Bistumsausstellung "Biete Frieden"

Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?

Ein Wohnzimmer mitten in der Kirche, eine farbenfrohe Videoprojektion auf den Altar, Matratzen im Kachelzimmer: Noch bis Sonntag, 2. September, ist im St.-Paulus-Dom die Ausstellung "Biete Frieden" zu bewundern.

Sie ist Teil der Bistumsausstellung "Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?". Um den Dom als lebendigen Ort des christlichen Friedens künstlerisch sichtbar zu machen, hat das Bistum Münster mit der Klasse für Kunst im öffentlichen Raum der Kunstakademie Münster kooperiert. 14 junge Künstlerinnen und Künstler präsentieren unter der Leitung der Professoren Maik und Dirk Löbbert ihre Interpretationen zum Thema Frieden. 

Bei der Ausstellungseröffnung Anfang Juni gab es ein Kompliment von Dompropst Kurt Schulte: "Dieses Projekt zeigt, dass Kirche und Kunst nicht nur in der Vergangenheit zusammengehörten, sondern dass auch heute Kirche und moderne Kunst, Kirche und junge Künstler einander bereichern."

Professor Dr. Thomas Flammer, Leiter der Friedensausstellung des Bistums, hob die Einbindung des Doms in die Ausstellung hervor: "Damit wird das Bistum als einer der Träger der fünfteiligen Kooperationsausstellung und somit dessen kulturelles Engagement für Münster noch stärker in den Fokus gerückt." Als "große Herausforderung" mit Blick auf den Dom als "gewaltigen Ort" bezeichnete Maik Löbbert das Projekt für seine Studierenden. "Frieden ist ein Zustand, der unbedingt anzustreben ist. Und wenn sich junge Künstler diesem Thema widmen, dann tun sie es mit ihrer Sprache."

Zu den verschiedenen Kunstwerken

Die zeigt sich bei jeder der Arbeiten auf unterschiedliche Weise. Spektakulär sind beispielsweise die Augen an den Fassaden der Domtürme, die der Kathedrale ein "Gesicht" geben. Betitelt mit "Auge für Auge" möchte die Künstlerin Pascale Feitner verdeutlichen, dass nicht von Rache, sondern im Gegenteil von Wiedergutmachung die Rede sei. Nach einem kurzen Moment der Verblüffung sollen die Augen symbolisch dafür stehen, selbst die Augen zu öffnen.

Tonio Nitsche mag es gemütlich: Der junge Künstler hat eine Betbank in einer Kapelle durch zwei einander gegenüberstehende Sessel auf einem Teppich ersetzt. Das Wohnzimmer ist für Nitsche ein Ort des gemeinsamen Erholens, des Gesprächs, der Zusammenkunft sowie des persönlichen Friedens. 

Den Friedensgruß als verbindendes Element hat Fridolin Mestwerdt in den Mittelpunkt gerückt. Vertreter der abrahamitischen Religionen – Christentum, Islam und Judentum – haben ihre Friedensgrüße ausgetauscht, die in den kommenden Monaten als Leuchtschrift an den Gotteshäusern angebracht sind, "als Symbol für gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung".

Einen Platz im Dom gibt die Künstlerin Yoana Tuzharova einer der Bettlerinnen vor dem Paradies-Portal. Sie hat das Porträt der Frau in ein knapp fünf Meter hohes Lichtobjekt eingearbeitet, das in einer der hinteren Kapellen blau leuchtet.

Diese und weitere Kunstwerke laden bis Sonntag, 2. September, im St.-Paulus-Dom zu einer friedlichen Entdeckungsreise ein. 

Foto: Bischöfliche Pressestelle / Ann-Christin Ladermann

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