Klimaneutral und umweltbewusst

Interview

Der Katholikentag sei eine der umweltfreundlichsten Großveranstaltungen, die es derzeit in Deutschland gibt, sagt Geschäftsführer Martin Stauch. Der Katholikentag ist auf vielen Feldern in Sachen Umweltschutz aktiv.

Herr Stauch, seit Präsident Donald Trump den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt hat, wird wieder über Klimaschutz diskutiert. Macht sich auch der Katholikentag Gedanken darüber, wie das Klima zu schützen ist?

Der Katholikentag ist eine der umweltfreundlichsten Großveranstaltungen, die es in Deutschland gibt. Er nennt sich sogar klimaneutral, weil er sich zur Aufgabe gemacht hat, die Emissionen, die während der fünf Tage ausgestoßen werden, auszugleichen. Es geht nicht darum, sich von klimaschädlichen Emissionen freizukaufen und von Schuld reinzuwaschen, sondern darum, Emissionen zu vermeiden. Wo das nicht geht, werden wir sie reduzieren und nur der unvermeidliche Rest wird ausgeglichen. Das ist ein guter Ansatz und kann als Vorbild auch für viele andere Veranstaltungen dienen.  

Wieviele Tonnen CO2 wurden beim Katholikentag 2016 in Leipzig kompensiert und wieviele Euro hat dies den Katholikentag gekostet? 

In Leipzig wurden 933,17 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid kompensiert. Dafür hat der Katholikentag 23 Euro pro Tonne an die Klimakollekte gezahlt, also insgesamt etwa 23.000 Euro.  

Was tut der Katholikentag dafür, dass auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer klimaneutral anreisen? 

Auf der Webseite katholikentag.de stellen wir einen Klimarechner zur Verfügung. Damit kann sicher jeder ausrechnen lassen, wieviel Kohlendioxid bei der Anreise mit der Bahn, dem Auto oder dem Flugzeug entsteht und wieviele Euro aufgewendet werden muss, um den Betrag auszugleichen. Das fließt auf Wunsch direkt in die Rechnung ein, sodass nur ein Klick für den Ausgleich notwendig ist. Zugegeben, es könnten noch mehr mitmachen – aber da arbeiten wir dran.     

Der Katholikentag besitzt ja auch einen ehrenamtlichen Umweltbeirat. Was ist dessen Aufgabe und welche Anregungen konnten in der Vergangenheit konkret umgesetzt werden?

Der Umweltbeirat hat zwei Aufgaben: Er soll die Geschäftsstelle des Katholikentags beraten, damit sie besonders umweltgerecht bleibt – unter Berücksichtigung der besonderen Bedingungen. So ist die Geschäftsstelle alle zwei Jahre an einem anderen Ort und größere Baumaßnahmen kommen in der Regel nicht in Betracht. Das Gremium berät den Katholikentag auch, wenn es darum geht, die Veranstaltung möglichst umweltgerecht verlaufen zu lassen. Häufig beschäftigt sich der Umweltbeirat darüber hinaus noch mit Kommunikationsmaßnahmen, um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die besonderen Programme zum Thema Umweltschutz hinzuweisen.        

Münster gilt ja als grüne Stadt. Ist das ein Anspruch an den Katholikentag nochmals eine Schippe draufzulegen, was das Thema Umweltschutz angeht? 

Wir haben schon seit einigen Katholikentagen den Ansporn, die Nachhaltigkeit besonders in den Vordergrund zu rücken – jedes Mal ein bisschen mehr. Wenn alles wie geplant läuft, wird Münster ein noch klimafreundlicherer Katholikentag als die bisherigen. Einige Unsicherheiten bestehen aber noch. So ist zum Beispiel der Umfang des städtischen Zuschusses noch nicht klar. 

"Suche Frieden" ist das Leitwort des Katholikentags. Lässt dieses denn im Programm in den Tagen vom 9. bis 13. Mai 2018 Platz für Fragen zu Umwelt- und Klimaschutz? 

Auf jeden Fall. Diese Fragen sind im Themenbereich 1, "Gesellschaft und Politik" verortet. Das Programm dazu wird gerade erstellt, so dass ich jetzt nicht genau darauf eingehen kann. Aber es wird sicher einige Veranstaltungen dazu geben.   

Hängt der Katholikentag das Thema Umwelt nicht zu hoch? Manchem wäre wohl lieber, es würde dort mehr gebetet werden…  

Umweltschutz ist auch eine Form des Gebets. Das Bestreben um Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung ist ein Teil unseres christlichen Auftrages. Dem fühlen wir uns verpflichtet. 

Was ist denn Ihr persönlicher Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz?  

Ich reise fast ausschließlich mit der Bahn. Und ich denke privat über den Einsatz einer Fotovoltaikanlage nach – nicht um Geld zu sparen, sondern aus ökologischen Gründen. Außerdem bin ich vergangenes Jahr zwar mit dem Flugzeug in den Urlaub geflogen, wenn auch mit schlechtem Gewissen, habe aber den Flug komplett klimakompensiert.    

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