Bistum Münster bietet erste umfassende Kinderbetreuung

Bistum Münster

"Suche Frieden – Finde Kinderbetreuung!" Unter diesem Motto wird das Bistum Münster ein besonders familienfreundlicher Gastgeber beim 101. Katholikentag in Münster sein.

"Wir laden vor allem Familien nach Münster ein und sagen den Familien zu, dass wir uns ganz besonders um sie – also insbesondere um die Kinder – kümmern werden", erklärte Generalvikar Dr. Norbert Köster heute in einer Pressekonferenz.

Realisiert wird das für die Eltern kostenlose und umfassende Betreuungsangebot für Kinder im Alter von zwei bis neun Jahren mit Hilfe von acht Berufskollegs in katholischer Trägerschaft. Dort werden unter anderem Erzieherinnen und Erzieher sowie Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger ausgebildet.

Die Berufskollegs aus Bocholt, Coesfeld, Geldern, Münster, Recklinghausen, Rheine, Vechta und Xanten beziehen an acht Orten im Stadtgebiet Station: im Annette-Gymnasium, in der Gesamtschule Münster-Mitte, in der Halle Münsterland, im Haus der Familie, in der Hildegardisschule, im Hörsaalgebäude der WWU, in der Marienschule und im Maxiturm. "Gemeinsam ist allen Kinderbetreuungsorten, dass sie in unmittelbarer Nachbarschaft zu großen Veranstaltungsorten des Katholikentags sind", erläuterte Domkapitular Dr. Klaus Winterkamp vom Münsterschen Katholikentagsbüro.

"So ein großes Angebot an Kinderbetreuung quer über die Stadt verteilt gab es noch nie bei einem Katholikentag", betonte Anne Hakenes, Vorsitzende des Katholikentags-Rechtsträgers: "Was für die Erwachsenen hoch spannend ist, finden Kinder oft todlangweilig." Eltern und auch Alleinerziehende hätten nun die Möglichkeit, stressfrei zu Veranstaltungen zu gehen. "Daneben gibt es natürlich auch ganz viele Programmangebote, die sich speziell an Kinder oder an Familien richten: Man kann also auch zusammen bleiben", stellte Hakenes klar.

"An jedem Standort übernimmt zu jeder Zeit mindestens eine Lehrkraft oder eine ausgebildete Erzieherin die Verantwortung", sagte Judith Matern von der Schulabteilung im Generalvikariat. Von jedem Berufskolleg seien 15 bis 20 angehende Erzieherinnen und Erzieher im Einsatz. Insgesamt seien 120-160 Aufsichts- und Betreungsfachkräfte beteiligt.

"Die Bereitschaft, mitzumachen, ist riesengroß", freute sich Andrea Wagner, Lehrerin an der Hildegardisschule in Münster. Sowohl unter Studierenden und Berufspraktikanten als auch im Kollegium fänden sich zahlreiche Engagierte, die bei diesem Projekt mitmachen wollten. "Da können wir gemeinschaftlich wichtige Erfahrungen sammeln", schildert Laura Auth, eine der angehenden Erzieherinnen als Beweggrund, "das wird spannend".

Wie die Kinderbetreuung konkret ausgestaltet wird, erarbeiten die Beteiligten noch im Vorfeld. Einbezogen werden Sporthallen, Außengelände, aber auch Kunsträume. Neben kreativen und Bewegungsangeboten soll es auch religiöse Bausteine geben.

Mit diesem Unterstützungsangebot möchte das Bistum den Fokus auf das Thema Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Freizeit lenken. In diesem Bereich sei immer noch viel zu tun, hob der Generalvikar hervor, in Arbeitswelt und Gesellschaft, aber auch im eigenen Haus. Dies gelte für die Kirche als Arbeitgeberin, als Trägerin von Einrichtungen für Kinder und Jugendleiche oder als Anbieterin von Veranstaltungen und Gottesdiensten. "Beim Katholikentag können und wollen wir – auch und gerade mit dem Angebot der Kinderbetreuung – zeigen, dass die Kirche von morgen eine Kirche der Familien und mit den Familien sein wird und sein muss", stellte Köster heraus: "Sonst hat sie – das ist ganz banal – keine Zukunft."

Text: Bischöfliche Pressestelle / 18. Oktober 2017
Foto: Martin Wißmann / Bischöfliche Pressestelle

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