Pressemitteilungen

Datum:
15. Mai 2026
Klima und Umwelt

Ohne erneuerbare Energien wird künftig nichts in Deutschland gehen - nicht nur dem Klima zuliebe

Krisen allerorten. Da bleibt keine Zeit mehr übers Klima zu reden. Auf dem Katholikentag war es gerade deshalb ein Thema - und interessierte viele Menschen.

China hat nach Worten der Wissenschaftlerin Miranda Schreurs längst begriffen, dass die Zukunft in den erneuerbaren Energien liege. Die Forschungsgelder flössen gezielt in entsprechende Projekte. Das Land habe damit Deutschland in den vergangenen Jahren dessen einstmals führende Position in diesem Bereich abgenommen, sagte die Inhaberin des Lehrstuhls für Umwelt- und Klimapolitik an der Technischen Universität München bei einem Podium auf dem 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg. Letztlich dürfte China wohl auch als Gewinner aus dem Iran-Krieg hervorgehen.

Laut der Expertin hat die Ampel-Koalition durchaus versucht, in Sachen Klimapolitik einiges voranzubringen. Das sei aber der Bevölkerung, erinnert sei an das Heizungsgesetz, nicht wirklich erklärt und vermittelt worden. Es gehe um den Zukunftsstandort Deutschland, betonte Schreurs. Die Wirtschaft könne sich nicht auf der Basis der alten Industrien aufbauen, sondern müsse auf Entwicklungen setzen. Deshalb müsse man sich schon fragen, wie sinnvoll es sei, Geld ins Ausland in autokratische Länder zu stecken, um dort fossile Energien einzukaufen.

Die Journalistin Theresa Leisgang verwies darauf, dass die Berichterstattung über das in der Krise befindliche Klima jüngsten Studien zufolge seit 2019 weltweit um 38 Prozent zurückgegangen sei. Derzeit dominierten Berichte über Kriege oder Künstliche Intelligenz. Allerdings habe es auch früher Wellenbewegungen bei Umweltthemen wie etwa dem Waldsterben gegeben. Derzeit aber sei eine gewisse Nachrichtenmüdigkeit in Sachen Klima entstanden. Die Leute klickten solche Meldungen nicht mehr, deswegen gelte es zu überlegen, wie diese Geschichten attraktiv erzählt werden könnten. Es müssten Räume eröffnet werden, in denen dieser Diskurs etwa online stattfinden könne. Denn der sogenannte Traffic liege in Deutschland bei den großen Tech-Konzernen wie bei Youtube, Instagram oder Meta, nicht auf tagesschau.de. Über Klima und Energiewende zu sprechen, dafür gäben eigentlich die aktuellen Kriege und Krisen jede Menge Anlass, wenn man an die Preise für Gas und Öl denke, so Leisgang.

Baro Vicenta Ra Gabbert von Greenpeace sagte, nach den vielfältigen Bewegungen infolge von “Fridays for future” sei das Thema nicht wirklich weg, es existiere in anderen Formen weiter. Engagement verändere sich, die Jugendlichen würden größer, ergriffen einen Beruf und seien anderweitig tätig und brächten sich weiter ein. Viele seien aber auch enttäuscht gewesen, dass trotz ihres Engagements sich in der Politik nicht wirklich etwas geändert habe. Dazu komme, dass sich zuletzt die Krisen überschlagen hätten. Viele Leute seien irgendwann erschöpft. Sie sorgten sich, ob sie ihren Lebensstandard halten und ihre Miete weiterbezahlen könnten. Dazu komme, dass Fakten nicht gerade “in” seien und die Algorithmen im Netz darauf mit Hass und Hetze reagierten. Die größte Ungerechtigkeit sei außerdem, dass die Klimakrise von Leuten verursacht worden sei, die die Folgen nicht zu tragen hätten. Mit den Kosten einer gerechten Klimapolitik, bei der auch die Soziale Frage zu stellen sei, dürfe nicht so sehr die Mitte belastet werden. Vielmehr sollten die großen Milliardäre herangezogen werden, die mit ihrem Lebensstil die Krise auch hauptsächlich verursacht hätten.


Pressekontakt

Bei Fragen, Anmerkungen oder sonstigen Wünschen sind wir gerne für Sie da. 
Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns eine E-Mail:

Cosima Jagow-Duda
Abteilungsleitung Presse und Marketing
Tel.: +49 931 870 93 150
E-Mail: presse(at)katholikentag.de

keyboard_arrow_up