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Fünf Tage voller Diskussionen, Gottesdiensten, Begegnungen und Gesprächen gehen zu Ende. Der Katholikentag in Würzburg ist Geschichte und der Blick geht nach vorne auf den Evangelischen Kirchentag in Düsseldorf und den nächsten Katholikentag in Paderborn.
Der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg ist am Sonntag mit einem großen Freiluftgottesdienst vor der Residenz zu Ende gegangen. Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel versammelten sich rund 14.000 Menschen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer, rief die Christinnen und Christen dazu auf, im Vertrauen auf Gott in die Welt hinauszugehen, um zu handeln und um Brandherde zu löschen. Eine Kirche, die dies tue, werde vielleicht müde, vielleicht auch angegriffen und missverstanden – “aber sie wird leuchten. Konkret nannte er den Sudan, wo derzeit die größte humanitäre Katastrophe der gegenwärtigen Zeit zu erleben sei. 33 Millionen Menschen seien auf Hilfe angewiesen, rund zwölf Millionen auf der Flucht. “Zahlen, die uns nicht kaltlassen dürfen. Zahlen, die ein Gesicht haben. Ein Kind. Eine Mutter. Ein alter Mann.
Wilmer bezeichnete in seiner Predigt, die mehrfach von Applaus begleitet wurde, Papst Leo XIV. als einen unerschrockenen Anwalt des Friedens. “Auch dann, wenn die Mächtigen dieser Welt versuchen, ihn lächerlich zu machen. Christsein aber heiße, sich nicht einschüchtern und Gottes Friedensliebe aufleuchten zu lassen. Feuer des Krieges sollten sich in Friedenslichter wandeln. “Die Welt brennt. Ja. Aber sie ist nicht verloren. Denn Gott schenkt uns die Kraft, Geduld und Ausdauer. Also: Wartet nicht. Zögert nicht. Schaut hin. Packt an. Geht los, sagte der Bischof und zitierte zum Abschluss noch einmal das Katholikentags-Motto aus dem Markus-Evangelium “Hab Mut, steh auf!. Mit Wilmer konzelebrierten unter anderen der römische Kurienkardinal Mario Grech und der gastgebende Würzburger Bischof Franz Jung.
Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, blickte zurück auf das Christentreffen. Die fünf zurückliegenden Tage seien von ganz unterschiedlichen Impulsen geprägt gewesen, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitnehmen und weitergeben sollten. “Unsere Würzburger Gastgeber und Gastgeberinnen haben uns das Bistumsmotto Christ-sein unter den Menschen spürbar erleben lassen. Gemeinsam habe man sich gegen Hass und Hetze gestellt, zugleich sei man aufgestanden für Demokratie, für Frieden und Gerechtigkeit. Stetter-Karp appellierte an die Christinnen und Christen: “Lassen Sie uns genau dies mitnehmen für die Herausforderungen unserer Zeit und gemeinsam daran arbeiten, auf Möglichkeiten der Veränderung zu vertrauen.
Zugleich dankte die Präsidentin allen, die diesen Katholikentag möglich gemacht hätten: dem gastgebenden Bistum Würzburg, dem Verband der Diözesen Deutschlands, der Stadt Würzburg und dem Freistaat Bayern. Ein besonderer Dank ging an die 1.200 Helferinnen und Helfer, an die Rettungs- und Ordnungskräfte, Polizei und Feuerwehr sowie an die Unterstützer im Land und im Bund. An die evangelischen Geschwister, die Schwestern und Brüder in den Religionen wandte sie sich ebenfalls. Diese hätten das Treffen zu einem ökumenischen Katholikentag gemacht.
Am Schlussgottesdienst nahm auch der in Würzburg lebende Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, teil. Er räumte ein, dass es wahrlich Mut erfordere aufzustehen. Aber der Hass gegen Juden habe sich wieder in der Mitte der Gesellschaft ausgebreitet. Jüdisches Leben sei in Deutschland bedroht und nur noch hinter einem Schutzschild möglich. Antisemitismus bedrohe jedoch nicht nur Jüdinnen und Juden. “Es ist die Ideologie jener, die unserer offenen Gesellschaft, unserer Demokratie und unserer Freiheit schaden wollen. Der antisemitische Hass zielt in letzter Konsequenz immer auf das Fundament unseres Zusammenlebens: der Nächstenliebe. Gerade deshalb sei es wichtig Mut sowie Zivilcourage aufzubringen und dabei auch Ausdauer zu zeigen.
Der nächste Katholikentag findet vom 24. bis 28. Mai 2028 erstmals in Paderborn statt. Erzbischof Udo Bentz lud in die Stadt an den Quellen ein. Das Erzbistum Paderborn sei geprägt von einer Atmosphäre, in der Kirche, Politik und Gesellschaft in beeindruckender Weise zum Wohl der Region und weit darüber zusammenwirkten. Bereits zuvor steht Anfang Mai 2027 der 40. Deutsche Evangelische Kirchentag in Düsseldorf unter dem Motto "Du bist kostbar" an.
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