Pressemitteilungen

Datum:
16. Mai 2026
Verständnis und Mut

Augsburger Bischof Bertram Maier: Die heilige Edith Stein ist ein Vorbild für eine mutige Frau

Die von den Nazis 1942 ermordete Edith Stein gehört zu den großen Frauengestalten des 20. Jahrhunderts. Papst Johannes Paul II. ernannte sie gar zur "Patronin Europas". Was man von ihrem Handeln lernen kann.

Der Augsburger Bischof Bertram Meier sieht in der deutschen Philosophin und Ordensfrau Edith Stein (1891-1942) ein Vorbild darin, sich angesichts der aktuellen Nachrichtenlage nicht vom Gefühl der Machtlosigkeit niederdrücken zu lassen. Christinnen und Christen müssten in diesen Tagen wieder neu lernen, sich nicht von der Angst vereinnahmen zu lassen, sondern sich in Christus und seinem Frieden zu verankern, sagte Meier am Samstag bei einem Gottesdienst auf dem 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg. Und weiter: “Wir haben allen Entwicklungen, die bedrohlich auf uns wirken, etwas entgegenzusetzen: Es ist die Liebe Christi, durch die das Heil in die Welt kommt.” Für diese Liebe gelte es einzustehen: “wachsam, fürsorglich und ohne Furcht!”

Die 1891 geborene Edith Stein gehört zu den großen Frauengestalten des 20. Jahrhunderts. Die Jüdin konvertierte 1922 zum katholischen Glauben und trat 1933 als Schwester Teresia Benedicta vom Kreuz in Köln in den Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen ein. Noch im selben Jahr rief sie Papst Pius XI. (1922-1939) zu einer Stellungnahme angesichts der Hetze gegen Juden in Deutschland auf. 1942 wurde sie von der Gestapo verhaftet und am 9. August im nationalsozialistischen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in der Gaskammer ermordet. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) sprach Stein 1989 heilig. Zehn Jahre später ernannte er sie neben Katharina von Siena und Brigitta von Schweden zur "Patronin Europas".

Schon als junge Frau habe sich Stein für das große Ganze interessiert, erinnerte Meier. Entschlossen und furchtlos sei sie als Studentin bereit gewesen, ihre Kraft für ein übergeordnetes Ziel einzusetzen. “Eine gewisse Furchtlosigkeit, sachbezogene Klarheit und Fürsorge sind die Eigenschaft, die Edith Stein lange erhalten bleiben; doch findet sie in Christus allein die Kraft dazu, ihre hohen Ideale auf Dauer einzulösen.” Die Ordensfrau habe aufmerksam die gesellschaftlichen Entwicklungen in der NS-Zeit wahrgenommen und zugleich den Mut zur Stellungnahme gehabt. Auch dies könne man von der Heiligen lernen.


Pressekontakt

Bei Fragen, Anmerkungen oder sonstigen Wünschen sind wir gerne für Sie da. 
Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns eine E-Mail:

Cosima Jagow-Duda
Abteilungsleitung Presse und Marketing
Tel.: +49 931 870 93 150
E-Mail: presse(at)katholikentag.de

keyboard_arrow_up