Erklärung der Katholikentagsleitung

Erklärung der Katholikentagsleitung

Zur Veranstaltung mit den kirchenpolitischen Sprechern "Nun sag', wie hast du's mit der Religion? – Die Haltung der Bundestagsparteien zu Kirche und Religion in Staat und Gesellschaft"

Die Einladung des kirchenpolitischen Sprechers der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, zu der Veranstaltung des Katholikentags "Nun sag', wie hast du's mit der Religion? – Die Haltung der Bundestagsparteien zu Kirche und Religion in Staat und Gesellschaft" hat in der Öffentlichkeit zu einer breiten, nicht immer sachlichen Debatte geführt. Der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Dr. Stefan Vesper, hat im Auftrag der Leitung des 101. Deutschen Katholikentags Münster 2018 zu verschiedenen Anfragen hierzu folgende Erklärung übermittelt: 

"Frühzeitig, bereits vor der Bundestagswahl, hat die paritätisch von Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und Bistum Münster besetzte Katholikentagsleitung entschieden, aufgrund unterschiedlicher Entwicklungen in unserem Land das Verhältnis des Staates und der Gesellschaft zu den Religionen und Kirchen zu thematisieren. Dies ist nach unserer Überzeugung ein wichtiges Thema für den gesellschaftlichen Frieden.

Wichtige Ansprechpartner in dieser Debatte sind die kirchenpolitischen Sprecher der Bundestagsparteien, die wir aus diesem Grund zu unserer Veranstaltung eingeladen haben. Zu unserem Bedauern stellt die AfD nun seit dem Wahltag eine große Fraktion im Bundestag. Nach intensiver Diskussion sind wir deshalb zu der Ansicht gekommen, dass es eine demokratische Notwendigkeit ist, bei unserer Veranstaltung alle im Bundestag vertretenen Positionen, auch die der AfD, durch die kirchenpolitischen Sprecher zur Diskussion zu stellen. 

Wir sind in der Katholikentagsleitung gemeinsam davon überzeugt, dass es höchste Zeit ist, angesichts der Realitäten in unserem Land und in unserem Parlament in eine neue Phase der politischen Auseinandersetzung mit populistischen Strömungen einzutreten: Wir müssen aktiv und persönlich streiten mit denen, die unsere Demokratie verachten und verhöhnen. Und wir müssen viel intensiver mit denen reden, die aus Frust und Protest AfD gewählt haben. Zu dieser politischen Kultur will der Katholikentag seinen Beitrag leisten.

Vor diesem Hintergrund stellen wir noch einmal klar: Der Katholikentag in Münster stellt sich entschieden gegen jede Form von Vorurteilen und Hass, auch wenn sie sich als Sorge tarnen. Er wird sich am demokratischen Wettstreit mit einer klaren Haltung und einem klaren Standpunkt beteiligen. Er stellt sich gegen alle, die Menschen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Herkunft diffamieren und verächtlich machen. Er wird Position beziehen gegen jede Verhöhnung demokratischer Politiker und Institutionen und die Verleumdung freier Medien. Jede Art von Hetze gegen Andersdenkende hat auf dem Katholikentag keinen Platz."

Die Katholikentagsleitung

Prof. Dr. Thomas Sternberg, Vorsitzender der Katholikentagsleitung und Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Sonja Billmann, Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen, Bischof Dr. Felix Genn, Bischof von Münster, Jörg Hagemann, Stadtdechant Münster, Anne Hakenes, Vorsitzende des Rechtsträgers, Dr. Stefan Heße, Geistlicher Assistent des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Erzbischof des Erzbistums Hamburg, Notburga Heveling, Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster, Dr. Norbert Köster, Generalvikar des Bistums Münster, Nadine Mersch, Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) Gesamtverein e.V., Dr. Stefan Vesper, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

Foto: Anke Lucht / Bischöfliche Pressestelle

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