Wer bezahlt den Katholikentag 2018 in Münster?

Der Katholikentag in Münster kostet 9,3 Millionen Euro. Das Geld dazu kommt aus verschiedenen Töpfen. Aus welchen hat Jens Joest von der Bistumszeitung "Kirche+Leben" einmal aufgelistet.

Der Katholikentag kommt nach Münster – und wer soll ihn bezahlen? Etwa 9,3 Millionen Euro kostet das Treffen. Die Kirche trägt gut zwei Drittel selbst: 3,6 Millionen Euro sind Einnahmen des Veranstalters, des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. 2,5 Millionen Euro sind kirchliche Zuschüsse. Insgesamt drei Millionen Euro kommen vom Bund, vom Land Nordrhein-Westfalen und von der Stadt Münster.

"Ein Katholikentag ist auch eine Form der Wirtschaftsförderung", sagt Katholikentags-Geschäftsführer Martin Stauch vor dem Hintergrund, dass der städtische Zuschuss in Münster umstritten war. Ein Vielfaches des Zuschusses fließe in die Stadt zurück. Stauch nennt Gründe: Kommunale Einrichtungen nehmen Geld ein, Aufträge gehen an lokale Unternehmen, die Stadt kann mit Mehreinnahmen etwa bei der Gewerbesteuer rechnen. Zudem konsumieren die Katholikentags-Besucher in Münster. Kaum zu beziffern ist der Werbewert der mehrtägigen bundesweiten Medien-Präsenz. Über den Zuschuss der Gastgeberstadt hat auch Leipzig vor dem Katholikentag 2016 gestritten. Im Auftrag des Stadtrats hat die Stadtverwaltung nach dem Treffen nachgerechnet: Sie nennt eine "Gesamtnettoeinnahme" von 7,2 Millionen Euro. Das Geld kam demnach der Stadt, ihren Unternehmen und lokalen Firmen wie Dienstleistern und Restaurants durch die Ausgaben von Teilnehmern und Mitwirkenden zugute. Die Leipziger Verwaltung folgert, der Zuschuss der Stadt – eine Million Euro – dürfe "als amortisiert betrachtet werden".

Neben allen Zuschüssen – ein großer Teil des Katholikentags-Etats sind Eigenmittel: Die Beiträge der Teilnehmer für Tages- und Dauerkarten sind die größte Einnahme des Veranstalters. Hinzu kommen Standgebühren kirchlicher Organisationen, die sich beim Katholikentag präsentieren. Zudem wird an einem Wochenende kurz vor dem Katholikentag in allen katholischen Gottesdiensten bundesweit um eine Spende für die Kosten gebeten. Macht 3,6 Millionen Euro Einnahmen des Veranstalters. Auch rechnet der Katholikentag mit Zuschüssen für einzelne Projekte. "Wenn wir zum Beispiel eine besondere Aktion zur Barrierefreiheit oder Nachhaltigkeit planen, könnte es Geld von Organisationen wie der Aktion Mensch oder der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geben", erläutert Stauch. 300.000 Euro solcher Projektmittel sind eingeplant.

Kirchliche Zuschüsse für Münster 2018 fließen aus zwei Töpfen: Eine Million Euro gibt der Zusammenschluss aller katholischen Bischöfe und Bistümer in Deutschland. Das Bistum Münster hat weitere 1,5 Millionen Euro bewilligt. Den Rest der Kosten trägt die öffentliche Hand. Das Bundesinnenministerium fördert den Katholikentag als Forum gesellschaftlicher Debatten mit 400.000 Euro. Das Land gibt 1,6 Millionen Euro. Der Stadtrat von Münster hat Sachzuschüsse bereits zugesagt, ihre genaue Höhe soll im Lauf dieses Jahres beschlossen werden. Grundlage ist eine Vorlage der Stadtverwaltung mit einem Katalog, der 982.000 Euro umfasst. Enthalten ist unter anderem die Nutzung der Halle Münsterland, ein Kombi-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr für Katholikentags-Besucher, die Nutzung städtischer Räume wie Volkshochschule und Theater sowie Reinigungs- und Energiekosten für städtische Schulen, die unter anderem als Gemeinschaftsquartiere dienen. "Wir sind im engen Austausch und in guten Gesprächen mit der Stadtverwaltung", berichtet Katholikentags-Geschäftsführer Stauch über den Stand der Verhandlungen. "Wir arbeiten mit allen Beteiligten auf eine gute Lösung hin."

Text: Jens Joest (Bistumszeitung Kirche+Leben) Grafik: Adrian Szymanski

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