"Der Friede ist das Beste aller Dinge"

Bistum Münster

Dieser Satz ist im Friedenssaal des Münster Rathauses zu lesen, als Erinnerung an den Schluss des Westfälischen Friedens 1648. Im Fastenhirtenwort greift Felix Genn, Bischof von Münster, dies auf.

Er blickt damit auf den 101. Deutschen Katholikentag vom 9. bis 13. Mai in Münster und dessen Leitwort "Suche Frieden". Die Menschen lebten in weiten Teilen der Welt nicht in Frieden, so Genn in dem Wort. Aber auch in Deutschland und Europa sei der Friede brüchig, und es gebe Terror und Gewalt: "Den Frieden zu suchen ist eine ständige Aufgabe, die freilich nicht nur den Verantwortlichen in der Politik gestellt ist, sondern jedem Einzelnen von uns."

Bischof Genn wirbt bei den Gläubigen dafür, im Zugehen auf den Katholikentag "Friedensverträge" abzuschließen. Schon im Mai letzten Jahres hatte das Bistum eingeladen, in der Vorbereitung des Katholikentags Friedensverträge zu gestalten. Der Bischof nennt drei Vorschläge für Friedensverträge: Möglich sei ein Vertrag mit Menschen, zu denen die Verbindung abgerissen sei oder die man sogar als Feinde ansehe. Vielleicht könne die Fastenzeit ein Anlass sein, unter solche Auseinandersetzungen einen Schlussstrich zu ziehen oder zumindest Gott zu bitten, alles aus den Herzen wegzuräumen, was einer Versöhnung im Wege stehe.

Die zweite Möglichkeit bestehe darin, mit sich selbst einen Friedensvertrag zu schließen. Das höre sich vielleicht ungewöhnlich an, sei aber als Einladung zu verstehen, "achtsam auf sich selber zu sein und zu schauen, was mich unzufrieden macht." Ganz einfach könne ein solcher Friedensschluss mit sich selbst im Gebet geschehen.

Schließlich schlägt der Bischof als drittes vor, einen Friedensvertrag zu schreiben, "indem ich genauer hinschaue, ob ich achtsam genug mit den Gütern der Erde umgehe und sie so achte, dass man die Spur Gottes auf ihr erkennen kann." Nicht umsonst heiße die österliche Bußzeit auch Fastenzeit. Bischof Genn: "Es ist nicht damit getan, am Ende dieser 40 Tage ein paar Pfunde weniger zu wiegen, sondern es könnte auch eine Herausforderung sein, genauer zu prüfen, wo in meinem Leben und Umfeld gegen die Natur und gegen die Schöpfung gefehlt wird." Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit begännen bei jedem Einzelnen und setzten sich in der globalisierten Gesellschaft fort. "Den Preis unseres Lebens sollten nicht andere zahlen müssen", betont Genn.

Das Bischofswort wurde am Samstag und Sonntag, den 17. und 18. Februar, in den Gottesdiensten im Bistum verlesen; manche Pfarreien nutzten die Möglichkeit, es als Videobotschaft in die Gottesdienste zu übertragen. Der Text des Bischofsworts ist zu finden im Kirchlichen Amtsblatt für die Diözese Münster, Nr. 3/2018. Die Videobotschaft kann im Youtube-Kanal des Bistums Münster angeschaut werden.

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