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Datum:
16. Mai 2026
Warnung vor "Weimarer Verhältnissen"

Markus Söder besorgt über Zukunft der Demokratie

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht in der AfD "die schlimmste rechte Organisation in ganz Europa". Er spricht sich zugleich gegen ein Verbot der Partei aus - und zeigt Verständnis für einen Teil der Wählerschaft. Auch die Kirchen sollen und müssen sich politisch äußern, zeigt er sich überzeugt.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erteilt Vorschlägen einer Minderheitsregierung der Union eine deutlich Absage. Solche Vorschläge seien eine “Verkennung, dass eine Minderheitsregierung nur die Vorstufe von Neuwahlen ist”, sagte Söder am Samstag auf dem 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg. Damit verbunden warnte er vor einem Scheitern der Bundesregierung aus CDU, SPD und CSU: “Wenn jetzt wieder eine demokratische Regierung scheitert, aus welchen Gründen auch immer, dann gehen wir den Weimarer Weg.” Die Anzeichen seien da, dass die politische Entwicklung dann nicht den gleichen, aber einen ähnlichen Verlauf nehmen könne wie zum Ende der Weimarer Republik 1933.

“Ich behaupte, dass die AfD die schlimmste rechte Organisation in ganz Europa ist und das müssen wir benennen”, ging Söder scharf mit der Partei ins Gericht. Ein Parteiverbotsverfahren schloss Söder indes aus: “Entsteht daraus nicht eine unglaubliche neue Trotzreaktion?” Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass viele AfD-Wähler mit guter Politik zurückgewonnen werden können. Neben einem Kern der wirklich radikal denke und früher eher zu den Nichtwählern gezählt habe, gebe es viele Menschen, die Sorge vor Veränderung und Angst vor Abstieg hätten. 

In der Politik müsse man oft über seinen eigenen Schatten springen, sagte Söder. Heute sei es besonders wichtig, das Gemeinschaftliche nach vorne zu stellen. Denn: “Wir haben die Aufgabe, dass dieses Land und die Demokratie nicht kaputt gehen.”

Söder wünschte sich mehr politische Einmischung der Kirchen, besonders beim Thema Lebensschutz. Er wisse, dass sie sich dazu regelmäßig äußerten. Die Argumente drängen aber zu selten durch. “Die Kirche ist immer ein Stück politisch.” Sie müsse sich im öffentlichen Diskurs einbringen und dürfe das auch in tagespolitischen Themen tun. Dabei sei jedoch wichtig, dass nicht der Eindruck entstehe, einer parteipolitischen Linie besonders nah zu stehen.

Christliche Feiertage zu streichen schloss der bekennende evangelische Christ aus. “Es gehört zu einem Biorhythmus, zum Lebensrhythmus eines Landes dazu”, auch wenn nicht jeder die Bedeutung jedes Feiertags kenne.

Über seinen eigenen Glauben sagte der CSU-Vorsitzende: “Ich betrachte es als großes Glück meines Lebens, dass ich glauben kann.” Seine christliche Prägung begleite ihn sein Leben lang, auch wenn er nach dem frühen Tod seiner Mutter selbst mit dem Glauben gehadert habe. Letztlich habe er zum Glauben zurückgefunden: "Ich habe gelernt, dass ich mit Gott reden darf."


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