestimmten. So entsteht eine symbolische Verdichtung, die Raum für individuelle Erfahrungen lässt und zugleich die Kirche als Institution in die Verantwortung nimmt. Dort, wo zuvor ein Umhängekreuz angebracht war, bleibt eine Leerstelle zurück. Auf diese Weise wird sichtbar, was oft unsichtbar bleibt oder unsichtbar gemacht wird.

Schmerzpunkt versteht sich nicht als abgeschlossenes Kunstwerk, sondern als offene Intervention. Während des Katholikentags werden Schmerzpunkte als Hinterglasobjekte an Kirchen und Orten des Katholikentags in Würzburg sichtbar sein. Susanne Wagner: „Mir ist der dezentrale Charakter wichtig: Erinnerung und Verantwortung sind nicht an einen einzigen Ort gebunden. Zugleich wird die Verantwortung der Institution sichtbar.

Das Konzept ist bewusst so angelegt, dass es weitergetragen werden kann – in Gemeinden, Einrichtungen mit dem jeweiligen konkreten Kontext. Für die Weiternutzung der Objekte nach dem Katholikentag haben sich bereits verschiedene Verbände und Gemeinden deutschlandweit gemeldet. „Meine Hoffnung ist, dass diese Intervention nicht elegant integriert wird in das große Narrativ vom Weg nach vorn. Denn der Schmerzpunkt bleibt. Vielleicht beginnt Trost genau dort: im Nicht-Wegsehen“, so Kai Christian Moritz, Mitglied des Arbeitskreises Kultur des 104. Deutschen Katholikentags und Betroffener.

Die Vernissage wurde einfühlsam von der Cellistin Milena Milatinova Ivanova musikalisch umrahmt.

Weitere Informationen:
www.katholikentag.de/schmerzpunkt

Pressekontakt:
Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)
E-Mail: presse(at)katholikentag.de

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