Bischof Dr. Franz Jung, Würzburg
Sehr geehrte Damen und Herren!
Als Gastgeber des 104. Deutschen Katholikentags heiße ich Sie herzlich hier in Würzburg willkommen! Schon jetzt danke für Ihr Interesse und die Berichterstattung in den kommenden Tagen. Vier Jahre lang haben unzählige Menschen im Bistum Würzburg und ganz Deutschland auf dieses Ereignis hingearbeitet. Heute endlich schließt sich ein großer Spannungsbogen!
Dank an ZdK und Stadt Würzburg
Erlauben Sie mir zunächst einige Worte des Dankes an den Ausrichter des Katholikentags, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Wir haben in den zurückliegenden Jahren viele Stunden miteinander überlegt, diskutiert und geplant. Ihnen, Frau Präsidentin Dr. Irme Stetter-Karp und Herrn Generalsekretär Marc Frings, danke ich für die Zusammenarbeit. Wir sind sehr gerne Gastgeber und freuen uns, das in diesen Tagen unter Beweis zu stellen!
Ein weiter Dank gilt Ihnen, Herr Oberbürgermeister Martin Heilig, stellvertretend für die ganze Stadtgesellschaft: Danke, dass Sie dieses Ereignis so engagiert mittragen! Die Stadt Würzburg bringt sich beim 104. Deutschen Katholikentag nicht nur finanziell ein. Vom ersten Gespräch an mit Vertretern des Stadtrats habe ich gespürt, dass Sie den Katholikentag in Würzburg gerne unterstützen. Ich bin froh und dankbar, in dieser Stadt Bischof zu sein, die ihre Türen weit aufmacht und uns mit Christinnen und Christen aus ganz Deutschland und der Weltkirche so herzlich willkommen heißt!
Himmelfahrt – der Hoffnungsanker im Himmel
Wir beginnen den 104. Deutschen Katholikentag am Vorabend von Christi Himmelfahrt. Die Kirche feiert an diesem Tag Christus als ihren Hoffnungsanker im Himmel (vgl. Hebr 6,19). Das ist zugleich eine Absage an alle irdischen Heilsversprechungen unserer Tage. Unsere Hoffnung ist nicht von dieser Welt. Unsere Hoffnung richtet sich auf Jesus Christus, den Herrn, der über die Erde erhöht ist.
Er ruft uns zu: "Hab Mut, steh auf!" Hab Mut, steh mit mir auf zum Leben. Hab keine Angst und lass dich nicht entmutigen von den vielen negativen Botschaften und Nachrichten unserer Tage, sondern traue dem Leben mit Christus und in Christus und hilf mit, in seinem Sinn dieses Land und diese Erde zum Guten weiterzuentwickeln.
Das geistliche Programm als Zentrum des Katholikentags
Mir war von Beginn an wichtig, dass der Katholikentag ein geistliches Ereignis wird. Als Bistum haben wir intensiv darauf hingearbeitet, die geistlichen Elemente als zentralen Bestandteil des Programms zu platzieren. Dazu gehören die großen Gottesdienste auf dem Residenzplatz genauso wie die vielen biblischen und spirituellen Angebote. Dazu zählt aber auch das Thema der Sozialraumorientierung unserer Pastoral, das wir als Bistum gesetzt haben. Wir machen damit deutlich: Als Kirche leben wir in unseren Pfarreien nicht in einem abgeschlossenen Raum für uns. Wir sind durch unseren Glauben gerufen, diese Welt mitzugestalten und uns einzubringen, sodass Christus als Mitte unseres Zusammenlebens erfahrbar wird.
Besonders freut mich, dass bei diesem Katholikentag Kirche auch als weltweites Netzwerk der Hoffnung erlebbar wird. Wir heißen eine große Zahl von Gästen aus unseren Partnerbistümern Mbinga in Tansania und Óbidos in Brasilien in Würzburg willkommen, aber auch eine Delegation aus dem Bistum Kilmore in Irland.
Der Katholikentag bietet damit die Gelegenheit zum Austausch im Netzwerk Weltkirche. Von meinen Besuchen vor Ort weiß ich, wie wertvoll die Erfahrung anderer Realitäten ist - gerade auch der weltweit drängenden Fragen wie Klimawandel und Migration - und wie wir durch unser Kirchesein in den unterschiedlichen Kontexten einander bereichern und ergänzen. Denn die großen Zukunftsfragen werden wir nur alle gemeinsam lösen können und nicht durch nationale Abschottung und binnenorientierte Engstirnigkeit.
Die Kirche als Sakrament der Hoffnung in der Welt
Aus seiner geistlichen Mitte heraus hat der Katholikentag auch immer eine starke politische Dimension. Kirche soll sichtbares Zeichen der Hoffnung in der Gesellschaft sein. Die Besucherinnen und Besucher sollen erfahren, wo konkret und wie genau wir als Kirche unsere Hoffnung in die Gesellschaft tragen. Unzählige Akteure aus dem Bereich der Caritas, der Seelsorge, der Ordensgemeinschaften, der Bildungsträger, der Verbände und viele andere mehr sind hier zu erleben. Ein Besuch des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg macht damit deutlich: Ohne Christinnen und Christen, ohne dieses große Netzwerk der Hoffnung, wäre unsere Gesellschaft sehr viel ärmer! Von Herzen danke ich allen für ihr großes Engagement, nicht nur während des Katholikentags, sondern seit vielen Jahren und Jahrzehnten und wünsche uns allen eine Bestärkung in unserem gemeinsamen Einsatz für die Menschen in dieser Stadt und in diesem Land.
In diesem Sinne freue ich mich auf die nun vor uns liegenden Tage. Ich bin gespannt auf die vielen Begegnungen, Feiern und Debatten. Mögen es erfüllte und gesegnete Tage werden!
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
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