Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Göppingen
Liebe Mitfeiernde – aus Christentum, Islam und vielleicht anderen Religionen,
es ist mir heute eine besondere Freude und ein persönliches Anliegen, hier dabei sein zu können. Ein wunderbares Format, bei dem ich schon zum dritten Mal bin, ein wunderbares Zeichen als Christen und Muslime zusammenzukommen, zu singen und zu beten.
Denn – wem erzähle ich das – die aktuelle politische und gesellschaftliche Lage ist herausfordernd. Spaltung, Fremdenfeindlichkeit und die Frage, wer "mehr oder weniger wert" ist, gewinnen erschreckend an Einfluss. Die Frage der Stunde ist, was kann man dagegenhalten – als Einzelne, als Religionsgemeinschaften, als Menschen?
Ich glaube, dass auch das Miteinander eine religiöse Dimension kennt – neben der politischen und zivilgesellschaftlichen. Sich als religiöse Menschen zu begegnen, vom eigenen Glauben zu erzählen, zuzuhören – in Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Sich ins Gebet zu nehmen, vielleicht auch gemeinsam zu beten. Auch das sind Formen des Miteinanders. Auch das ist sich gegenseitig verbinden.
Dafür bin ich heute dankbar: Dass wir uns singend, hörend und erzählend verbinden, uns noch besser kennenlernen in unseren jeweiligen Traditionen und dabei einen Teil unserer Zeit teilen. In dieser Welt mit all ihren unterschiedlichen Facetten. Dass wir uns gegenseitig in den Blick nehmen – und gemeinsam wagen, den Blick zu heben: zu dem, der uns alle geschaffen hat und durchs Leben trägt. Ich freue mich, dass Sie alle heute hier sind.
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