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Viele Menschen haben den Eindruck, dass die Welt bald untergehen könnte. Das erzeugt Angst. Ist diese Angst neu und wie lässt sich mit ihr gesund umgehen - diesen Fragen stellte sich ein illustres Podium auf dem Katholikentag.
Der Journalist Robin Alexander glaubt nach eigenen Worten nicht, dass die bei Menschen grassierende Angst heute stärker ist als in der Vergangenheit. In den 1980er-Jahren etwa habe es in der Gesellschaft auch eine große Angst um die atomare Aufrüstung oder um die Tschernobyl-Katastrophe gegeben, sagte Alexander am Freitag auf dem 104. Katholikentag in Würzburg. In Deutschland herrsche eine “Angstkultur“, die ein nationales Spezifikum sei. Das Spezifische heute sei jedoch, dass sie zwei Seiten komme. Auf der einen Seite sei da die Klimakrise, angeführt von der Aktivistin Greta Thunberg; auf der anderen seien da die AfD-Wähler, die Angst davor hätten, das Land nicht wiederzuerkennen.
Die Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt von der “Süddeutschen Zeitung widersprach, dass Angst eine spezifisch deutsche Angelegenheit sei. Auch in den USA mit Präsident Donald Trump würden Ängste gezielt geschürt, damit Menschen Kreuze bei bestimmten Parteien machten. Sogar in den Kirchen gebe es eine lange Tradition, mit der Angst zu arbeiten, um Menschen zu bestimmten Handlungen zu bringen.
Berndt ergänzte, dass gut aufbereitete Nachrichten auch immer Lösungswege aufzeigen sollten, was zu tun sei. Menschen in psychologischen Krisenlagen, die ins Handeln kämen, etwa indem sie zum Katholikentag gingen, entwickelten so eine Grundlage für Resilienz. Grundsätzlich sei es aber auch die Natur des Journalismus, den Finger in die Wunde zu legen. Erst wer Probleme benenne, könne sie lösen.
Der Youtuber Thilo Jung zeigte Verständnis für die Nachrichtenmüdigkeit vieler Menschen. “Ich plädiere dafür, den täglichen Newscycle zu vermeiden. Es genüge, sich einmal wöchentlich mit der Weltlage zu beschäftigen. Wer acht Stunden gearbeitet habe und sich zusätzlich um die Kinder kümmere, der entscheide sich dafür, sich berieseln zu lassen.
Die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin Yvonne Magwas empfahl, das eigene Tempo in der Krise herauszunehmen und die eigenen Erfahrungen im Leben in die Beurteilung der eigenen Angst miteinzubeziehen. Auch ein Wertekompass, den sie mit Kirche verbinde, sei hilfreich, um mit Krisen zurechtzukommen.
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