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Datum:
16. Mai 2026
Kirche und Reformen

Kardinal Német: Die Würzburger Synode ist eine Legende in der ganzen katholischen Kirche

Die Würzburger Synode war vor 50 Jahren ein riesiges, ja "legendäres" Ereignis in der katholischen Kirche in Deutschland. Mit der von Franziskus ausgerufenen Synodalität hoffen viele Gläubige, dass es in diesem Sinn weitergehen wird. Den einen geht es zu langsam, die anderen sind zögerlich.

Wie geht es weiter mit der Synodalität in der katholischen Kirche? Für Papst Franziskus war diese und die Weltsynode (2021-2024) kein einmaliges Ereignis der Kirche, sondern sollte dauerhaft ein Prinzip für deren Struktur sein. Auf dem 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg verglich Kurienkardinal Mario Grech, Generalsekretär der Bischofssynode, das Prinzip der Synodalität mit einer Symphonie, in der jeder seine Charismen und Fähigkeiten einbringen könne. Die Metapher fand im Saal und am Podium Zustimmung, aber zugleich taten sich weitere Fragen auf. So wollte die Theologiestudentin Finja Miriam Weber wissen, wer denn Dirigent, wer Komponist der Symphonie sei und ob Frauen jedes Instrument im Orchester spielen dürften oder nur bestimmte. Sie selbst habe kein Profi-Orchester vor Augen, sondern eher einen Musikreis, ergänzte Weber. Dazu brauche es eine klare Kommunikation auf Augenhöhe und Verbindlichkeiten. “Die Kirche gehört nicht uns, sondern Jesus”, sagte Grech. Der komponiere auch die Musik. 

Die in Peru wirkende Ordensfrau und Theologin Birgit Weiler sagte über dort praktizierte Synodalität, dass den indigenen Völkern Gemeinschaft sehr wichtig sei. Wenn es dort unterschiedliche Meinungen gebe, darüber ob eine Firma auf ihrem Gebiet nach Öl bohren dürfe, werde einander geduldig zugehört. Wer Leitungsverantwortung trage, habe die Pflicht, alle Stimmen zu hören. Dabei sei ein fairer und menschlicher Umgang stets wichtig, egal ob der eine dafür oder dagegen sei.

Der Erzbischof von Belgrad, Kardinal Ladislav Német nannte die Kirche in Deutschland eine starke Stimme, die wichtig in der Weltkirche sei und die sie sich auch erarbeitet habe. Die Wurzeln dafür lägen in der Würzburger Synode (1971-1975). Zu dieser versammelten sich damals Vertreter aller westdeutschen Bistümer, um zu beraten und zu entscheiden, wie das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) hierzulande umgesetzt werden sollte. Entgegen dem geltenden Kirchenrecht hatte Papst Paul VI. erlaubt, dass Laien, also nicht geweihte Katholiken, sich daran beteiligen und an den verbindlichen Beschlüssen mitwirkten. Unter dem Applaus der Zuhörer sagte Nemét: „Das ist schon Legende in der ganzen katholischen Kirche. In dieser Stimmung seien die Bischöfe von heute ausgebildet worden. In Deutschland habe man zudem ein “taufbewusstes Kirchenvolk”. Die Kluft zwischen Klerus und Laien sei weit überbrückter als in anderen Ländern, etwa in Osteuropa.

Beim deutschen Synodalen Weg, dem katholischen Reformprozess, seien trotz ausgeprägter Debattenkultur auch Verletzungen passiert, so der Kardinal. Dies hätten viele Ortskirchen in Osteuropa als Vorwand genommen, sich mit Synodalität nicht beschäftigen zu wollen. Eine geschwisterliche Mahnung hatte Német auch noch parat: Nicht zu sehr in Schwarz-Weiß-Kategorien denken und vor allem weniger Schlagzeilen über innere Spannungen. "Macht mehr Schlagzeilen zu den Stärken der Kirche.” 

Julieann Moran, Generalsekretärin des Synodalen Wegs der katholischen Kirche von Irland, sagte, es gebe immer noch eine große Angst bei den einen, dass sich Dinge veränderten, bei den anderen, dass sie sich nicht änderten. Jesus aber habe den Menschen zugerufen, sich nicht zu fürchten. Noch gelte es einen langen Weg zu beschreiten, bei dem es Geduld brauche und die Bereitschaft aufeinander zuzugehen. Ein erster großer Schritt in der Kirche wäre dabei, mehr Frauen in Positionen der Verwaltung zu bringen. Aber nicht nur im Vatikan, sondern auch die lokalen Kirchen müssten dazu den Mut haben.


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