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"Was kann ich gegen den Rüstungswahnsinn tun?" will einer der Besucher in der Würzburger Demokratiekirche wissen und notiert die Frage auf einem der Wandplakate. Ein weiterer Besucher liefert eine interessante Antwort.
Das erstmals auf dem Katholikentag vertretene Projekt “Demokratiekirche nimmt das Spannungsverhältnis zwischen Demokratie und Kirche in den Blick. In der Würzburger Marienkirche hat etwa jeder in der sogenannten StreitBar die Möglichkeit, spontan Themen zu diskutieren. Auch zahlreiche Workshops werden angeboten, an denen sich Besucher beteiligen können. “Dort geht es beispielsweise um Diskriminierungserfahrungen und wie diese zu einer Transformation hin zu einer gerechteren Gesellschaft beitragen können, sagte Katharina Leniger. Zusammen mit dem Pfarrer für die Katholische Hochschulgemeinde in Würzburg, Burkhard Hose, hat sie diese neue Attraktion organisiert.
In diesem Gotteshaus stehen keine Bänke mehr. Stattdessen hat es sich zu einem Marktplatz gewandelt, an dem Menschen zusammenkommen und Themen bestimmen, die sie mit anderen besprechen wollen. In der Demokratiekirche können unterschiedlichste Fragen diskutiert werden: Wie kann Kirche Demokratie stärken? Was kann sie für den Schutz der Würde von Menschen tun? Geboten wird ein offenes Labor für eine starke Zivilgesellschaft, versprechen die Verantwortlichen.
Inmitten der Demokratiekirche sind Pappstühle aufgestellt, die die Besucherinnen und Besucher zum Austausch einladen. An mehreren Kirchensäulen hängen große Plakate, beschriftet mit Fragen von Passanten. “Was kann ich gegen den Rüstungswahnsinn tun? heißt es auf einem der Wände. Ein weiterer Besucher hat eine Antwort verfasst: “Sich in die Situation der Menschen versetzen, die auf die Waffen angewiesen sind, um das Land zu verteidigen.
Ein weiterer großer Themenkomplex: Kirchenasyl. Im Altarbereich ist ein Bett aufgestellt, daneben ein Tisch mit Brot. Auf einer Seite des Kirchenschiffs stehen mehrere Stelen, darauf die Geschichte von Menschen, die Kirchenasyl in Anspruch genommen haben. Da ist etwa die Geschichte von Razeya, heute 21 Jahre alt, die zwischen 2023 und 2024 im Kirchenasyl in der katholischen Kirchengemeinde St. Sixtus, im nordrhein-westfälischen Haltern am See war. Sie schreibt: “Die Einsamkeit im Kirchenasyl zu ertragen, war sehr, sehr schwierig für mich. Dieses habe sie aber gerettet. Die junge Frau will unbedingt das Abitur machen und dann Informatik studieren.
Ergänzt wird die Ausstellung “Zuflucht geben - gemeinsam hoffen um zwei weitere. Der Künstler Ralf Knoblauch thematisiert etwa mit Königinnen und Königen aus Holz das Thema Menschenwürde. Das ukrainische Künstlerduo Oleksandr Klymenko und Sonia Atlantova hat Munitionskisten aus dem Krieg mit Ikonen gestaltet.
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