Katholikentag als Partner der Natur

Wildblumenwiese, Bienenbox, Hochbeete: Der Katholikentag 2016 in Leipzig hat bewiesen, dass eine Großveranstaltung auch etwas Bleibendes haben und ökologisch sinnvoll sein kann.

Für dieses Engagement hat Geschäftsführer Martin Stauch jetzt den Leipziger-Agenda-Preis entgegengenommen. Konkret geht es um das Projekt "BiodiverCity. Artenvielfalt in der Stadt", das der Katholikentag und der "Ökolöwe – Umweltbund Leipzig" initiierten und das von der "UN-Dekade Biologische Vielfalt" ausgezeichnet wurde.

Martin Stauch verwies anlässlich der Preisverleihung darauf, dass das Umweltprojekt nicht der einzige ökologische Beitrag des Katholikentags ist. "Wir sind klimaneutral, sprich wir gleichen das klimaschädliche CO2, das durch den Katholikentag entsteht, wieder aus. Außerdem legen wir in der Vorbereitung einen hohen Wert auf die Kriterien biologisch-ökologisch und fair gehandelt – von der Sitzungsverpflegung in der Geschäftsstelle bis zu den Waren im Katholikentagsshop."

Ein Umweltprojekt habe es schon auf früheren Katholikentagen gegeben: So wurde 2014 in Regenburg ein ökologisches Dorf errichtet, 2012 in Mannheim die Ausstellung "Zukunftsfähig leben" organisiert. "Wir freuen uns, dass wir jetzt in Leipzig einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben und bedanken uns bei allen Partnern und der Stadt Leipzig", so Stauch.

Kirchen und Religionsgemeinschaften zeigten sich 2015/16 als "Partner der Natur", sagte Matthias Herbert vom Bundesamt für Naturschutz in seiner Laudatio. Das Projekt "BiodiverCity" verbinde biologische Vielfalt mit dem Erhalt der Schöpfung. Kirchen, Schulen und Vereine lieferten gemeinsam dazu einen Beitrag. Herbert sieht in dem Projekt auch eine Vorbildfunktion für andere Vorhaben.

Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung stellte heraus, dass Leipzig eine wachsende Stadt ist. Das Leitbild der Stadtverwaltung sei deshalb seit Jahren "Leipzig wächst nachhaltig". Der Leipziger Agenda-Preis sei dafür ein gutes Beispiel, weil die Zivilgesellschaft mit an Bord geholt werde.

Für das Projekt wurden an vier Schulen und einem zentralen Ort in Leipzig unter anderem ein Insektenhotel mit Wildblumenwiese, eine Kräuterspirale, Nistkästen, ein Steingarten, eine Bienenbox, eine Benjeshecke, sowie ein mobiles Hochbeet in Form der Zahl 100 realisiert. Außerdem wurden, in Zusammenarbeit mit dem Hilfswerk Misereor, mittels Biodiversitätsgärten und einer Kochaktion Ernährungsgewohnheiten aus verschiedenen Teilen der Welt dargestellt.

Mit der UN-Dekade von 2011 bis 2020 rufen die Vereinten Nationen dazu auf, sich verstärkt für die biologische Vielfalt auf der Welt einzusetzen. Im Rahmen der Dekade ausgezeichnete Projekte dürfen für zwei Jahre ab dem Datum der Auszeichnung den Titel "Ausgezeichnetes UN-Dekade-Projekt" führen. Danach können sie sich erneut bewerben. Sie erhalten ein Zertifikat, den "Vielfalt-Baum" als Trophäe sowie Materialien zur Öffentlichkeitsarbeit.

Foto: Leipziger Agenda 21 / v.l. Martina Neumann (Ökolöwe), Dr. Martin Stauch, Antonia Nieke (Ökolöwe)

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