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2019 wurde er beschlossen, ein Jahr später ging es dann los auf dem Synodalen Weg. Inzwischen ist er zu Ende, doch das Thema Synodalität bleibt in der Kirche in Deutschland wie weltweit ein wichtiges. Bischof Heiner Wilmer und Irme Stetter-Karp ziehen Bilanz und schauen nach vorn.
Der Missbrauch von Macht liegt nach Ansicht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, in der DNA der Kirche. “Ich weiß, ich habe viel Haue bekommen für diese drei Buchstaben: D, N, A, sagte der ernannte Bischof von Münster am Samstag auf dem 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg. Er stehe aber nach wie vor zu diesem Satz, den er 2018 in einem Interview gesagt hatte. Die Neigung, dass manche ihre Position zum Nachteil anderer ausnutzten, liege in der Natur des Menschen. Auch in der Bibel sei das zu finden. Somit könne sich auch die Kirche davon nicht frei machen.
Dass der Missbrauchsskandal der Grund für den Synodalen Weg war, sei nicht überall angekommen, berichtete Wilmer. Diese Erfahrung habe er bei einer Reise nach Bolivien im Jahr 2023 gemacht. Die dortige Bischofskonferenz sei im Nachgang seiner Ausführungen zu dem Reformprojekt überrascht davon gewesen.
“Ich finde es ist eine Aussage, dass es die Bischofskonferenz in einer solchen Krisensituation nicht geschafft hat, die Einheit zu halten, kritisierte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, den Ausstieg der (Erz-)Bistümer Köln, Regensburg, Passau und Eichstätt aus dem Reformvorhaben. Sie erinnerte auch daran, dass der Synodale Weg gestartet war, bevor es den synodalen Prozess in der Weltkirche gab. “Wir hatten keine Masterfolie. Wir mussten den Weg spuren, sagte Stetter-Karp.
Mit Blick auf die noch ausstehende Anerkennung der Satzung für die dem Synodalen Weg nachfolgende Synodalkonferenz durch den Vatikan zeigte sich Wilmer zuversichtlich. Es seien viele Dikasterien beteiligt, sodass der Prozess einige Zeit in Anspruch nehme. Zugleich machte er für manche Kommunikationsschwierigkeit in der Vergangenheit keine grundsätzlichen theologischen Differenzen, sondern kulturelle Unterschiede verantwortlich. Nordeuropäer würden vom Erfahrungsansatz her denken, Südeuropäer von Idealen her. Stetter-Karp betonte: “Ich kann nur hoffen, dass diesmal die deutschen Bischöfe kein Stoppschild bekommen. Das wäre für unsere Ortskirche ka-tas-tro-phal.
Angesprochen auf Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare antwortete Wilmer, die Zusage Gottes sei: “So wie du bist, bist du großartig. Jeder Mensch sei gewollt, gesegnet und von Anfang an geliebt. Zugleich betonte er, die eigene Sexualität sei ein sehr persönliches Thema sei, “dass wir als Kirche gut beraten sind, vorsichtig und behutsam zu agieren. Zugleich hob der Bischof die Würde jedes einzelnen Menschen hervor: In der Bibel heiße es zu Beginn “Gott schuf den Menschen und nicht “Gott schuf Mann und Frau, das sei also die entscheidende Größe. “Die Reformkraft, die Reformvision kann nur aus dem Ursprung kommen. Dann ist sie wuchtiger, motivierte der Hildesheimer Bischof.
Emotional wurde es, als Stetter-Karp von Droh- und Hassnachrichten berichtete, die sie bekomme, sobald sie sich zum Thema Abtreibungen äußere. Diese lauteten etwa, es wäre besser, wenn ihre Mutter sie nie geboren hätte, erzählte die ZdK-Präsidentin unter Tränen.
Wilmer rief mit Blick auf die politische Situation in Deutschland und darüber hinaus zu politischem Engagement auf: “Wenn euch die Demokratie wichtig ist, geht in die Parteien! Er betonte auch die Aufgabe der Kirche. Wenn an der freiheitlich-demokratischen Weltordnung gerüttelt werde, müsste die Kirche Stellung beziehen: “Klar ist: Wir können nicht schweigen!
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