"Ganz bewusst kein typisches FSJ"

Interview

Seit Anfang September fester Bestandteil beim Katholikentag: Gabriel Kreilkamp, Judith Kuhlmann, Jan-Niklas Lenkeit und Anika Heidrich absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Geschäftsstelle.

Die vier wollten nach ihrer Schulzeit raus aus dem Lern-Alltag und erste Eindrücke vom Berufsleben sammeln. Gezielt haben sich alle für das Jahr hinter den Kulissen der Großveranstaltung entschieden, statt in Krankenhäusern, Altenheimen oder Kindergärten zu arbeiten.

Warum wolltet ihr ein Freiwilliges Soziales Jahr machen? Und wieso gerade beim Katholikentag?

Anika: Eigentlich habe ich mich gar nicht für ein FSJ interessiert.

Die 17-jährige Hannoveranerin, die für das FSJ in eine eigene Wohnung nach Münster gezogen ist, hatte nach dem Abitur über ein Mathematikstudium nachgedacht, denn Zahlen hatten sie schon immer gereizt. In der Geschäftsstelle arbeitet sie jetzt im Bereich Shop und Einkauf.

Anika: Als ich dann aber die Ausschreibung beim Katholikentag gesehen habe, habe ich mich sofort beworben. Ich wollte hinter die Kulissen dieser Großveranstaltung schauen und die Abläufe verstehen. Außerdem möchte ich in die Berufswelt reinschnuppern und austesten, wie es ist, zu arbeiten – und ob ich auch weiter so etwas Ähnliches machen möchte wie jetzt im Shop und Einkauf.

Gabriel: So ein FSJ ist einfach eine gute Gelegenheit, aus dem Rhythmus von Schule-Lernen-Uni rauszukommen. Man kann sich orientieren, bekommt Eindrücke aus verschiedenen Bereichen und vom Arbeitsleben. Und man kann sich selbst austesten.

In der Geschäftsstelle unterstützt der 18-Jährige, der ursprünglich aus Voerde am Niederrhein kommt, den Bereich Infrastruktur. Dort werden unter anderem Fragen rund um die Verkehrslenkung, die Verpflegung und den Sanitätsdienst während der Veranstaltungstage organisiert.

Gabriel: Gerade in dem Bereich bin ich mit allen anderen Bereichen vernetzt. Wir müssen viele Absprachen treffen, vieles koordinieren und haben mit verschiedenen Menschen zu tun. Das ist ein schönes Arbeitsfeld, um Erfahrungen zu sammeln.

Seid ihr bisher zufrieden mit eurer Arbeit? Was gefällt euch bisher am besten?

Gabriel: Wir hatten eine super Einführung in alle Bereiche und auch das Betriebsklima ist klasse.

Jan-Niklas: Es war schon viel am Anfang mit den ganzen Einführungsveranstaltungen. Vieles hat sich auch wiederholt. Aber eigentlich war genau das gut, denn so bleiben die Informationen besser hängen.

Der 18-jährige Münsteraner unterstützt den IT-Beauftragten der Geschäftsstelle in der Vorbereitungsphase bei der Einrichtung, Verwaltung und Wartung der IT-Systeme. 

Jan-Niklas: Während der Veranstaltungstage und auch vorher wird sich das dann noch auf unsere Außenstellen ausweiten. Es ist schon reizvoll, beim Katholikentag mitzumachen.

Judith: Im Teilnehmerservice habe ich schon jetzt Kontakt zu den Teilnehmern und das finde ich super. Es ist einfach kein typisches FSJ und das finde ich toll.

Auch für später kann sich die 18-Jährige aus Dülmen vorstellen, im Bereich Management zu arbeiten. Dabei möchte sie auf jeden Fall im Kontakt zu Menschen bleiben.

Judith: Ich bin für den Empfang, die Telefonzentrale, die Anmeldungen und Fragen der Teilnehmenden verantwortlich. Ich habe schon jetzt die E-Mail-Adressen im Teilnehmerservice übernommen und bald wird auch das Service-Telefon, die 300, auf mich umgestellt.

Welche Erwartungen habt ihr an das Jahr in der Geschäftsstelle?

Judith: Ich weiß halt noch nicht genau, was ich machen möchte und vielleicht erfahre ich ja durch die Zeit beim Katholikentag, wie es im nächsten Jahr für mich weitergeht.

Gabriel: Ich hoffe, mehr über mich selbst zu erfahren, welche Interessen ich in der Berufswelt habe, was ich mag und was nicht. Und wir arbeiten hier ja für ein Ziel und können im Nachhinein alle stolz darauf zurückblicken, dass wir eine Großveranstaltung mitorganisiert haben.

Was verbindet ihr persönlich mit dem Leitwort des Katholikentags "Suche Frieden"?

Gabriel: Ich finde es gerade jetzt perfekt gewählt, da die Welt in den letzten Jahren durch viele Terroranschläge erschüttert wurde. Es zeigt, dass wir uns nicht unterkriegen lassen sollten und Frieden bewahren sollten.

Judith: Das Leitwort spricht alle an, auf ganz verschiedenen Ebenen. Es geht auch um Frieden für mich: Dass ich zufrieden bin, mit allem Frieden schließe, mit mir selbst im Reinen bin. Ein innerer Friede sozusagen.

Anika: Mir zeigt es, dass man auch die kleinen Dinge schätzen und Frieden im Alltag bewahren sollte, im Alltagsstress, in der Schule oder jetzt im Büro.

Jan-Niklas: Es ist ein Universal-Leitwort. Man kann es auf die internationale Politik beziehen, auf die Flüchtlingsbewegungen weltweit, aber auch auf das Private. Dass man auch Frieden und Ruhe in der Arbeit suchen sollte. In unserer Gesellschaft gibt es so viele Spannungen zwischen ganz verschiedenen Meinungen, die immer extremer werden. Aber auch da sollte man Frieden suchen und kann ihn auch finden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Lena Höckerschmidt, Mitarbeiterin Online.

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