Sperrfrist
Mi, 13. Mai 2026, 14.00 Uhr

Mi
14.00–15.00
Pressekonferenzen |
Pressekonferenz - Eröffnung
"Hab Mut, steh auf!" - Zum Auftakt des Katholikentags
Marc Frings, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren, 

haben Sie großen Dank, dass Sie uns journalistisch bis Sonntag begleiten werden! 

Ein Katholikentag fällt nicht vom Himmel. Unsere Arbeitskreise und Gremien, Verbände, Gemeinden, Initiativen und Chöre, ganz konkret bei der Logistik, bei der Betreuung, im Ordnungsdienst, in der Gastfreundschaft: Ohne diese ehrenamtlichen Strukturen gäbe es keinen Katholikentag. Ohne sie gäbe es auch vieles von dem nicht, was unser Land und unsere Gesellschaft zusammenhält! 

Das Ehrenamt hält den Laden zusammen. Wer sich engagiert, sagt: Ich schaue nicht nur zu, sondern bin mitverantwortlich und will mitgestalten. Deshalb ist der Katholikentag selbst ein Beispiel gelebter Demokratie. Hier wird Beteiligung praktiziert und Vielfalt gelebt. Die Mitwirkenden und Teilnehmenden unterscheiden sich in ihren Prägungen, Glaubensvorstellungen und politischen Überzeugungen. Aber sie sind geeint darin, nach gemeinsamen Regeln zu diskutieren. 

Vor zwei Jahren gastierten wir im wunderschönen Erfurt. In Ostdeutschland bilden Christ*innen vielerorts eine überschaubare Minderheit. Heuer sind wir in Franken, das von einer langen katholischen Tradition geprägt ist. Aber auch dann ist dieser Katholikentag kein gemütliches Heimspiel für uns:  

In Erfurt haben wir gezeigt, dass Kirche auch in der Diaspora öffentlich relevant sein kann; in Würzburg müssen wir zeigen, dass katholische Prägung keine nostalgische Kulisse, sondern Auftrag ist, um Demokratie und Zusammenhalt zu verteidigen!  

Beides entscheidet sich vor Ort: im Sportverein, im Pfarrheim, in der Schule, am Familientisch, im digitalen Raum. Demokratie und Zusammenhalt gewinnen dort, wo Menschen einander zuhören.  

Unser Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ ist kein Wellness-Satz. Das ist eine Zu-MUTung. „Hab Mut, steh auf!“ heißt für Christinnen und Christen: Steh auf für die Würde jedes Menschen. Steh auf für den Rechtsstaat. Steh auf für Europa. Steh auf für eine Kirche, die sich ihrer Verantwortung stellt. Steh auf für eine Gesellschaft, die den Zusammenhalt nicht nur beschwört, sondern organisiert. 

Und genau hier kommt das Ehrenamt wieder ins Zentrum. Die Demokratie braucht Menschen, die sie im Alltag verkörpern. Demokratie braucht Menschen, die Kuchen backen und Sitzungen leiten, Jugendgruppen begleiten und Geflüchtete unterstützen, Seniorinnen besuchen und politische Bildung organisieren, bei der Tafel helfen und in Verbänden Verantwortung übernehmen. Das klingt unspektakulär. In Wahrheit ist es die Infrastruktur des Zusammenhalts. 

Diese fünf Tage in Würzburg sollen all jenen Menschen Mut machen, die genau dafür eintreten – in Politik, Kirche und Zivilgesellschaft! Wir suchen die Ökumene mit den Willigen – über Konfessions-, Alters- und Geschlechtergrenzen hinweg. 

In diesem Sinne freue ich mich auf viele Begegnungen, auf kontroverse Diskussionen, auf starke Zeichen des Ehrenamts und auf einen Katholikentag, der Würzburg, Franken und weit darüber hinaus zeigt: Wer Mut hat und aufsteht, stärkt den Zusammenhalt. 

Herzlichen Dank. 


Text wie von Autor/in bereitgestellt. Es gilt das gesprochene Wort.
Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers.

 

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Telefon: 0931 870 93 024
E-Mail: programm(at)katholikentag.de

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