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Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche - ja oder nein? Kinderrechte stehen hier gegen psychologische Bedenken, zeigt ein Podium auf dem Katholikentag in Würzburg. Erstmals diskutierten dabei nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder - und brachten eigene Ideen mit.
Über 40 Kinder haben am Donnerstag beim ersten Kinderpodium auf einem Katholikentag teilgenommen. Dabei entwickelten sie ein Konzept für eine eigene Nachrichtensendung. Zuvor stand bei einem Podium die Frage im Raum, was man Kindern zumuten könne angesichts von weltweiten Krisen. Der Fernsehmoderator Willi Weitzel berichtete von seiner Beobachtung, dass Medienangebote heute mitunter weniger kindgerecht seien als noch vor 15 Jahren. “Die Zeit hat sich geändert, dass wir den Kindern jetzt viel mehr zumuten medial gesehen, sagte der mit der Wissensendung “Willi wills wissen bekannt gewordene Weitzel am Donnerstag beim Katholikentag in Würzburg. Er habe 2009 beim Dreh seines Kinofilms vor allem gestaunt und Kindern erst einmal zeigen wollen, was es auf der Welt zu schützen gelte. Heute würden Mädchen und Jungen schneller direkt mit Problemen und Krisen konfrontiert, kritisierte Weitzel.
Kinder benötigten mehr Schutz als Erwachsene, sagte die Löwener Pastoraltheologin Annemie Dillen. Doch: “Wir sollten Kinder nicht groß werden lassen, indem wir sie klein halten und schützen. Sie seien Teil der Welt. Als Theologin machte sie sich für Hoffnung stark. Diese sei kein Optimismus, aber verhindere sowohl eine passive als auch eine radikale, überfordernde Haltung.
Auf dem Podium, bei dem alle Anwesenden betonten, nicht nur über, sondern auch mit Kindern reden zu wollen, kamen auch fünf Kinder zu Wort. Diese hatten sich parallel zur Diskussion mit Themen beschäftigt, die sie interessieren. Die Nachfrage war so groß, dass nicht alle Mädchen und Jungen, die Interesse hatten, teilnehmen konnten.
Der Titel der von den Kleinen entwickelten Nachrichtenshow: “Jugend (wird) informiert. Jugendliche sollen die Nachrichten von Kindern für Kinder moderieren. Dabei sollen Kriege und Krisen nicht ausgespart werden. Wichtig war den Kindern dabei, dass die Themen ihrem Alter entsprechend aufgearbeitet werden, gerade auch mit passendem Bildmaterial. Zuschauerfragen könnten in der Sendung beantwortet werden. Enden könnte jede Folge mit einer guten Nachricht.
Auf dem “Erwachsenenpodium zuvor stand zudem der Medienkonsum von Kindern im Fokus. Kinder bräuchten einen sicheren Raum und Erwachsene, die sie dabei begleiteten, sagte die Psychologin Andrea Reiter. Denn für sie sei besonders das belastend, was sie nicht kontrollieren könnten – und dazu zählten die Krisen und Kriege auf der Welt.
Ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche diskutierten die Anwesenden ebenfalls. Weitzel zeigte sich dafür offen, eine entsprechende Regelung einzuführen. Kindheitspädagogin Katharina Gerarts widersprach. Erwachsene müssten ihrer Meinung nach mehr Verantwortung übernehmen und Kindern helfen, Medien richtig zu nutzen.
Psychologin Reiter warnte davor, die Eltern zu überfordern. Sie erlebe in ihrer Arbeit oft, dass die Ressourcen vorhanden seien, es aber an überforderten Eltern scheitere. “Wir dürfen das nicht ins Private abschieben. Alkoholverbote für Kinder und Jugendliche sowie Regelungen zum Führerschein seien Beispiele dafür, dass man Heranwachsenden auch etwas verbieten dürfe.
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