"Das lässt einen nicht los"

Rückblick auf das FSJ

Rückblick auf das FSJ

"Das lässt einen nicht los"

Ein Jahr voller spannender und unvergesslicher Momente geht jetzt für die vier jungen Frauen und Männer zu Ende, die in der Geschäftsstelle des Katholikentags ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ableisteten.

Jan-Niklas Lenkeit, Judith Kuhlmann, Gabriel Kreilkamp und Anika Heidrich (v.l.) hatten sich nach ihrer Schulzeit bewusst dazu entschieden, ihr FSJ mit der Organisation der Großveranstaltung zu verbringen – nicht gerade eine typische Tätigkeit für ein Soziales Jahr. Wir blicken mit ihnen zurück auf ihre Zeit beim Katholikentag.

Was ist Euer persönliches Fazit zum Katholikentag in Münster?

Gabriel: Ich bin total zufrieden, dass der Katholikentag so gut verlaufen ist. Es ist schön, dass man auch von außen so positive Resonanz bekommt. Auch für einen persönlich ist das ein gutes Feedback und eine Bestätigung für seine eigene Arbeit.

Anika: Ich bin auch sehr zufrieden mit allem. Es war echt spannend, die Großveranstaltung aus dieser Perspektive kennenzulernen. Es freut mich, dass der Katholikentag so gut bei den Leuten angekommen ist, dass nahezu alle Produkte aus dem Shop ausverkauft sind. Nach dem Hauptgottesdienst am Sonntag des Katholikentags sind viele Teilnehmende zu uns in den Shop gekommen und haben sich für die tollen Produkte und die Organisation bei uns bedankt. Das war ein schönes Erlebnis. Ich würde es auf jeden Fall nochmal wieder machen!

Wie habt Ihr den Katholikentag in Münster erlebt? Welche Aufgaben hattet Ihr in der Veranstaltungswoche? Und konntet Ihr privat Veranstaltungen besuchen?

Jan-Niklas: Es war entspannter, als ich gedacht hätte. Ich habe während des Katholikentags die Organisationsleitung in Sachen IT betreut und auch in der Stadt einige Veranstaltungsstätten und Büros mit IT versorgt, zum Beispiel das der Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich Planung und Technik. Außerdem war ich für die Bespielung der Info-Leinwände und -Bildschirme verantwortlich und war ansprechbar, wenn es irgendwo diesbezüglich Probleme gab. Ich konnte zwischendurch dann aber auch zum Beispiel die Kirchenmeile besuchen oder habe die Großgottesdienste im Live-Stream verfolgt. Die Veranstaltungen, die ich gerne besucht hätte, lagen leider meistens in meinen Schichten.

Judith: Ich hatte viele Telefondienste, auch nachts, und war Ansprechpartnerin für die Servicepunkte. Wenn irgendwo Helfende fehlten, bin ich auch mal an einen Servicepunkt gefahren und habe dort ausgeholfen. Abends hatte ich auch mal Zeit und konnte mir zum Beispiel die „Nacht der Lichter“ der Brüder von Taizé ansehen und beim Konzert der "Alten Bekannten" auf dem Schlossplatz kurz vorbeischauen. Am Sonntagmorgen war ich nach meiner Nachtschicht noch beim Hauptgottesdienst anstatt direkt ins Bett zu gehen.

Anika: Ich habe mich um die Shops gekümmert, habe Wechselgeld verteilt, die Einnahmen abgeholt. Ich war dabei, als wir wegen der hohen Nachfrage die ersten Shops schließen und die letzten Produkte auf die verbliebenen Verkaufsstellen verteilen mussten. Außerdem habe ich im Einkauf mitgeholfen. Da erinnere ich mich zum Beispiel daran, dass wir am Montagabend in der Katholikentagswoche noch neue Hussen für die Stehtische bei der Eröffnungsveranstaltung kaufen mussten, weil die alten die Fernsehkameras blendeten. 

Gabriel: Ich saß in der Organisationsleitung des Katholikentags und war dort für die Erfassung der Hallenfüllstände zuständig, damit wir reagieren konnten, wenn irgendwo Veranstaltungsräume drohten, sich zu überfüllen. In so einem wichtigen Gremium zu sitzen und die dortigen Entscheidungen hautnah mitzubekommen, war eine spannende Erfahrung. Wenn es um Füllstände ging, war meine Meinung gefragt. Abends konnte ich auch mal durch die Stadt streifen und die Stimmung aufsaugen. Am Freitagabend war ich bei "Wunder wirken Wunder" mit Dr. Eckart von Hirschhausen. Also man hatte durchaus die Möglichkeit, nicht nur fernab von allem in der Geschäftsstelle zu sitzen, sondern selbst etwas von der Atmosphäre mitzuerleben.

Wenn Ihr auf Eure Zeit beim Katholikentag zurückblickt: Was war Euer schönstes Erlebnis? 

Anika: Als ich zu Beginn der Veranstaltungswoche über den Prinzipalmarkt gelaufen bin und die Fahnen dort hängen sah. Ich hatte sie ja bestellt und ihre Aufhängung mitorganisiert – und dann zu sehen, dass alles geklappt hat, war schon ergreifend. 

Gabriel: Ich habe zwei Dinge, an die ich mich gerne erinnere: Einen Abend bin ich an der Martini-Kirche vorbeigegangen als dort die effata[!]-Band gespielt hat. Die Leute haben geklatscht, mitgesungen und fast schon getanzt. Diese Stimmung kann man als Beispiel für den gesamten Katholikentag sehen. Zum anderen ist mein persönliches Highlight, dass ich den Hauptgottesdienst am Sonntag hoch oben vom Gerüst am Turm der Überwasserkirche aus miterleben durfte. Auch wenn man nicht direkt vor Ort, hat man von dort oben alles mitbekommen und gehört und war irgendwie mit dabei. Das war ein Moment, den ich nicht vergessen werde.

Judith: Als am Tag vor der Eröffnung auf dem Domplatz die Band einige Lieder geprobt hat und schon ein paar Menschen mit dem Katholikentagsschal vor der Bühne standen, habe ich gemerkt, "Jetzt geht es richtig los". Das habe ich auch schon am Samstag vor dem Katholikentag gespürt, als ich die ersten Helfenden für die Servicepunkte schulen und die Menschen, die uns unterstützt haben, endlich persönlich kennenlernen durfte. Und nachher dann zu sehen, dass alles geklappt hat, ist einfach ein tolles Gefühl.

Jan-Niklas: Es gab so viele Sachen! Schön war immer, wenn man den Erfolg bei der eigenen Arbeit gesehen hat und zum Beispiel Aufgaben, die man vorher noch nicht hatte, erledigen konnte. Während des Katholikentags fand ich es beeindruckend, als ich gesehen habe, dass dort die Leinwand funktioniert. Das war mal ein Teil meiner Arbeit, der auch nach außen hin präsent war. Sonst habe ich ja viel im Hintergrund gearbeitet.

Auch für die nächsten Katholikentage und den Ökumenischen Kirchentag werden wieder FSJlerinnen und FSJler gesucht. Würdet Ihr so ein FSJ weiterempfehlen?

Judith, Gabriel, Jan-Niklas, Anika: "Auf jeden Fall!"

Judith: Es ist eine einmalige Chance und Erfahrung, eben kein typisches FSJ. Es kann einen selbst sehr weiterbringen. 

Gabriel: Man hat so viele Schnittstellen in die vielen Bereiche der Geschäftsstelle und bekommt ganz viel mit. Außerdem ist man kein Mitläufer, sondern darf selbst viel Verantwortung übernehmen und eigene Projekte betreuen.

Jan-Niklas: Auch, wenn es ein Büro-Job ist und so eben kein typisches soziales Jahr hat man neben alltäglichen Aufgaben auch die Vielseitigkeit, vor allem im Laufe der Vor- und Nachbereitung. Und auch das Betriebsklima in der Geschäftsstelle war sehr gut.

Anika: Schön fand ich, dass man als FSJlerin als vollwertige wichtige Mitarbeiterin angesehen wird und für Externe nicht nur als "die kleine FSJlerin" ist, sondern die Ansprechpartnerin und Zuständige in dem Bereich. 

Das Leitwort des Katholikentags war "Suche Frieden". Wie habt Ihr das Leitwort empfunden und habt Ihr beim Katholikentag Euren Frieden finden können?

Gabriel: Man hat den Frieden in der Arbeit gespürt, finde ich. In der Geschäftsstelle war das Miteinander nicht nur kollegial, sondern schon fast familiär. Auch die Zusammenarbeit mit den Behördenvertretenden war sehr freundlich und ja, "friedvoll".

Judith: Das habe ich auch erlebt. In allen Bereichen ging es friedlich zu. Man kann vielleicht sagen, dass alle mit dem Katholikentag ihren inneren Frieden gefunden haben, weil alles auch so gut funktioniert hat.

Jan-Niklas: Das Leitwort hat total zur aktuellen weltpolitischen Lage gepasst und einen guten inhaltlichen Impuls gesetzt. Ich habe beim Katholikentag so viele Erfahrungen machen dürfen und würde das Leitwort ausgehend von meiner Arbeit hier auch so interpretieren: "Suche Frieden und finde deinen eigenen Weg."

Wie geht es nun für Euch persönlich weiter? Und was hat Euer FSJ beim Katholikentag jeweils dazu beigetragen?

Judith: Es war eine super Erfahrung, bei so einer Großveranstaltung so viel mitorganisieren zu dürfen. Ich habe aber gemerkt, dass ich später gerne noch mehr Kontakt und Austausch mit Menschen haben und nicht nur am Schreibtisch arbeiten möchte – auch wenn ich hier viel telefoniert habe. Ich studiere ab September Grundschullehramt.

Jan-Niklas: Ich bleibe im IT-Bereich. Ich gehe zur Marine und werde dort eine Ausbildung machen. Verpflichtet habe ich mich für 15 Jahre.

Anika: Ich werde ab September Betriebswirtschaftslehre studieren. Früher dachte ich immer "auf keinen Fall BWL, das ist doch nur ein Modestudiengang". Aber jetzt weiß ich, dass es genau das ist, was ich machen möchte und was mich interessiert, nachdem ich beim Katholikentag Erfahrungen im Einkauf und Shop sammeln durfte.

Gabriel: Ich konnte über mich und für mich selbst immens viel lernen. Zum Beispiel treffe ich viel selbstbewusster Entscheidungen. Beruflich habe ich mich in meinen Aufgaben beim Katholikentag zwar nicht direkt wiedergefunden – ich werde jetzt nichts Organisatorisches oder im Bereich Management machen, sondern voraussichtlich ab September Lehramt studieren. Ich denke aber, ich werde weiter mit dem Katholikentag verbunden bleiben, ob als Ehrenamtlicher oder Assistenz bei der nächsten Durchführung. Katholikentag ist schon etwas, das lässt einen nicht los!

Das Interview führte Lena Höckerschmidt, Mitarbeiterin Online.

Zum Freiwilligendienst

Der Katholikentag arbeitete beim Freiwilligen Sozialen Jahr mit dem FSD im Bistum Münster, der Freiwilligendienste organisiert, zusammen. Wer gerne ein FSJ machen möchte und noch auf der Suche ist, bekommt unter www.fsd-muenster.de oder in den Sozialen Netzwerken, auch Facebook oder Instagram weitere Informationen und Kontakte.

Foto: Katholikentag / Thomas Arzner

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