"Das Schaf gewinnt" – ein Rückblick

Interview

Gut ein Jahr nach dem 100. Katholikentag erinnert sich Ilka Hoppe, Künstlerische Leiterin der Bremer Kinder- und Jugendkantorei, an die Preisverleihung des Preises der Deutschen Katholikentage.

2016 wurde „Das Schaf gewinnt“  beim Katholikentag in Leipzig ausgezeichnet. Was genau kann man sich unter dem Projekt vorstellen?

Der Preis wurde ausgesprochen für eine Text- und Musikcollage über den Kreuzweg und das Thema Flüchtlinge mit dem Titel "Das Schaf gewinnt". Dahinter steckt die Verknüpfung von 7 Stationen des (für Kinder und Jugendliche) schwer verständlichen Kreuzweges mit den Erzählungen von Fluchtwegen, Fluchtgründen und Berichten über das Ankommen in einer neuen, fremden Heimat von Menschen, die einen Fluchtweg hinter sich haben. Die Bremer Aufführung mit dem Bremer Kaffeehaus Orchester in der Propsteikirche St. Johann im Schnoor im Juni 2015 war ein großer Erfolg. Der Inhalt jeder Station war somit ein Erlebnisbericht eines Flüchtlings und dieser Inhalt wurde dann durch geistliche Texte, Lieder und Kommentare gewendet.Etwa 40 bis 50 Personen haben an diesem Stück mitgewirkt. Jedoch konnte das Stück in dieser Form nicht wieder beim Katholikentag in Leipzig aufgeführt werden, da es in der Zwischenzeit immer mehr an Dynamik annahm. So haben wir die Texte aktualisiert und neu aufgeführt. "Das Schaf gewinnt" meint, dass nicht die Friedfertigen unter uns die dummen Opferlämmer sind, sondern dass sich Friedfertigkeit letztlich auszahlt und am Ende immer den Sieg davon trägt.

Hat sich durch die Preisverleihung innerhalb der Kantorei etwas verändert?

Natürlich sind wir sehr stolz auf diesen Preis, es macht uns selbstbewusst. Wir fühlen uns in unserer Arbeit bestätigt. Aber für unsere Aufgabe an sich hat sich nichts geändert: Wir machen  wie gewohnt weiter.

Wie haben Sie von der Ausschreibung des Preises der Deutschen Katholikentage erfahren?

Maria Luft, die Schriftführerin unseres Vereins, entdeckte die Möglichkeit, sich zu bewerben. Da wir dieses Stück schon einmal aufgeführt hatten und unser Fokus in diesem Jahr Flüchtlingen und ihren Situationen galt,  lag es nahe, dieses Stück, das ja von Flüchtlingen handelt, noch einmal aufzuführen. Weil uns das Thema sehr am Herzen liegt, haben wir uns beworben.

Wie haben Sie die Preisverleihung beim Jubiläumskatholikentag in Leipzig erlebt?

Die Atmosphäre war sehr nett und entspannt. Da diese Preisverleihung eine ganz besondere war, waren wir etwas aufgeregt. Wir hätten an diesem Abend nur gerne mehr über die Themen der Preisträger, also Flüchtlinge, Obdachlose, Menschen mit Handicap, erfahren. Das war schade. 

Welchen Tipp könnten Sie denen geben, die überlegen, sich um den Preis zu bewerben? 

Wir würden jedem empfehlen, ein kulturell umgreifendes Programm zu entwerfen oder sich in seiner Arbeit einfach Mühe zu geben. Generell ist es wichtig, die Dinge, die man macht, mit Liebe zu machen. Wenn man seine Arbeit nicht selber ernst nimmt, ist es unheimlich schwer, diese auch glaubwürdig rüberzubringen.  Authentizität ist entscheidend.  Man muss glauben.

Sie wollen sich für den Preis der Deutschen Katholiken zum 101. Katholikentag in Münster bewerben?

Nähere Informationen zum Preis und zur Bewerbung als Download gibt es hier.

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