Göring-Eckhardt beim Geistlichen Themenabend in Münster

Bistum Münster

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Göring-Eckhardt beim Geistlichen Themenabend in Münster

Nachdem sich Katrin Göring-Eckardt, Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen mit Dompropst Kurt Schulte und Thomas Söding ausgetauscht hatte, gestaltete sie den ersten Abend der Reihe im St.-Paulus-Dom.

Ein "kluges Warten, das auch ein begeistertes Hoffen ist" – Das empfiehl Katrin Göring-Eckardt nicht nur als Rezept für die Fastenzeit. Sie sprach am 21. Februar im voll besetzten St.-Paulus-Dom in Münster zum Thema "Frieden in der Welt". Der Abend war der Auftakt der diesjährigen Geistlichen Themenabende, die in Münster immer in den Wochen vor Ostern im Dom stattfinden. Die engagierte evangelische Christin ging von der biblischen Erzählung von Noah, der Arche und der Sintflut aus.

Gott habe es angesichts von dessen Umgang mit der Schöpfung bereut, den Menschen erschaffen zu haben. Die – fast alles – vernichtende Sintflut sei die Konsequenz gewesen. "Doch trotzdem zeigt sich Gott wieder als Sorgender, der mitten in der Zerstörung Hoffnung macht", führte Göring-Eckardt aus. Dafür sei ein Mensch wie Noah nötig gewesen, "der gerecht ist, der hört und handelt, der sich nicht am Gelächter anderer stört, der Mut und Gelassenheit mitbringt". Sie betonte: "Auch heute braucht es Haltung, Hören und Handeln."

Als ebenso wichtig wertete sie eine weitere Eigenschaft Noahs: die Fähigkeit zu warten. "Er konnte hören und warten, hoffen und vertrauen", und das Monate lang. "Und ich dachte schon, Sondierungsgespräche seien lang, dabei hatten wir anders als Noah wenigstens einen Balkon", flocht die Bundestagsabgeordnete augenzwinkernd einen aktuellen politischen Bezug ein. Bei Noah allerdings sei es um kluges Warten gegangen, um geistvolles und weises Warten, das auf den richtigen Zeitpunkt abzielt.

Letztlich sei die Erzählung von Noah "der Versuch einer Erklärung, warum die Geschichte der Erde immer weitergeht", sagte die Referentin und nannte als Grund: "Wir können Gott immer wieder und immer weiter vertrauen." Nach der Sintflut habe Gott sein Wort gegeben, die Erde nicht zu vernichten. "Wenn die Schöpfung zugrunde geht, liegt es an unserer Gier und Blindheit", folgerte Göring-Eckardt. Wer darüber spotte, und sei es nur auf Twitter, habe Angst vor dieser Wahrheit.

Gott aber schließe trotz allem einen Bund mit den Menschen, die "sind wie sie sind, die aber auch gezeigt haben, dass sie handeln können." In allem Unheil gebe es den Zuspruch, dass Gott seine schützende Hand nicht abziehe: "Er schenkt uns Zuversicht und unserem Geist eine aufrechte Haltung, aber die Bewahrung der Schöpfung und die Befriedung der Welt müssen wir selbst in die Hand nehmen." Warten heiße eben nicht, die Hände in den Schoß zu legen. "Unsere Verantwortung ist das Leben und Wohl unserer Mitmenschen, über den Tag hinaus und auch am anderen Ende der Welt", unterstrich Göring-Eckardt.

Mit dem Psalmwort "Suche Frieden und jage ihm nach" schloss sie ihre Ausführungen und schlug zugleich den Bogen zum Katholikentags-Leitwort: "Suche Frieden: Das ist so einfach und gleichzeitig so schwer. Aber es ist das, was wir Menschen können: Frieden suchen."

Die Gesitlichen Themenabende im Dom stehen unter dem Titel "Zeit für Frieden…" und weisen damit auf den anstehenden Katholikentag hin. Dompropst Kurt Schulte und Prof. Dr. Thomas Söding, Professor für Neues Testament an der Universität Bochum, organisieren die Themenabende mit.

Weitere Termine

Insgesamt fünf Mal laden die Geistlichen Themenabende in den Wochen vor Ostern in den St.-Paulus-Dom nach Münster ein. Nach Göring-Eckard trägt beim zweiten Themenabend am 28. Februar Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer unter dem Motto "Frieden mit den Nachbarn" das biblische Buch Rut vor.

Am 7. März geht es um den "Frieden mit Gott". Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann wird dazu über das Evangelium der Versöhnung predigen.

Eine Woche später, am 14. März, spricht Dr. Ludger Schwienhorst-Schönberger, Professor für Alttestamentliche Bibelwissenschaft an der Universität Wien, vor dem Hintergrund der biblischen Literatur über "Frieden in der Seele".

"Frieden mit den Feinden" heißt es schließlich am 21. März. Das Blechbläserensemble "blechgewand(t)" musiziert die "Feuerwerksmusik" von Georg Friedrich Händel, Musik zum Friedensschluss.

Live-Übertragung im Internet und Eintritt frei

Alle Geistlichen Themenabende werden live im Internet übertragen: www.bistum-muenster.de, www.paulusdom.de, www.kirche-und-leben.de, www.katholisch.de und www.bibeltv.de/livestreams

Der Eintritt zu den Geistlichen Themenabenden ist frei. Der Erlös der Kollekte ist für das Projekt "Lazos de amistad – Bänder der Freundschaft" bestimmt. Der von jungen Christen gegründete Verein unterstützt junge Menschen aus sozial benachteiligten Familien in Kolumbien.

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