Martin Heilig, Oberbürgermeister, Würzburg
Würzburg steht vor einem Ereignis, das unsere Stadt in aller Tiefe bewegen wird. Wenn wir ab heute für fünf Tage so viele Menschen zum 104. Deutschen Katholikentag begrüßen dürfen, dann ist das weit mehr als eine organisatorische Meisterleistung – es ist eine große Auszeichnung für unsere weltoffene Stadt am Main.
Mit mehreren zehntausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird dieser Katholikentag ein enormes Zeichen der Vitalität senden. In einer Zeit, in der wir oft den Rückzug ins Private und digitale Blasen beklagen, schafft dieses Treffen einen realen, physischen Raum der Begegnung.
Der größte Wert liegt für mich in der schieren Masse an positiver Energie und dem Willen zur Gestaltung, den so viele Menschen mittragen. Würzburg wird so zum Labor für ein gelingendes Miteinander.
Ich werde oft gefragt, wie sehr dieser Katholikentag unsere Stadt „durchdringen“ darf. Meine Antwort ist: Er muss es sogar! Er findet ja nicht nur in den Kirchen statt, sondern ist vielmehr ein Fest, das inmitten unseres Alltags steigt – auf unseren Plätzen, auf der Straße, in öffentlichen Gebäuden, an den Main-Promenaden.
Der Mehrwert für alle Würzburgerinnen und Würzburger – ausdrücklich auch für jene, die nicht katholisch sind oder keiner Religionsgemeinschaft angehören – ist riesig. Wir verwandeln die Stadt in eine Bühne für wichtige Debatten über Ethik, Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Frieden. Eine Bühne für Meditation, Schauspiel, Kunst und vieles mehr. Es ist ein kulturelles Bürgerfest, das den Horizont erweitert und Impulse setzt. Ich bin mir sicher: Der Katholikentag wird noch lange in unserer Stadt nachwirken.
Was ich mir als zentrale Botschaft dieses Katholikentags erhoffe, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Zuversicht. Wir erleben eine Zeit der Krisen, die viele Menschen verunsichert. Von Würzburg soll das Signal ausgehen, dass wir als Gesellschaft handlungsfähig sind, wenn wir den Dialog nicht abreißen lassen.
Wir brauchen diesen Geist des Brückenbauens – zwischen Konfessionen, zwischen Jung und Alt, auch zwischen unterschiedlichen Ansichten. Der Katholikentag sucht mutige Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit. Er zeigt dabei, dass gelebte Werte das Fundament einer resilienten Demokratie sind.
Würzburg freut sich auf Sie! Würzburg freut sich auf alle Gäste! Lassen Sie uns diese Tage zu einem Fest des Friedens und der Hoffnung machen. Ein Fest, das uns alle noch weit über den 17. Mai hinausträgt. Unsere Stadt jedenfalls ist bereit!
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