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Datum:
17. Mai 2026
Bilanz

Bestbesuchter Katholikentag seit Langem - Menschen bringen sich deutlich für die Demokratie ein

Jetzt ist Schluss: Der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg ist Geschichte. Doch durch viele Begegnungen, Gespräche und Impulse lebe er weiter, zeigten sich die Verantwortlichen zum Abschluss überzeugt. "Mut haben, aufstehen und losgehen" laute nun die Devise.

Die Veranstalter haben zum Abschluss des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg ein positives Fazit gezogen. Nach den Worten der Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, war es der größte seiner Art seit 2018. Das sagte sie am Sonntag bei der Pressekonferenz nach dem Schlussgottesdienst. In einer Zeit der Gefahr für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt, sei er ein wichtiger Katholikentag gewesen. Mit seinem Leitwort “Hab Mut, steh auf!” habe er dazu aufgerufen: “Mische Dich ein in Gottes Namen und im Namen der Menschlichkeit.” Viele Menschen hätten ihre klare Haltung zum Ausdruck gebracht. Die Katholiken in Deutschland hätten gezeigt, dass ihnen die Demokratie im Land sehr viel wert sei. Schon morgen könnten Glaube Hoffnung und Liebe gewinnen gegen Hass, Hetze und Lieblosigkeit, so Stetter-Karp.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, nannte die Stadt Würzburg eine wunderbare Gastgeberin. Die Alte Mainbrücke sei ikonisch gewesen für eine Rolle, die die Kirche einnehme, nämlich Menschen zu verbinden. Auf der Brücke sei Wein getrunken und getanzt worden, sodass die Schönheit des Lebens zu spüren gewesen sei. Zugleich aber gelte: “Unsere Kirche ist politisch, denn das Evangelium ist Politik pur”, sagte der Bischof. Gemeint sei damit, im Sinne Gottes den Blick zu haben für alle Menschen. Gefreut habe er sich über die Ansprache von Josef Schuster, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, der beim Abschlussgottesdienst dazu aufgerufen hatte, gegen den Judenhass in der Gesellschaft aufzustehen. Antisemitismus sei ein Angriff auf die Würde des Menschen, sei Sünde, betonte Wilmer und fügte hinzu: “Gut, dass wir aufstehen.”

Die Freude an Gott sei die Stärke der Christen, führte der Hildesheimer Bischof weiter aus. Der Katholikentag habe gezeigt, “unsere Kirche ist attraktiv, wenn wir im Namen Gottes bei den Menschen sind”. Angesichts dessen, dass die bundesrepublikanische Gesellschaft immer säkularer und multireligiöser werde, begrüßte Wilmer auch alle ökumenischen Initiativen. Nur gemeinsam sei man stark.

Der Bischof des gastgebenden Bistums Würzburg, Franz Jung, zeigte sich sichtlich entspannt: “Wir können Katholikentag.” Er dankte allen Helferinnen und Helfern, besonders den Menschen in und um Würzburg, die über 2.000 Privatquartiere für Gäste zur Verfügung gestellt hatten. Das Motto des Glaubensfests habe viele ins Herz getroffen und viele Veranstaltungen hätten gezeigt, wie anschlussfähig dieses sei. “Dieser Katholikentag war sicher eine wertvolle Plattform für einen konstruktiven Dialog”, sagte Jung.

Laut dem Geschäftsführer des Katholikentags, Roland Vilsmaier, wurden 34.000 Tickets verkauft, davon 23.000 Dauerkarten und 11.000 Tagestickets. Weitere etwa 40.000 Personen kamen seinen Angaben zufolge als Laufpublikum dazu, die über die Kirchenmeile entlang des Mains schlenderten, in der Innenstadt unterwegs waren und die öffentlichen Konzerte besuchten. Insgesamt seien die Erwartungen mehr als übertroffen worden.

Viele Veranstaltungsorte seien so voll gewesen, dass man sie habe schließen müssen, erzählte Vilsmaier. Das habe für Gottesdienste gegolten, aber auch für politische Podien. Die Auslastung habe bei 95 Prozent gelegen, insgesamt seien über 900 Veranstaltungen auf dem Programm gestanden. Den im Ersten übertragenen Gottesdienst an Christi Himmelfahrt hätten 600.000 Leute übers Fernsehen mitverfolgt. Die meisten Menschen seien zum Schlussgottesdienst gekommen, wo 14.000 Personen gezählt wurden, bei jenem an Christi Himmelfahrt seien es 11.000 gewesen, bei der Eröffnung 9.000. Die Malteser sprachen seinen Worten zufolge von einem “ruhigen Einsatz”. Alles sei im erwartbaren Rahmen abgelaufen. Auch Feuerwehr und Polizei seien gut aufgestellt gewesen.

“Meine Stimme ist fast weg, mein Herz sehr voll”, fasste ZdK-Generalsekretär Marc Frings die vergangenen fünf Tage zusammen. Jetzt gelte es, die Impulse des Katholikentags in den Alltag mitzunehmen. Aus dem Zweiklang des Mottos müsse nun ein Dreiklang werden: “Mut haben, aufstehen und losgehen.” Frings richtete seinen Blick dabei auf den Schutz der Marginalisierten, auf Demokratie und Zusammenhalt, im Besonderen hinsichtlich der anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Positiv werteten Wilmer und Stetter-Karp, dass zu diesem Katholikentag in Gestalt des Generalsekretärs der Bischofssynode, Kardinal Mario Grech, auch ein Vertreter des Vatikans gekommen sei, um an einem Podium teilzunehmen. Gespräche würden helfen, die Brücke von Deutschland nach Rom weiter neu zu bauen, erklärte Wilmer. Mit Blick auf den nächsten Katholikentag in Paderborn würde er es daher begrüßen, dass wieder Gäste aus der Kurie eingeladen werden. Der 104. Deutsche Katholikentag fand vom 13. bis 17. Mai in Würzburg statt. Der nächste ist vom 24. bis 28. Mai 2028 erstmals in Paderborn geplant.


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