100 Worte zum Leitwort des Katholikentags Leipzig

Hier schreiben 100 Köpfe aus Politik, Kirche und Gesellschaft, was sie mit dem Leitwort Seht, da ist der Mensch verbinden und welche Freuden, Sorgen oder Fragen sie bewegen.

Ich hoffe, dass viele diesen Leitsatz wörtlich nehmen: Er verweist nicht nur auf Christus als Mittelpunkt des Glaubens, sondern auch auf den Menschen und seine Bedürfnisse. Wir Menschen brauchen Zuwendung durch Gott und unter einander. Sie wird sichtbar, wenn Mitmenschlichkeit, Respekt und Toleranz unser Zusammenleben leiten. Meine Sorge ist, dass wir vergessen: Religion und Religionsfreiheit gehören zu unserer Geschichte und unserem Alltag. Mein Eindruck ist, dass viele Christen in Europa ihre Religion verstecken. Wenn wir aber als Glaubende wahrgenommen werden, dann fällt der interreligiöse Dialog leichter. Er ist eine große Herausforderung, aber wir brauchen ihn mehr denn je – hier bei uns.

Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

Stanislaw Tillich gratuliert zum Jubiläum

Mit dem Motto „Seht, da ist der Mensch“ sendet der Katholikentag ein wichtiges Zeichen. Denn was es ausmacht, Mensch zu sein, wird gerade in der heutigen Zeit, auf eine schwere Probe gestellt. Wir fragen uns: Wie gehen wir um mit dem Elend vor Europas Toren? Wie halten wir Humanität und Ordnung in guter Balance? Darauf gibt es keine einfachen Antworten. Aber es gibt Dinge, die uns dabei helfen, den richtigen
Weg zu finden. Glaube, Nächstenliebe und Wärme zeigen uns: Mensch zu sein heißt vor allem, für andere Menschen da zu sein, Verantwortung zu übernehmen und zu einen statt zu spalten.

Markus Ulbig, Sächsischer Staatsminister des Innern

Markus Ulbig gratuliert zum Jubiläum

Ein Leitspruch, der darum bittet, genau hinzusehen. Seht jeden Menschen an, wie er vor Euch steht - hier ist ein MENSCH. Seht ihn Euch an, hört ihm zu und versucht, ihn zu verstehen. Es ist ein Mensch wie Du und ich. Egal, mit welcher Hautfarbe, welcher Kultur oder welcher Religion - seht hin und lasst Eure Herzen sprechen.  
Uns alle unterscheidet weniger, als es Dinge gibt, die uns verbinden.  
Wir alle sind Menschen, einander gleichwertig – also hört auf zu hassen, zu verurteilen und zu töten im Namen eines Landes, eines Vorurteils oder eines Vorteils. Seht - hier sind wir: Wir sind Menschen!

Dr. Auma Obama, Autorin, Nairobi/Kenia

Auma Obama gratuliert zum Jubiläum

Seht, das ist der Mensch

Wenn der Satz nur für sich dasteht und nicht weitergeht, wenn man nicht weiß, aus welchem Kontext er stammt, klingt er natürlich eher komisch und zugleich pathetisch. Mit einem Krokodil oder einer Ameise wird man den Menschen wohl kaum verwechseln. Daß der Mensch etwas Besonderes ist, steht ja außer Frage. Daß er sich trotzdem davor hüten sollte, in anderen Geschöpfen ausschließlich das zu sehen, was er ausnützen, schlachten, für seine Zwecke dienstbar machen kann, findet sich in gebotener Schärfe zwar nicht in der Bibel, aber als moderne Ergänzung fügt sich der Gedanke gut in das kluge, Wissen dieses großartigen Buches.

Sibylle Lewitscharoff, Schriftstellerin, Berlin

Sibylle Lewitscharoff gratuliert zum Jubiläum

Seht, da ist der Mensch‘“ – ja, wir sehen die Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen am Rande unserer Gesellschaft stehen und die doch in unsere Mitte gehören. Und wir sehen die vielen, die unter Krieg und Hunger leiden, wir sehen jene, die auf der Flucht sind vor Gewalt und Terror, die zu uns kommen und bei uns Schutz suchen. Diese Kinder, Frauen und Männer, gleich, wo sie leben und woher sie kommen, sind nicht weit weg. Sie sind uns nah. Ihnen zu helfen, von Mensch zu Mensch, ist für uns Christen ein Gebot der Nächstenliebe, der Menschlichkeit und der Menschenwürde. 

Hannelore Kraft MdL, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Hannelore Kraft gratuliert zum Jubiläum

Für mich ist das Motto des 100. Katholikentages vor allem der Aufruf, die Menschen zu sehen, die zu uns kommen und Schutz, Hilfe und Trost brauchen. „Seht, da ist der Mensch“ sagte Pontius Pilatus, als er Jesus dem Volk präsentierte, doch das zeigte kein Mitleid. Seien wir nicht wie das Volk! Lassen wir uns stattdessen von dem Motto zu mehr Barmherzigkeit bewegen –?gerade jetzt im Jahr der Barmherzigkeit. Sehen wir weniger Probleme und Herausforderungen, sondern vor allem Chancen und Bereicherungen. Sehen wir eben: Menschen. „Seht, da ist der Mensch“: eine Aufforderung an alle zu mehr Menschlichkeit, zu mehr Mitmenschlichkeit. 

Lena Bröder, Miss Germany 2016 und katholische Religionslehrerin, Nordwalde

Lena Bröder gratuliert zum Jubiläum

Die Publikumsforschung unterteilt Zielgruppen gerne nach Milieus. Da gibt es zum Beispiel Konservativ-Etablierte, Prekäre oder Performer. Was sie trotz aller Unterschiede eint: Es sind Menschen mit Freuden und Ängsten, Zweifeln und Hoffnungen. Die Lebenswirklichkeit aller Menschen abzubilden, ist originäre Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Sorge bereitet mir die wachsende Polarisierung von Interessen und die zunehmende Gewaltbereitschaft, welche mittlerweile auch Journalisten trifft. Wir müssen daher weiter mit unserem gemeinwohlorientierten Programmauftrag den sozialen Zusammenhalt stärken und der Stabilität unseres Gemeinwesens dienen. Ecce homo – Zeigen, was ist: Das ist eine Aufgabe der ARD, der wir täglich in der redaktionellen Berichterstattung und den Verkündigungssendungen nachkommen.

Prof. Dr. Karola Wille, ARD-Vorsitzende und MDR-Intendantin, Leipzig

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Willi Weitzel, Reporter, Herrsching

Beim 100. Katholikentag geht es um den Menschen. Seine Würde ist unantastbar. Gleich welchen Geschlechts, welcher Herkunft, welcher Hautfarbe, welchen Alters.  Wir müssen darüber nachdenken, warum sie gerade heute in vielen Ländern der Welt oft grausam missachtet wird. Dabei sollten wir nicht vorschnell urteilen, uns vielmehr vor Augen halten, zu wie viel Unmenschlichkeit auch Deutsche noch vor zwei Generationen fähig waren. Wie steinig der Weg war, bis wir uns heute vorbehaltlos zur Würde aller Menschen bekennen. Als Christen sollten wir Zeugnis dafür ablegen, dass für uns der Mensch von Gott geschaffen ist und dass Gottes Sohn Mensch geworden ist.

Prof. Dr. Bernhard Vogel, Ministerpräsident a.D., Speyer

Bernhard Vogel gratuliert zum Jubiläum

Von den 100 Katholikentagen habe ich einige selbst erlebt. Am tiefsten in mein Gedächtnis eingegraben haben sich diejenigen aus meiner Jugend. 1968 in Essen war für mich als Sechzehnjährigen der politische Aufbruch spürbar. 1970 in Trier beeindruckte mich vor allem die Musik von Piet Janssens, der das Kunststück vollbrachte, unser damaliges Lebensgefühl mit dem Glauben zu verbinden. 1982 in Düsseldorf stand der NATO-Doppelbeschluss im Zentrum vieler Diskussionen; das Tischtuch zwischen der katholischen Kirche und der neuen Partei der Grünen, die ich 1980 mit gegründet hatte, war noch nicht zerschnitten. Das alles waren prägende Begegnungen für mich, die immer noch nachwirken.

Dr. Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Frankfurt am Main 

Michael Vesper gratuliert zum Jubiläum

Den Menschen zu sehen – wenn uns diese Fähigkeit abhandenkommt, steht es schlimm um unsere Gesellschaft. In Clausnitz in Sachsen steht ein Kind mitten in der Nacht in einem Bus mit Flüchtlingen, der umringt ist von grölenden, hasserfüllten „besorgten Bürgern“ – und weint vor Angst, bis es endlich aus dem Bus gebracht wird. Welche Menschen machen so etwas?  Man sorgt sich eher um das Image Sachsens als darum, dass mitten in unserer Gesellschaft so etwas möglich ist. Darüber müssen wir reden und aktiv dafür eintreten, dass unsere Gesellschaft menschlich bleibt. Möge der Katholikentag hier wichtige Akzente setzen und alle zum Nachdenken bewegen.

Britta Taddiken, Pfarrerin der ev. Thomasgemeinde, Leipzig

Wen präsentiert da Pilatus? Einen gefolterten Mann, dem seine Peiniger einen Königsmantel aus Lumpen umgehängt und als Krone Dornen in den Kopf gebohrt haben. Das soll der König der Juden sein? Dieser Geschundene ist sogar Gottessohn.  
Da hat einer alle geltenden Werte umgedreht: die Ersten werden die Letzten sein, wer herrschen will soll dienen. Der Blick auf den leidenden Menschen ist der Blick auf unseren Gott.  
„Was ihr für den Geringsten getan habt, das habt ihr für mich getan“, sagt Jesus denen, die erstaunt fragen, wo sie ihn denn gesehen haben sollen.
Soziale Verantwortung und Gottesdienst hängen für Christen zusammen.

Prof. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des ZdK, Münster

Thomas Sternberg gratuliert zum Jubiläum

Wenngleich ich kein gebürtiger Katholik bin, ist mir Ihre Religion näher, als ich wahrhaben will. „Schuld” sind wunderbare Gespräche mit einem befreundeten Pfarrer und meine größte Hochachtung vor Ihren vielen ehrenamtlichen Helfern in allen sozialen Bereichen. Uns verbindet ein Hauptanliegen: Kampf um Bewahrung und Erhalt des FRIEDENS! Es gilt, auf der Bühne, wie auf der Kanzel, alle Menschen guten Willens zu vereinen. Ganz im Sinne Gorkis: "Alles ist im Menschen, alles ist für den Menschen! Es besteht nur der Mensch; alles Übrige ist das Werk seiner Hände und seines Gehirns! Der Mensch! Das ist groß! Das klingt … stolz! Der Mensch!"

Uwe Steimle, Schauspieler, Dresden

Uwe Steimle gratuliert zum Jubiläum

Mehr denn je sind wir im Jahr 2016 aufgefordert, in unserem Gegenüber den Menschen wahrzunehmen: in der Frau aus Rumänien, die sich für ihr Kind zuhause in Deutschland von Sexfabrik zu Sexfabrik verladen lässt; in dem Flüchtling aus Syrien, der vor religiösem Fanatismus und Bomben zu uns geflohen und zunächst einmal sprachlos ist; in dem Kind nebenan, das noch nicht begriffen hat, dass nicht das Opfer sich schämen muss, sondern der Täter. Nicht wegsehen! Sich von der political correctness nicht einschüchtern lassen! Das wünsche ich mir vom Katholikentag. Und dazu brauchen wir alle Mut. An jedem Tag, in jeder Stunde.

Alice Schwarzer, Feministin und Publizistin, Köln

Alice Schwarzer gratuliert zum Jubiläum

„Seht, da ist der Mensch“. Ein sperriges Wort, das Pilatus da in der Tradition in den Mund gelegt wird. In der Kunstgeschichte finden wir unter dem Leitmotiv „Ecce homo“ den leidenden, gedemütigten, zum Tod am Kreuz verurteilten Jesus. Darin höre ich Verzweiflung und Trost zugleich. Denn das Wort verweist einerseits auf das unaufhebbare Leid, das Menschen tragen müssen. Aber auch darauf, dass der Gottessohn den schandvollen Kreuzestod freiwillig auf sich genommen hat, um uns Menschen zu retten. Das Leid, gerade auch das der Demütigung und der Qual, das so viele Menschen erleiden mussten und heute noch müssen, ist schließlich in der Liebe Gottes aufgehoben.

Prof. Dr. Gesine Schwan, Humboldt-Viadrina Governance Platform, Berlin

Gesine Schwan gratuliert zum Jubiläum

Über Jahrhunderte haben Maler das Bild des gefolterten und leidenden Menschen Jesus ins Zentrum der Passionsgeschichte gerückt und bestimmen damit unsere Wahrnehmung. Die Lutherbibel 2017 übersetzt das Motto des Katholikentages mit „Sehet, welch ein Mensch“. Die Formulierung betont: dieser Mensch ist außerordentlich, sein Bild zutiefst erschütternd. Der Ausruf zeigt die Dramatik von der Verhaftung Jesu bis zum Sterben am Kreuz. In der aufwühlenden Beschreibung von Prozess und Vollstreckung lenkt er die Aufmerksamkeit ins Zentrum, auf die Gestalt Jesu. Da wird deutlich: Jesus ist wirklich Mensch. Er leidet, wie wir leiden. Gott ist ganz Mensch geworden.

Dr. Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und Bundesministerin a.D., Berlin

Irmgard Schwaetzer gratuliert zum Jubiläum

Mit dem Leitwort für den Katholikentag „Seht, da ist der Mensch“ schließen Sie alle Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit ein und nehmen sie als einzigartig wahr. Die Vielfalt der Menschen wird somit zum Reichtum einer Gemeinschaft. Aus meiner Sicht ist dies die Grundlage einer menschenfreundlichen Gesellschaft, die wir gerade in diesen Zeiten dringend brauchen: Für ein friedliches Zusammenleben heute und für die Zukunft unserer Gesellschaft. So wünsche ich Ihnen und uns, dass dieses Leitwort zum Hinsehen und Wahrnehmen von Menschen in all ihrer Vielfalt führt, damit Verbindungen und Gemeinschaft wachsen können.

Ulla Schmidt MdB, Bundestagsvizepräsidentin und Bundesvorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Berlin

Ulla Schmidt gratuliert zum Jubiläum

"Seht, da ist der Mensch!" ist die Kernbotschaft des Katholikentags. Eine Botschaft, die den Menschen in den Mittelpunkt rückt. Der Mensch neben mir ist wichtig – aber auch ich zähle. Wie sieht es aus mit mir und meiner Zufriedenheit? Kann ich mich annehmen so wie ich bin? Wenn ich zufrieden bin mit mir, kann ich auch die Nächste oder den Nächsten neben mir besser sehen. Jede und Jeder neben mir in seiner Vielfalt und Einzigartigkeit ist wichtig. Die Würde jedes Einzelnen zählt und hat Gewicht – egal wo er herkommt. Eigentlich eine einfache Sache, die das Menschsein ausmacht, wenn sie gelebt wird.

Regina Schild, Außenstellenleiterin der Stasi-Unterlagen-Behörde, Leipzig

Regina Schild gratuliert zum Jubiläum

Wenn die Würde des Menschen an erster Stelle steht, dann kommt man an der essentiellen Frage der Berufung nicht vorbei.  Eine sinngebende Aufgabe ist für jeden Menschen in der Gesellschaft wichtig. Sinngebende Arbeit nimmt aber den Menschen mit seinen Schwächen und Stärken auf. Arbeitgeber können zur Berufungsfindung beitragen und Mitmenschen lebenswürdige Perspektiven schaffen.

Maite Kelly, Musikerin, Köln

Maite Kelly gratuliert zum Jubiläum

Ich bin weder Christ noch gläubig. Dennoch freue ich mich, dass der 100. Katholikentag in meiner Heimatstadt stattfindet. Das Motto ist die richtige Antwort auf diese sehr komplexe und für viele Menschen nicht verständliche Zeit. Wenn die Menschen den Anderen zuerst als Menschen sehen und begreifen, entsteht die Verbindung aus der man dessen Sorgen, Leid und Freuden nicht mehr ignorieren kann. Dann wird der Andere sichtbar. Leipzig, im Osten Deutschlands steht oft fremd und distanziert dem GLAUBEN gegenüber.  
Aber gerade das ist die Chance für den Katholikentag, für REDEN – HÖREN – DISKUTIEREN – HALTUNG zeigen. Ich freue mich, dabei zu sein.

Axel Dyck, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion, Leipzig

Axel Dyck gratuliert zum Jubiläum

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Der Mensch in seiner Freiheit, mit seinen Talenten, egal welcher Herkunft und sozialem Status muss im Mittelpunkt unseres Denken und Handelns stehen. Jeder Mensch ist einzigartig. Daher dürfen wir der Gleichgültigkeit in der Gesellschaft keinen freien Lauf lassen. Der Staat hat die Pflicht, den Starken zu fordern und den Schwachen zu fördern. Soziale Gerechtigkeit und die Anerkennung des Einzelnen gibt es nur, wenn es keine Spaltung der Gesellschaft nach Eigentum, Hautfarbe, nach guten oder schlechten Menschen gibt. Wir leben alle auf derselben Erde und stehen in der Pflicht zur Bewahrung der Schöpfung.

Marko Schiemann, Landtagsabgeordneter, Bautzen

Marko Schiemann gratuliert zum Jubiläum

Gott hat uns auf den Menschen und die Freiheit verpflichtet. Kritische Zeitgenossenschaft sollen wir leben, in der Welt, nicht von der Welt. Katholiken stehen auf, wo Menschen unterdrückt werden. Wir finden Orientierung in der Barmherzigkeit als der stärksten Kraft unseres Herrn. Dazu ermutig uns Papst Franziskus auf seine besondere Weise. Eine Revolte des Geistes nennen es manche. Wir erinnern uns: Mit Kerzen und Gebeten blieb die Revolution friedlich, hier in Leipzig, bevor die Wiedervereinigung Deutschlands und Europas möglich wurde. Jetzt sehnen wir uns nach der Einheit der Christen und einer gemeinsamen starken Stimme der Christen: Seht, das ist der Mensch. 

Annette Schavan, Deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Rom

Annette Schavan gratuliert zum Jubiläum

Seht, der Mensch verfügt über ein göttliches Geschenk: seinen Verstand. – Setzt er ihn wirklich so ein, dass er das Wunder des Lebens schützen, fördern und somit erfüllt leben kann?  
Vielleicht braucht gerade dieses unschätzbar wertvolle Geschenk eine starke Führung – durch uns, den Menschen? Wir sind MEHR als unser Verstand und unser Denken. In uns wirkt eine Kraft, nennen wir sie… „ewiges Leben“. Wie wäre es, wenn wir beides zusammenführen lernten: Die Kraft aus dem Bewusstsein des Heiligen, der Ewigkeit in uns UND das Geschenk unseres Verstandes? Wüchse daraus endlich die Haltung, mit der wir die Herausforderungen der Zukunft bewältigen könnten?

Nina Ruge, Moderatorin und Autorin, München

„Siehe, ein Mensch“, so habe ich etwas anders als üblich das „ecce homo“ seit meinen Schultagen immer übersetzt. Einer von uns sollte er sein, das Gute im Menschen, etwas auch für uns Erreichbares vermitteln. Ganz Mensch sollte er auch sein, Beispiel geben für Menschen. Gewiss viel besser als ich selbst, aber eben doch nicht entmutigend, dass ich gleich aufgeben müsste bei der Frage: Wie würde ich mich selbst verhalten. Bei allem Scheitern, bei aller Schuld und bei allem Versagen im Leben: Dieses ecce homo hat mir Mut gegeben.

Prof. Dr. Gerhard Robbers, Minister der Justiz und für Verbraucherschutz, Mainz

Gerhard Robbers gratuliert zum Jubiläum

Seht, da ist der Mensch!
Der sich nicht selbst ins Recht setzt. 
Dem nichts erspart bleibt, sich nicht größer macht, als er ist. 
Er bekennt sich zur Schwäche, lässt sich ausliefern, ohnmächtig. Mit Dornen gekrönt.
Verlacht, geschmäht, abgeurteilt. Nicht von dieser Welt. 
Der seinen Geist aufgibt, kreuzunglücklich. 
Todernst - wie wir.

Seht, da ist der Mensch!
Der ganz bei sich selbst ist.  
Der sich mitreißen lässt, Auftrieb bekommt.
Er wagt das Äußerste, bricht auf zu seiner Quelle. Von allen guten Mächten treu umgeben.  
Der sich trösten lässt. Eingeholt, geliebt, erhaben.  
Der begeistert ist und begeistern kann.
Aufgeweckt - wie wir.

Anne Reidt, Leiterin der Redaktion des ZDF-"heute journal", Mainz

Anne Reidt gratuliert zum Jubiläum

Wenn wir den Einzelnen als Menschen erkennen – nicht als Fremden, Flüchtling, Asylbewerber, Migrant oder Mensch mit oder ohne Migrationshintergrund – dann sehen wir, welche Chancen unser Land durch Einwanderung hat. Wir sind uns oft viel ähnlicher, als wir denken. Wenn wir uns kennenlernen und feststellen: Wir sind alle nur Menschen, entsteht mehr Verbindendes als Trennendes. Anfangs mag es schwer sein, andere Kulturen zu verstehen, Traditionen zu durchschauen oder sich von Klischees frei zu machen. Doch wer sich darauf einlässt, merkt schnell: „Seht, da ist der Mensch."

Aydan Özoguz MdB, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Berlin

Katholikentage zogen sich einst als im Westen verortetes Band durch den deutschsprachigen Raum, nach 1945 endeten auch die wenigen Abstecher nach Schlesien.
Doch sieben Jahre nach Kriegsende gab es plötzlich einen heißen Berliner Katholikentag - von den Stalinisten in Ostberlin als ´amerikanische Papstparade´ verhöhnt. Hunderttausende Gläubige  hielten dagegen: "Gott lebt!" ...
Heute befinden wir uns in einer anderen Herausforderung - und erneut rückt ein Katholikentag nach Osten. Dass der 100. ausgerechnet jetzt in Sachsen stattfindet, lässt hoffen, dass ein vielfach mahnendes und bittendes "Seht, da ist der Mensch" endlich auch kaltherzige und engstirnige Mitmenschen erreicht.

Freya Klier, Regisseurin und Schriftstellerin, Berlin

„Seht, da ist der Mensch“ – was sehen wir bei der Begegnung mit Menschen mit schweren Behinderungen? Den Menschen oder den Behinderten?
Sind wir so fixiert auf die Begrenzungen, die Handicaps, das Anderssein, das andere Verhalten, dass wir den Menschen nicht mehr sehen?
Sein individuelles Menschsein, seine Persönlichkeit. Können wir uns darauf einlassen oder reduzieren wir den Menschen auf seine Hilfsbedürftigkeit und seine Grenzen?
Die Sprache prägt das Bewusstsein. Reden wir nur von „den Behinderten“ oder  von Menschen mit Behinderung?  
Die größten Barrieren für die Menschen mit Behinderung sind die Blockaden in den Köpfen der Menschen ohne Behinderung. 

Alois Glück, Landtagspräsident a. D. und Präsident des ZdK 2009-2015, Traunwalchen

Alois Glück gratuliert zum Jubiläum

„Seht, da ist der Mensch“. Dieses Leitwort des 100. Katholikentages heißt für uns Christinnen und Christen: Seht Gott im Menschen, seht Jesus in Euren Nächsten! „Ecce homo“, dieses Wort aus dem Johannisevangelium ist für mich als Katholikin auch Richtschnur für meine Arbeit als Politikerin. Wenn wir in jedem Menschen Gott sehen, gibt ihm das Wert und Würde – ob er ohne Arbeit und Perspektive, ob er auf
der Flucht oder in Not vor uns steht. Wenn wir den ganzen Menschen sehen, uns ihm vorbehaltlos zuwenden und Chancen geben, können wir erkennen, was in ihm steckt. Hinzusehen – das ist immer auch ein Aufeinander-Zugehen.

Andrea Nahles MdB, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Berlin

Andrea Nahles gratuliert zum Jubiläum

Der 100. Deutsche Katholikentag kommt nach Leipzig. Dort sind die Katholiken eine Minderheit in einer christlichen Minderheit. Was wollen sie also dort? In einer Gesellschaft, die immer mehr in Minderheiten und Individuen zerfällt, ihren Platz beanspruchen? Es ist das Gemeinsame und Verbindende in unserer Gesellschaft, das sie suchen und zu dem sie sich bekennen wollen: Der Mensch in seiner Not und Angst, in seiner Hoffnung und in seiner Freude. „Seht, da ist der Mensch“ – das ist der Grundakkord unseres Feierns und Betens, das ist das Thema, über das wir nachdenken und miteinander sprechen wollen. Damit niemand einsam sei in diesen schwierigen Zeiten.

Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, Staatsminister a. D. und ehemaliger Präsident des ZdK, Berlin

Hans Joachim Meyer gratuliert zum Jubiläum

Seit vielen Jahren sind auch Muslime dort zugegen in den vielen christlich-muslimischen Dialogen, bei den wichtigen Diskussionen und den Koran-und Bibellesungen. Sie sind heute kaum mehr Gast, denn Inventar. Stets beeindruckt mich die Mischung aus ehrenamtlichen Christinnen und kirchlichen Würdenträgern und auch die Politik kommt dabei nicht zu kurz. Gottes Segen für die vielen weiteren Begegnungen und mögen diese Tage weiterhin ganz stark zum gesellschaftlichen Kitt in unserem Land beitragen, gerade vor dem Hintergrund der Flüchtlingsherausforderung, den Kriegen und Katastrophen in der Welt. Der Katholikentag stärkt Gläubige in ihrer Verantwortung für eine friedlichere und tolerantere Gesellschaft".

Aiman A. Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Köln

Aiman A. Mazyek gratuliert zum Jubiläum

Welch eine Würde: der Mensch – Ebenbild Gottes – jeder Mensch, ich und du und alle, gewünscht, gesehen und bedingungslos geliebt von Gott!
Diesem Menschen – uns Menschen heute – gibt Gott die Erde in die Hände. Jesus hat uns die gute Botschaft gebracht und uns eingeladen, seine Jüngerinnen und Jünger zu werden. Er vertraut, dass wir von IHM lernen und mitarbeiten, ?allen Völkern das Reich Gottes anzukünden und uns einzusetzen, dass es durch unseren konkreten Dienst in der Familie, in der Gemeinde, in der Arbeit, in Politik, Wirtschaft und Kultur Wirklichkeit wird.
Gottes Liebe ist in unserem Herzen, um die Erde zu verwandeln.

Schwester Karoline Mayer, Präsidentin Fundación Cristo Vive Europa, Santiago de Chile

Karoline Mayer gratuliert zum Jubiläum

„Seht, da ist der Mensch!" Eine fundamentale Aufforderung: Macht die Augen auf: Seht das Leiden jedes Menschen! Seht seine Seele, seine Würde.? Nicht ignorierend weg, nicht beschämt auf den Boden – sondern zugewandt in die Augen schauen. Und dann: handelt! Nicht für die Institutionen, sondern für den Menschen. Nicht für die Amtskirche oder die Regierung – sondern für die Minderheiten, die Armen, die Flüchtlinge. Für die Ausgegrenzten, Abgehängten, Verfolgten. Und zwar konkret. Da, wo wir sind.
Damit nicht immer mehr das menschliche Schicksal des gekreuzigten Jesus teilen müssen – jeden Tag, überall.
Eine stärkere Aufforderung gibt es nicht für uns Christinnen und Christen.

Sylvia Löhrmann, Nordrhein-westfälische Ministerin für Schule und Weiterbildung, Düsseldorf

Sylvia Löhrmann gratuliert zum Jubiläum

Der Appell des 100. Katholikentags "Seht, da ist der Mensch" passt hervorragend zum Motto unserer sächsischen Bildungspolitik: "Jeder zählt". Beide Aufrufe stellen den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt – das ist notwendig in unserer immer bunter werdenden Gesellschaft! Denn allzu verführerisch ist es, Menschen vorab in Kategorien wie leistungsstark, lernschwach, mit Behinderung, mit Migrationshintergrund, besondere soziale Herkunft oder ähnliches einzuteilen. Unsere Gesellschaft und unser Bildungssystem müssen sich daran messen lassen, wie sie mit Heterogenität umgehen und Chancengerechtigkeit sichern. Unser Ziel ist, allen die Teilhabe am gesellschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Leben zu ermöglichen. Jeder zählt! Wir werden beim Wort genommen!

Brunhild Kurth, Sächsische Staatsministerin für Kultus, Dresden

Brunhild Kurth gratuliert zum Jubiläum

„Ecce homo!“ So staunte Pilatus im Angesicht Jesu. Und für uns Christen bedeutet es, dass aus Liebe zu uns Gott in Jesus Mensch geworden ist. Es ist aber auch ein Aufruf: Schaut auf diejenigen, die in ihrer Not zu uns kommen. Über eine Million Flüchtlinge haben bei uns im letzten Jahr Zuflucht und Schutz gesucht; das fordert unsere Gesellschaft bis an die Grenzen. Und trotzdem: Angesichts der vielen Flüchtlinge und der großen Probleme dürfen wir nicht das individuelle Schicksal übersehen. Jeder einzelne verdient Respekt und Mitgefühl. Widerstehen wir also gemeinsam den pauschalen Diffamierungen, den Gerüchten und der Verrohung in Denken und Sprache!

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stuttgart

Seht, da ist der Mensch. Das heißt: nicht die Augen zumachen vor der Not und dem Leid in unserer Welt. Das heißt aber auch: genau hinsehen: Den Menschen, der vor mir steht, in seiner Ganzheit erkennen. Mit seinem Leid und seiner Schutzlosigkeit. Aber auch mit seiner Kraft, seinen Fähigkeiten, seiner Hoffnung, seiner Würde und nicht zuletzt dem Göttlichen, das in uns allen leuchtet. Seht, da ist der Mensch, das heißt: sich nicht abfinden mit dem scheinbar Ausweglosen. Nicht verzweifeln an der Wirklichkeit. Sondern da, wo Menschen leiden, tatkräftig dagegen eintreten. Gemeinsam mit anderen Menschen – und in der Hoffnung auf Gott.

Annegret Kramp-Karrenbauer MdL, Ministerpräsidentin des Saarlandes, Saarbrücken

Annegret Kramp-Karrenbauer gratuliert zum Jubiläum

Man sieht oft etwas hundertmal, tausendmal,
ehe man es zum allererstenmal wirklich sieht.

Christian Morgenstern

Tatsächlich, es ist eine Kunst: zu sehen.
Viele übersehen Vieles und sehen nicht in die Tiefe, für sie ist das oberflächlich Sichtbare alles und manche sind deshalb auch schnell mit ihrem Bild vom Menschen fertig. Doch der Mensch bleibt immer ein Geheimnis, nichts letztlich zu Begreifendes. Gerade deshalb werden wir den Menschen nur sehen lernen mit Hochachtung und Ehrfurcht vor seiner Größe, seiner Einmaligkeit und seiner Würde: „Seht, da ist der Mensch!“ (Joh. 19,5)
In keinem Menschen wurde Gott uns so offenbar, so sichtbar, wie in Jesus Christus. 

Dr. Heiner Koch, Erzbischof von Berlin

Heiner Koch gratuliert zum Jubiläum

„Seht, da ist der Mensch.“ Ein Zitat aus der Bibel, das religiöse und weltliche Vorstellungen zusammenbringt. Für mich ist es mehr als ein Zitat. Es ist eine Wertvorstellung, die Grundlage für alles Weitere ist: denken, handeln, fühlen. Der Mensch ist es, um den wir uns kümmern. Der Mensch ist es, der unser Leben bestimmt. Der Mensch ist es deshalb, der auch im Mittelpunkt aller politischen Entscheidungen stehen muss.
Der Katholikentag schafft es durch dieses Motto, Wertvorstellungen und Moral weit über die eigene Religion zu transportieren. Der Katholikentag verbindet alle Menschen in ihrem Menschsein. Wir freuen uns in Sachsen darauf, Menschen aus aller Welt willkommen zu heißen.

Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Dresden

Barbara Klepsch gratuliert zum Jubiläum

„Seht, da ist der Mensch.“ Dieser Ausspruch von Pilatus und zugleich Leitwort des 100. Deutschen Katholikentages appelliert an jeden Einzelnen, sich mit den Gefühlen und Gedanken, den Sorgen und Nöten unserer Mitmenschen auseinanderzusetzen und Menschlichkeit sowie Nächstenliebe zu zeigen. Dies setzt voraus, dass wir nicht nur uns selbst sehen, sondern neben uns schauen und auch die Schwachen und Hilfsbedürftigen in den Blick nehmen, da gerade diese häufig stumm bleiben oder nur mit sehr leiser Stimme sprechen. Auch in der Politik geht es darum, genau hinzuschauen, um die gesellschaftlichen Herausforderungen, vor denen wir stehen, zu meistern und das Gemeinwohl zu fördern. 

Dr. Fritz Jaeckel, Staatsminister und Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Dresden

Fritz Jaeckel gratuliert zum Jubiläum

Als Pilatus sagte: „Seht, da ist der Mensch“, erkannte er in Jesus den Menschen schlechthin. Jeder Mensch hat vor Gott seinen Wert, jeder Mensch hat seine Würde, egal woher er kommt, wie er aussieht, wie alt, arm oder „böse“ er ist. Menschen sind verletzliche, mitfühlende Wesen, intelligent, fehlerbehaftet und liebenswert. Gott liebt uns, er liebt die ganze Schöpfung, und er verzeiht uns Menschen, dass wir versuchen, Macht zu erreichen wie Gott, statt das Göttliche in jedem Menschen zu sehen und uns gegenseitig zu respektieren. Gott sieht mich! Gott sei Dank.

Eddi Hüneke, Sänger der Gruppe Wise Guys und Autor, Köln

Die Wise Guys gratulieren zum Jubiläum

„Seht, da ist der Mensch“ – beispielsweise in Leipzig. Immer wieder begegnen mir Leipzigerinnen und Leipziger, die erzählen, dass der Kirchentag im Mai nach Leipzig käme. Wenn ich zurückfrage, gibt es oft einen überraschten Blick und dann eine Reaktion wie: Ach ja, bei euch Christen gibt es ja viele Unterschiede. Aber „verkehrt“ ist das doch nicht?  
Natürlich ist es nicht falsch! Besonders aus der Perspektive der Nichtchristen in unserer Stadt. Sie einzuladen und mit ihnen das Gespräch zu suchen, ist gegenwärtig so wichtig wie wohl lange nicht in unserem Land. Dazu wünsche ich Gottes Segen für alle Gäste und unsere Stadt.

Martin Henker, Superintendent, Leipzig

Martin Henker gratuliert zum Jubiläum

One world, now!  
Die Fortschritte der Wissenschaft erlauben die Lösung von Problemen, die vor wenigen Jahrzehnten menschheitsbedrohend waren. Wir Ärzte können Leiden lindern, die unsere Vorfahren schmerzhaft ertragen mussten. Die Voraussetzungen für ein Leben in Würde waren nie besser. Aber noch immer steht dem wachsenden Reichtum weniger die große Armut vieler gegenüber.?Kriege, Hungersnöte, unzureichende medizinische Versorgung bedrohen die Welt. Anschwellende Flüchtlingsströme weltweit sind eine der Folgen. An Möglichkeiten, dem zu begegnen, fehlte es nicht - nicht an den materiellen noch den geistigen. Höchste Zeit, sich auf das Wesentliche zu besinnen: auf ein menschenwürdiges Leben aller in dieser einen Welt.

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, Arzt und Autor, Bochum

Dietrich Grönemeyer gratuliert zum Jubiläum

„Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“ (1 Sam 16,7) Wie oft lassen wir uns von dem ablenken, was wir an Äußerlichkeiten erblicken. Schnell erwischt man sich dabei, Menschen in bestimmte Muster stecken zu wollen. Wir müssen darauf achten, dass uns die Unterschiede nicht wichtiger werden als die Gemeinsamkeiten. Gerade heute ist es wichtig, dass wir uns nicht von Angst und Missgunst verleiten lassen, sondern Zusammenhalt und Solidarität leben.

Sebastian Gemkow, sächsischer Staatsminister der Justiz, Dresden

Sebastian Gemkow gratuliert zum Jubiläum

Wir sehen, wie viele Jugendliche, die von allen Kontinenten auf unseren Hügel von Taizé kommen, nach Sinn und Orientierung suchen. Und wir staunen immer wieder über ihre Kreativität. Als Antwort möchten wir nicht nur durch Worte, sondern vor allem durch unser Leben auf Christus verweisen und sagen: „Seht, da ist der Mensch, dem ihr nachfolgen könnt und in dem euer Menschsein einen Sinn bekommt. Ihr könnt ihm im Gebet begegnen, und ihr erkennt sein Gesicht auch in einem Armen, in einem Kind, das leidet, in einem Menschen, der sein Alter in Einsamkeit verbringt oder der fern seiner Heimat leben muss …“ 

Frère Alois, Prior der Gemeinschaft von Taizé, Frankreich

Frère Alois gratuliert zum Jubiläum

Eigentlich möchte ich anstatt „Siehe, da ist der Mensch“ angesichts des Flüchtlingsdramas an den Grenzen und innerhalb Europas „Seht, da sind die Menschen“ sagen. Das ist Aufforderung an uns alle, unsere Herzen zu öffnen und nicht die Augen davor zu verschließen, warum Menschen ihre Heimat verlassen. Vor Krieg und Elend geflohen, suchen sie ein Leben in Frieden. Und es ist eine Aufforderung zur Nächstenliebe. Wer diese Menschen sieht, wird bei aller Diskussion darüber, wer hier bleiben kann und wer nicht, erstmal nicht anders können, als ihnen zu helfen. Tausende tun das jeden Tag und dafür gebührt ihnen unser Dank.

Martin Dulig, sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Dresden

Martin Dulig gratuliert zum Jubiläum

In diesem Jahr steht das biblische Wort „Seht, da ist der Mensch“ als Leitwort über dem großen Jubiläums-Katholikentag. Dieser Ausspruch passt sehr gut in unsere heutige Zeit. Wir alle erleben in diesen Tagen, dass sehr viele Menschen vor Krieg und Verfolgung zu uns flüchten. Sich um diese Menschen zu kümmern, ist eine zutiefst menschliche Verpflichtung. Dieses Leitwort ist für mich ein aktueller Aufruf, uns für jeden Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, sozialem Status oder Geschlecht einzusetzen.

Ich freue mich, wenn sich viele Menschen zum Katholikentag einladen lassen, mitfeiern, mitdiskutieren und das Leitwort weit über die Tage in Leipzig hinausstrahlen lassen.

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Mainz

Malu Dreyer gratuliert zum Jubiläum

Wo zwei oder drei versammelt sind, passiert schon was. Und wenn es viele Tausend werden? Mehr Menschen würden sich für die Botschaft des Erlösers interessieren, wenn diejenigen, die ihn bekennen, auch ein bisschen erlöster gucken würden. Auf dem Katholikentag kann man heitere, neugierige, freie, engagierte und suchende Menschen treffen, die in diesem Leben und diesem Land hin- und nicht wegschauen wollen. Als Arzt rate ich Ihnen: Lassen Sie sich davon anstecken! Nix wie hin und mitfeiern. Und das sag ich als Protestant. Denn 2017 wollen wir ja zusammen feiern! Es gibt ein paar Dinge, die sind Gott wichtig. Religion gehört nicht dazu ;-)

Dr. Eckart von Hirschhausen, Arzt und Kabarettist

Eckart von Hirschhausen gratuliert zum Jubiläum

"Seht, da ist der Mensch!" (Joh 19,5) Der Mensch, ohnmächtig und ausgeliefert. Der von Gott sehr gut erschaffene Mensch. Der Mensch, wenig geringer als Gott. Der Mensch, der Jesus verleugnet und verrät.
Diesem Menschen ist Gott Mensch geworden. Damit wir sehen können, wie er uns sieht. Durch seinen Blick leben wir. Sein Blick öffnet die Augen für die Menschen um uns, denen wir begegnen und die wir mit Gottes Augen sehen.
Diesen Bogen vom 100. Katholikentag nehmen wir auf beim 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg im Mai 2017 mit der Losung: "Du siehst mich" (1 Mose 16,13).

Dr. Christina Aus der Au Heymann, Theologin und Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Basel

Christina Aus der Au gratuliert zum Jubiläum

Gott sieht uns an. Liebevoll, gnädig und hoffend auf das Beste. Das ist nichts weniger als ein Gottesgeschenk! Er sieht uns so, wie er uns gemacht und gemeint hat. Er sieht, wo wir sind und wohin wir, über uns selbst hinaus, wachsen können. Wachsen in Richtung Gott. – Mit diesem hoffnungsvollen Blick Gottes zu sehen, wünsche auch ich mir täglich neu: Die Menschen, die er mir mit auf und in den Weg stellt. Unsere Welt. Und sogar mich selbst. Ja, ich bin ein Mensch mit allem, was dazu gehört. Geliebt, begabt und begnadigt. Und du, du bist es auch ...

Judy Bailey, Musikerin, Alpen

Judy Bailey gratuliert zum Jubiläum

Da ist ein Mensch, der vor Bomben flieht.
Da ist ein Mensch, der sein Heim zurücklässt.
Da ist ein Mensch, der zittert im Boot übers Mittelmeer.
Da ist ein Mensch, der weiter will – zu Fuß, im Zug, im Bus.
Da ist ein Mensch, der an einer Grenze abgewiesen wird.
Da ist ein Mensch, auf den sich Wasserwerfer richten.
Da ist ein Mensch, der sein Baby in der Kälte schützt.
Da ist ein Mensch, der nicht mehr weiter kann.
Da ist ein Mensch, der eine Decke überwirft.
Da ist ein Mensch, der das erste Willkommen sagt.
Da sind wir. Oder?

Dr. Peter Frey, ZDF-Chefredakteur

Peter Frey gratuliert zum Jubiläum

Der Mensch erlebt
Armut, Bedrängnis, Chaos, Dürre, Elend,
Flucht, Gedränge, Hass, Irrsinn, Jammer,
Krieg, Leid, Misere, Not, Opfer, Panik,
Qualen, Rassismus, Sterben, Terror, Unmut,
Vandalismus, Wirren, Xenophobie, Yin,  Yang und  Zorn.

Immer, überall  – und ohne wenn und aber?
Oder lässt sich das Leben drehen –
über Glaube, Liebe, Hoffnung – und der Mensch erlebt
Aufnahme, Bildung, Christen, Demut, Erfüllung,
Frieden, Glück, Hilfe, Ideen, Jubel,
Kirche, Liebe, Muslime, Nachbarschaft, Optimismus,  Pluralismus,
Qualität, Ruhe, Sensibilität, Tugenden, Übermut,
Verzeihen, Wohlfahrt, xyz.
Es gilt die gute Nachricht zu suchen –
das Leben zu drehen,  sich zu öffnen, dem Menschen,
dem Nächsten,  der Gesellschaft, der Welt.

Gundula Gause, Co-Moderatorin im ZDF-"heute journal", Mainz

Das Jahr 1989, der schönste Ernstfall der Geschichte, in dem sich die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts ineinanderschoben. Millionen Menschen waren dem Äußersten, ja Unertragbaren ausgesetzt und selbst die, die ihr Leben außerhalb extremer Gewalt lebten, standen unter ihrem Signum. So kollektiv diese Erfahrungen auch waren, so einsam mussten sie durchlebt werden. Das heißt, ein riesiger Erfahrungsstrom fließt jede Sekunde durch uns, unbezeugt und ohne Sprache. Was für ein Reichtum, was für eine Energie! Was aber, wenn dieser namenlose Thesaurus, der sich uns eingeschrieben hat, Einspruch erhöbe und die Erfahrungen tatsächlich etwas Unüberlaufbares würden? Was für eine Welt ergäbe das?

Ines Geipel, Schriftstellerin und Professorin, Berlin

Ines Geipel gratuliert zum Jubiläum

Voller Spott ist Pontius Pilatus als er der Menge zuruft: „Seht, da ist der Mensch“ (Joh 19,5). So armselig ist euer Gott, zerschunden und mit Dornenkrone. Kaum zu glauben, aber genau darin liegt Gottes größte Zusage: Ich bin mit euch, auf dem gesamten Weg bis zuletzt, im Lachen und im Weinen, im Wunder und in der Verzweiflung. Und so ist es an uns, zu handeln in Gottes Auftrag, Not zu wenden und Alternativloses zu hinterfragen, Politik zu machen, die sich am Menschen orientiert, am schwachen und heimatlosen nicht zuletzt.

Katrin Göring-Eckardt MdB, Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Berlin

Katrin Göring-Eckardt gratuliert zum Jubiläum

Das Wort des Pilatus erinnert mich daran, dass ich in jedem Menschen einen Sohn oder eine Tochter Gottes erkenne, auch in dem geschundenen Menschen, in jedem verletzten Menschen und in jedem Flüchtling. In jedem Menschen ist eine göttliche Würde. Und in jedem Menschen begegne ich letztlich Christus, dem menschgewordenen Gott. Der Glaube an Gott muss sich ausdrücken im Glauben an den Menschen, an den guten Kern, an den göttlichen Funken, der in jedem ist. Dieser Glaube verwandelt unser Miteinander. Er ist wie ein Sauerteig der Hoffnung für unsere Gesellschaft.

P. Anselm Grün, Benediktinerpater und Autor

Anselm Grün gratuliert zum Jubiläum

Auch wenn wir zweifeln, hat sich die Frage nach Gott nicht erledigt. Gott ist Hoffnung. Es ist die Hoffnung, dass es irgendwo jemanden gibt, der tröstet und der sich erbarmt. Und es ist die Hoffnung auf den Menschen selbst. Auf seine Fähigkeit, selbst gut zu sein. Dem Nächsten die Hand zu reichen. In dem anderen sich selbst zu erkennen. Es ist die Hoffnung, dass unter uns Menschen nicht die Tragödie das letzte Wort hat, nicht die Gewalt triumphiert. Sondern Barmherzigkeit, Mitgefühl, Empathie.100 Mal Katholikentag, das sind 100 Mal gelebter Glaube, engagierte Diskussionen, wertvolle Momente und tiefe Besinnung. Ich gratuliere herzlich.

Dr. Barbara Hendricks MdB, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Berlin

Barbara Hendricks gratuliert zum Jubiläum

Der Mensch soll und wird im Zentrum des Katholikentages stehen, und damit auch das Menschliche. Mehr Menschlichkeit steht uns allen gut zu Gesicht vor dem Hintergrund der Flüchtlingstragödie, deren Zeugen wir sind. Aber schauen wir vom letzten Wort des Leitmotivs auf das erste: „Seht“ - wie oft sehen wir nicht, weil wir nicht wollen. Weil uns der Blick verstellt ist, weil wir uns die Zeit für das Detail nicht nehmen. Hinschauen ist der erste Schritt zum Verständnis, zur Toleranz. Nur wer sieht, kann erkennen.

Burkhard Jung, Oberbürgermeisterder Stadt Leipzig

Burkhard Jung gratuliert zum Jubiläum

Gott sieht besonders auf diejenigen, die Leid tragen und denen Unrecht widerfährt. Gott schaut auf die, bei denen alle am liebsten wegsehen möchten. Seht hin: Hier seht ihr mich! Den Gott, der den Weg des verletzlichen und verletzbaren Menschen geht – und mit allen Verletzten und Gedemütigten geht.
Seht hin, steht ihnen bei. Das ist möglich, weil wir von Gott gesehen werden. „Du siehst mich …“ lautet das Motto des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2017 in Berlin und Wittenberg. Seht hin – ihr werdet gesehen und ihr könnt diejenigen sehen, deren Würde angegriffen wird. Gott und Mensch – Sehen und Gesehen-werden gehören eng zusammen.

Ilse Junkermann, Landesbischöfin der Ev. Kirche in Mitteldeutschland, Magdeburg

Ilse Junkermann gratuliert zum Jubiläum

„Seht, da ist der Mensch“. Oder auch: „Seht, welch ein Mensch!“ (Joh. 19,5) So zeigt Pilatus den gefolterten Jesus von Nazareth der tobenden Menge. Er selbst scheint unsicher, was er tun soll. Ein gutes Leitwort für den 100. Katholikentag. Denn zum einen wird verwiesen auf Jesus Christus, Gottes Sohn wie wir Christinnen und Christen gemeinsam glauben. Zum anderen ist Jesus wahrer Mensch, der auf jeden Menschen in Not weist. Ganz aktuell ist die Solidarität mit denen, die Leid tragen, mit den Verfolgten und denen, die an den Rand gedrängt werden, uns aus Glauben aufgetragen als ökumenische Aufgabe des praktischen Christentums.

Prof. Dr. Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017, Berlin

Margot Käßmann gratuliert zum Jubiläum

„Seht, da ist der Mensch“ - Was wäre passender als an diesem 100. Katholikentag den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen? Denn nichts anderes ist Gott geworden, um uns Menschen nahe zu sein. Dieser Kern unseres Glaubens hat immer auch eine aktuell politische und ethische Dimension. Wie können wir das Menschsein heute gestalten? Wie sieht eine Gesellschaft aus, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt? Wie können wir als Christen in Erinnerung rufen, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist? „Seht, da ist der Mensch“  - das ist Zuspruch, Anspruch und eine lebenslange Aufgabe, der sich die Caritas besonders verschrieben hat.

Prälat Dr. Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes

Peter Neher gratuliert zum Jubiläum

Das mache ich gerne, wenn ich mal Zeit habe: Leute gucken, etwa im Cafe in der Fußgängerzone: Die blondierte Mutter mit kleiner Prinzessin-Tochter an der Hand;  die zwei Jungs, frisch aus dem Fitness-Studio; der Obdachlose im viel zu großen Jackett aus besseren Tagen;  das laut streitende ältere Paar; die vier jungen Männer aus Eritrea.
Seht, da ist der Mensch! Jeder anders. Von Gott geliebt, sagt die Bibel - vom Leben oft nicht, denke ich beim Zusehen.  
Gott, lass uns einander mit deinen Augen sehen. Und die Welt so gestalten, dass wir sichtbar werden als Töchter und Söhne in deinem Reich. 

Verena Maria Kitz, Theologin und bis Anfang 2016 Wort zum Sonntag-Sprecherin, Hofheim/Taunus

Verena Maria Kitz gratuliert zum Jubiläum

Der hilflose Gelähmte in Jerusalem
Wer kann ihn zum Teich tragen?
Das Heil so nah
Er klagt
Er klagt an
Ich habe keinen Menschen


Der hilflose Mensch hier neben mir.
Wer kann ihm beistehen?
Das Heil so nah
Er klagt
Er klagt immer noch an
Ich habe keinen Menschen

Das Heil so nah:
Siehe der Mensch

Metropolit Augoustinos, Griech.-Orth Metropolie von Deutschland, Bonn

Metropolit Augoustinos gratuliert zum Jubiläum

Die Würde des Menschen ist unantastbar. So steht es im ersten Artikel unseres Grundgesetzes. Das bedeutet nicht weniger, als dass der Mensch das Maß für gesellschaftliches und staatliches Handelns  ist und sein muss. Vor dem Hintergrund der vielen Menschen, die aktuell vor Krieg, Gewalt und Terror zu uns fliehen, ist dieser Grundwert unseres Zusammenlebens wichtiger denn je. Wir müssen uns unserer humanitären Verantwortung stellen, indem wir für eine gute Aufnahme und Integration sorgen. Dabei müssen wir alle Menschen in unserer Gesellschaft mitnehmen. Das geht nur, indem wir die Dinge stark machen, die Flüchtlingen und Einheimischen gleichermaßen zu Gute kommen.

Dr. Katarina Barley, SPD-Generalsekretärin, Berlin

Katarina Barley gratuliert zum Jubiläum

Selten zeigt es sich so sehr wie in diesen Tagen, dass die Herkunft eines Menschen oft zum einzigen Kriterium für seine Teilhabe in unserer Gesellschaft gemacht wird. Der Mensch ist jedoch mehr als Staatsangehöriger, Zugehöriger einer Religion, eines bestimmten Landes - gerade in unserer heutigen, globalisierten Welt verschwimmen Identitäten und biografische Grenzen über Länder und Kontinente hinweg. Würde, Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichheit sind dabei die wichtigsten Rechte jeder Frau und jedes Mannes. Unterschiedliche kulturelle und religiöse Hintergründe der Menschen bereichern unsere Gesellschaft – vorausgesetzt, wir alle halten uns verbindlich an die Regeln unseres Zusammenlebens, unser bewährtes Grundgesetz.

Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, Berlin

Cem Özdemir gratuliert zum Jubiläum

Seht, da ist der Mensch – mache die Augen auf. Nimm wahr, wer vor dir steht. Schau in die Augen und entdecke Wunderbares. Schau nicht auf Kleidung, Status, Hautfarbe, Religion. Nimm den Menschen wahr als Geschöpf Gottes, wie du. Und liebe ihn und dich.
Seht, da ist der Mensch – er ist nicht irgendwo, sondern hier. Dein Nächster. Er IST, genau wie du. Verstehe, was das bedeutet.
Seht, da ist der Mensch – wir sind so kreative, besondere und liebenswerte Kreaturen. Begabt zur Entwicklung, fähig zur Liebe, aufgerufen zur Mitwirkung in der Welt. Verantwortlich vor uns selbst und vor Gott. Menschen – alle zusammen.

Schwester Jordana Schmidt OP, Dominikanerin und Erziehungsleiterin im Bethanien Kinderdorf, Schwalmtal

Jordana Schmidt gratuliert zum Jubiläum

Das Leitwort „Seht, da ist der Mensch“ erinnert daran, dass wir es immer mit Menschen zu tun haben – im Guten wie im Schlechten, in der Familie, der Partnerschaft, der Schule, der Arbeit, der Politik, der Kunst, der Wissenschaft, der Wirtschaft, im Krieg, im Terror, in der Liebe, im Hass. Als Menschen tragen wir Verantwortung für unser Verhalten, für den Umgang mit unserem Gegenüber und für unsere Gesellschaft. Ein respektvolles und friedliches Miteinander funktioniert und trägt nur, wenn die Würde jedes Einzelnen stets unantastbar ist und sich jeder jederzeit bewusst ist, dass wir alle Menschen sind und aufeinander Acht geben müssen.

Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Charlotte Knobloch gratuliert zum Jubiläum

Was für Worte haben wir Deutsche für die Flüchtlinge gefunden: Flüchtlingsstrom, Flüchtlingswelle, Flüchtlingslawine gar. Als kämen sie wie eine Plage über uns. Dabei sind es Menschen, wie Du und ich. Jeder mit einer eigenen Geschichte, eigenem Schicksal, eigenem Leid. Warum fällt es uns so schwer, diese Menschen zu unterstützen? Ihnen eine „Herberge“ zu geben in ihrer Not. Sind wir nicht auch alle mitverantwortlich für die Kriege im Nahen Osten? Für die Hungersnöte in Afrika? Sicher, das fordert unsere Zivilgesellschaft heraus. Aber nie ist es einer Generation in diesem Lande besser gegangen. Wer soll das denn sonst schaffen – wenn nicht wir?

Maria Freifrau von Welser, Publizistin und TV-Journalistin, Hamburg

Maria Freifrau von Welser gratuliert zum Jubiläum

Der 100. Katholikentag – ausgerechnet in Leipzig!? Die Stadt ist nun wahrlich keine Hochburg von Katholiken, ja die Christen insgesamt sind in der Minderheit. Kein Grund zu kneifen, im Gegenteil. Auch für Leipzig gilt, was für Deutschland und Europa gilt: Christentum und Aufklärung, beide miteinander und manchmal auch gegeneinander, sind prägende Kräfte unserer Geschichte und unserer Gegenwart. Auf diesem Grund sollten wir miteinander reden: über den Menschen, was er ist und sein soll, über Menschlichkeit heute, über unsere Ängste und über unsere Hoffnungen, über unsere humanen Pflichten und über unsere Gemeinsamkeiten – als Christen und Nichtchristen.
Das ist der Sinn eines Katholikentages.

Dr. Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D., Berlin

Das ist ein schönes Motto für den Jubiläums-Katholikentag. Es rückt, ganz unaufdringlich und nebenbei, die Dinge an ihre richtige Stelle. Und nimmt die Menschen, ihre Bedürfnisse und Beziehungen untereinander, in den Blick. Mir geht es manchmal auf meinen Reisen so. Da komme ich in ein Land in einer Konfliktregion. Ich habe vorher viel gehört und gelesen, ich kenne die politisch vertrackte Lage und weiß von der wirtschaftlichen Not. Dann aber treffe ich auf optimistische Studenten, mutige Anwältinnen, zuversichtliche Eltern, und – hoffentlich! – auch ein paar verantwortungsvolle Politiker. Dann schöpfe ich Hoffnung: Die Zukunft ist offen. Wir können sie verändern – am besten gemeinsam.

Dr. Frank-Walter Steinmeier, Bundesaußenminister, Berlin

Frank-Walter Steinmeier gratuliert zum Jubiläum

Durch meinen Beruf bin ich gewohnt, mit Worten und Betonungen umzugehen. Welch unterschiedliche Bedeutung und Gefühle dieser Satz, allein durch Betonung auslösen kann, möchte ich hier veranschaulichen.

Seht, da ist der Mensch.
Erfüllung des lang Erwarteten, Hoffnung oder auch Angst.

Seht, da ist der Mensch.
Erfolgreiches Auffinden des lang Vermissten.

Seht, da ist der Mensch.
Der, der uns so viel Leid oder Freude gebracht hat.

Seht, da ist der Mensch.
Anfassbar, ansprechbar, gefährlich, geliebt, kein Tier, einer von uns. Hilf uns, sei für uns da.

Wir haben die Wahl der Auslegung. Es liegt an Deiner Entscheidung, was Du daraus machst.

Jutta Speidel, Schauspielerin, München

Jutta Speidel gratuliert zum Jubiläum

Als evangelischer Christ bin ich natürlich viel öfter auf Evangelischen Kirchentagen gewesen, vor allem singend mit meinen Liedern. Mein ökumenisches Herz aber freut sich an so vielem, was sich in der katholischen Kirche regt und bewegt. Ich beglückwünsche meine “Glaubensgeschwister“ zum 100. Katholikentag und erwarte wichtige Impulse von diesem Treffen engagierter Christen.
Wenn ich – ganz unevangelisch – einen Heiligen verehre, so ist es Franziskus, dessen Hingabe, Liebe, Demut vor allem Lebendigen und seine Lebenspoesie bis in die Gegenwart strahlt. Dass der jetzige Papst ihm nachfolgt und alle Christen an den Ursprung unseres Glaubens erinnert und mahnt, freut mich von Herzen.

Gerhard Schöne, Liedermacher, Dresden

Das Motto „Seht, da ist der Mensch“ passt gut zu Leipzig, weil Leipzig bis vor kurzem als Armutshauptstadt Deutschlands galt. Inzwischen hat Leipzig die rote Laterne abgegeben. Wie schön sind gelungene Bauprojekte, alte ehrwürdige Passagen und die reich geschmückte City! Aber unter dem Glanz der frisch renovierten Stadt zeigt sich bei genauem Hinsehen immer noch Armut, Not und Bedürftigkeit. Die Christen machen mit ihrem Motto darauf aufmerksam, dass Menschen verschieden sind: manchmal schön, erfolgreich und stolz, aber auch  arm, marginalisiert und an den Rand gedrängt. Wie auch immer: vor und für Gott gelten gleiche Rechte, weil JEDE/R ein Mensch ist!

Schwester Susanne Schneider MC, Orientierung - Kontaktstelle der kath. Kirche in Leipzig

Susanne Schneider gratuliert zum Jubiläum

„Seht, da sind die Menschen“, die viel Leid ertragen müssen und sich unbeschreiblichen Gefahren aussetzen, um dem verbliebenen Hauch Hoffnung nachzugehen.  Der Glaube verpflichtet, in Verantwortung vor Gott für die Menschen in Not Sorge zu tragen, sie zu unterstützen und die inneren Kräfte zu stärken, auf dass ihr verlorener Lebensmut wiedererweckt werde. Die Katholikentage sind unter anderem bewusste Erinnerung an die sozialen und solidarischen Verpflichtungen. In einer fast 170jährigen Geschichte ist es der 100. Katholikentag, und damit stehen wir in besonderer Verantwortung zur praktischen Umsetzung dieser Verpflichtungen. Diese Jubiläumsfeier ist die Hoffnung auf eine Zukunft in Frieden und menschenwürdiges Leben. 

Hamideh Mohagheghi, islamische Theologin, Hannover

Seht, da ist der Mensch: Dieses Zitat aus dem Evangelium ist eine Aufforderung. Wir sollen nicht weg schauen, sondern den Menschen in die Augen schauen. Angstfrei und mutig. Schauen wir wirklich hin anstatt vorbei: in die Augen der Ausgegrenzten, in die Augen der Flüchtlinge, in die Augen der Benachteiligten, in die Augen des Nachbarn? Im Licht des Evangeliums sehen wir in dem Menschen, begegnen wir in dem Menschen, den wir anschauen, Christus. Er kommt uns in den Ausgegrenzten, Flüchtlingen, Benachteiligten, Nachbarn entgegen. So begreifen wir: Die Liebe Gottes schaut nicht weg, sie trifft den Menschen, den Sehenden, mitten ins Herz.

Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

In den vergangenen Monaten bin ich in meinem Amt sehr vielen Menschen begegnet. Auf der einen Seite waren es verzweifelte und ängstliche Menschen. Sie verließen ihre Heimat, waren auf der Flucht vor Gewalt und Zerstörung und sind schließlich hier bei uns angekommen. Wie nehmen wir diese Menschen auf? Ein Teil von uns ist ganz bei ihnen, engagiert sich, organisiert Hilfe und Unterstützung. Andere sind voller Angst, Hass und Wut und schrecken auch vor Angriffen nicht zurück. Menschen reagieren verschieden, abhängig von ihren Erfahrungen, von ihrer Lebenssituation. Ich wünsche mir, dass uns eine Rückbesinnung auf unseren gemeinsamen Ursprung gelingt: Wir sind alle Menschen.

Petra Köpping MdL, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Dresden

Petra Köpping gratuliert zum Jubiläum

Mit dem Wort „Seht, da ist der Mensch!“ stellt Pontius Pilatus den misshandelten und blutüberströmten Jesus mitten im Prozess öffentlich zur Schau, wie es leider auch heute noch bei vielen Folterungen, Schauprozessen und Hinrichtungen geschieht. Das „Kreuzige ihn“ des Pöbels gehört dazu. Das ist der Mensch – so übel kann man ihn zurichten! Dennoch bleibt auch der Geschundene ein Mensch mit seinem eigenen Namen und der ihm eigenen Würde. Er ist mitten in der Zerstörung seines Aussehens ein Mensch wie wir geblieben. So richtet dieses Bild alle Richter und Henker die so etwas tun, auch uns, wenn wir noch empfinden können.

Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz

Karl Lehmann gratuliert zum Jubiläum

„Seht, da ist der Mensch.“ Pontius Pilatus, der römische Statthalter in Jerusalem, hätte es wohl nicht für möglich gehalten, mit diesen wenigen Worten bis an das Ende der Zeit alle Blicke auf den leidenden Christus hinzulenken. Er wurde so unwillkürlich zum Mitwirkenden an der Heilsgeschichte. Davon zeugt bis heute auch das alle Christen in der Welt verbindende Credo. Darin bekennen wir uns zum leidenden Menschen, auch in der Gegenwart. Wir sind zur Mitmenschlichkeit verpflichtet, wir sind zum freimütigen Bekenntnis aufgerufen und wir stehen in der Verantwortung für unser Gemeinwesen. Dies vor allem erwarte ich vom 100. Deutschen Katholikentag in Leipzig.

Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Magdeburg

„Seht – da ist der Mensch!“ Das Leitwort des 100. Katholikentages ist Zuruf und Aufruf zugleich. Ums Sehen geht es, wenn wir den Menschen im Blick behalten wollen. Jeden einzelnen Menschen. Egal, ob jung oder alt, krank oder gesund, hier geboren oder anderswo. Jeder Mensch ist Gottes Geschöpf – in jedem spiegelt sich Gottes Antlitz wider, mal strahlend-schön, mal müde und erschöpft. Manchmal ganz vertraut, manchmal verstörend fremd. Aber es ist immer Gottes Antlitz, das uns im Anderen begegnet.
Manchmal gerät das aus den Augen und aus dem Sinn. Deswegen rückt das Leitwort den Menschen ins Zentrum – damit wir ihn sehen können.

Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof von Bayern und Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, München

Heinrich Bedford-Strohm gratuliert zum Jubiläum

„Seht, da ist der Mensch". Dieses Leitwort des 100. Katholikentages heißt für uns Christinnen und Christen: Seht Gott im Menschen, seht Jesus in Euren Nächsten! "Ecce homo", dieses Wort aus dem Johannisevangelium ist für mich als Katholikin auch Richtschnur für meine Arbeit als Politikerin. Wenn wir in jedem Menschen Gott sehen, gibt ihm das Wert und Würde – ob er ohne Arbeit und Perspektive, ob er auf der Flucht oder in Not vor uns steht. Wenn wir den ganzen Menschen sehen, uns ihm vorbehaltlos zuwenden und Chancen geben, können wir erkennen, was in ihm steckt. Hinzusehen – das ist immer auch ein Aufeinander-Zugehen.

Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales

Die Menschen von Leipzig haben 1989 gezeigt, wie sie aus der Kraft des Glaubens friedlich die Welt verändert haben. Gleichwohl sind Gewalt und Terror nicht aus unserem Leben verbannt. Doch mit Gottes Zuspruch und seinem Anspruch an uns Menschen müssen wir keine Angst haben. "Seht, da ist der Mensch", "Ecce homo" - verweist uns auf das Leiden und Sterben Jesu Christi auch in unserem Leiden und Tod. Zugleich ist er es, der Leid und Tod überwunden hat.  "Habt Mut! Ich habe die Welt besiegt!" Diese gute Botschaft gibt uns frohe Gewissheit und einen geschärften Blick für unseren Nächsten wie uns selbst.

Christine Lieberknecht MdL, Ministerpräsidentin a.D.

Christine Lieberknecht gratuliert zum Jubiläum

Gott ist der Urgrund allen Lebens. Menschliche Existenz wollte er von Anfang an in Beziehung: Die liebende Zuwendung der Eltern zueinander lässt das Leben erwachen. Das Ungeborene braucht das fürsorgliche Ja seiner Mutter. Eltern und Kinder sind aufeinander verwiesen. Junge Menschen wachsen in eine vielfältig verwobene Gesellschaft hinein. Keiner kann ohne das Geben und Nehmen, ohne Miteinander sein. Wie wenig vermöchte der oder die Einzelne, wären da nicht die Vielen, die miteinander handeln. Nur in Gemeinschaft kann sich Menschsein entfalten. Nur in ihr wachsen Geborgenheit, Sicherheit, Liebe, Hoffnung und Halt für ein gelingendes Leben.

Rita Waschbüsch, Bundesvorsitzende von donum vitae und ehemalige Präsidentin des ZdK, Lebach

Rita Waschbüsch gratuliert zum Jubiläum

Wir Zisterzienserinnen begleiten den Katholikentag durch unser Gebet. Dabei tragen wir alle wichtigen Anliegen und jeden Menschen mit seiner ganz persönlichen Lebenssituation vor Gott. Dankbar erleben wir das Tragen unserer Berufung durch Gebete. Deshalb sind Zeiten des persönlichen Gebetes und Verweilens in der Stille wichtig, um das Erlebte zu reflektieren und vertrauensvoll auf das Wort Gottes zu hören.
Im Gebet dürfen wir ganz Mensch sein, unser Herz öffnen und "unserem Gott bis zu uns selbst entgegen gehen" (nach dem Heiligen Bernhard).
So verbindet das Gebet uns Christen und wird zu einer Kraftquelle für ein gelingendes Lebens- und Glaubenszeugnis.

Zisterzienserin des Klosterstifts St. Marienthal, Ostritz

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