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Datum:
16. Mai 2026

Journalistin: Kirche ist für Frauen Ort der Heimat und der Demütigung

Schon lange kämpfen Frauen in der katholischen Kirche um Gleichberechtigung. Es tut sich aber fast nichts. Die Journalistin Christiane Florin spricht von Demütigung.

Die Journalistin Christiane Florin hat die Kirche für Frauen zugleich als „Heimat“ und als Ort der „Demütigung“ und „Zurückweisung“ beschrieben. Florin sagte am Samstag auf dem 104. Deutschen Katholikentag, dass viele Frauen die kirchliche Lehre so verinnerlicht hätten, dass sie den Fehler bei sich suchten. Die Institution spiegle ihnen das auch zurück. Wenn etwa eine Frau Priesterin werden wolle, signalisiere man ihr oft, sie sei verrückt. Tatsächlich handele es sich aber um “strukturelle Diskriminierung”. 

Es gebe die Regel, dass jeder Mensch gleich geschaffen wurde, so die Journalistin. Nach jetzigem Stand der Lehre der katholischen Kirche treffe dies aber nicht so.

Der Essener Weihbischof Ludger Schepers räumte ein, dass die geltende Lehre Frauen weiterhin ausschließe. Hinter dem „Machtmonopol“ versteckten sich viele seiner „Brüder“. In der Deutschen Bischofskonferenz finde über Frauenthemen kaum Austausch statt. Er sehe sich mit seinen Positionen oft als Außenseiter.

Die Osnabrücker Theologin Margit Eckholt würdigte zugleich die Bedeutung kirchlicher Räume für Frauen. Kirche sei auch ein Ort der Vernetzung und gegenseitigen Stärkung. Viele Stimmen würden jedoch weiterhin „unsichtbar gemacht“. Eckholt äußerte die Hoffnung, dass künftig mehr Bischöfe öffentlich Position bezögen.

Die indische Ordensoberin und Vizepräsidentin der “Conference of Religious India”, Nirmalini Nazareth hat die Situation in ihrer Heimat als stark patriarchal geprägt beschrieben. Mit kritischen Fragen habe sie “ein Erdbeben” ausgelöst. Gleichzeitig bräuchten Frauen Räume, in denen sie sich ermutigt fühlten.

Florin zufolge stehe in der Kirche nicht einmal fest, was mit dem Begriff der “Frauenfrage” gemeint sei. “Lautet die Frauenfrage: Frauen sind auch Menschen. Lautet die Frauenfrage, ob sie die Weihe bekommen sollen oder lautet sie, dass es Gleichberechtigung braucht.” Die Antworten der Bischöfe zu dieser Frage seien nicht einheitlich. 

Florin verwies auf ein Gespräch mit dem ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing. Dieser habe gesagt, dass er es wahrnehme, dass Frauen Diskriminierung empfänden. Das sei etwas anderes, als von Diskriminierung zu sprechen.


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