Anmeldestatistiken, Darjeeling-Tee, viel Erfahrung und BVB

Interview

Uwe Röcher, Bereichsleiter des Teilnehmerservice beim 101. Deutschen Katholikentag Münster 2018, ist schon seit 2003 ein fester Bestandteil der Katholikentags-Geschäftsstelle.

Dort kümmert er sich um Teilnehmeranmeldung, -information und -unterbringung. Und doch: Selbst auf der Teilnehmendenseite stand er so gut wie noch nie.

Wofür sind Sie in der Geschäftsstelle des 101. Deutschen Katholikentags Münster 2018 zuständig?

Über meinen Tisch läuft alles, was mit Anmeldung, Unterbringung, Information, Barrierefreiheit und Ehrengästen zu tun hat. Und was sonst noch so kommt: Ich bin Datenschutzbeauftragter, pflege unsere Datenbank und weise neue Mitarbeiter ein. Aber mein Hauptaufgabenfeld liegt im Teilnehmerservice. 

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag aus?

Zuerst werfe ich einen kurzen Blick auf die Statistik – wie viele Menschen haben sich schon angemeldet. So ernst ist die aber jetzt noch nicht zu nehmen. Dann checke ich die E-Mails: info@, teilnehmerservice@, rechnungen@, uwe.roecher@. Da kommt schon Einiges zusammen. 

Dann mache ich mir einen Tee, meine Lieblingssorte ist Darjeeling. Und dann prüfe ich die eingegangenen Anmeldungen, zum Beispiel die Be- und Anmerkungen der Teilnehmenden, die wir für die Bearbeitung der Anmeldungen beachten müssen. 

Außerdem muss ich noch ganz viel vordenken und vorbereiten. Beispielsweise muss ich überlegen, wie es an den Info-Stände beim Katholikentag laufen soll. Neben dem, was also täglich anfällt, beschäftige ich mich mit Fragen wie: Wer soll in unserem Beirat Barrierefrei sein? Was ist für die anstehende Privatquartier-Werbung zu machen? Wer soll in welches Hotel? Wie geht die Sicherheitsüberprüfung für die Schulen aus? …

Was macht Ihren Arbeitsplatz in der Geschäftsstelle unverkennbar?

Olé, hier ist der BVB! (Uwe Röcher ist ein absoluter Fan von Borussia Dortmund und das erkennt man nicht nur in seinem Büro.)

Wie sind Sie zum Katholikentag gekommen und wie lange sind Sie schon dabei?

Ehrlich gesagt: Man hat mich damals angerufen und gefragt, ob ich mitarbeiten möchte! Ich war zuvor fast zwölf  Jahre – von 1990 bis 2002 – beim Deutschen Evangelischen Kirchentag, hatte dort für eine Weiterbildung aufgehört und war ein halbes Jahr ohne Beschäftigung. Dann bekam ich 2003 einen Anruf aus Ulm. Und seitdem bin ich beim Katholikentag.

Waren Sie schon einmal bei einem Katholikentag dabei? Wenn ja, in welcher Rolle und woran erinnern Sie sich dabei am liebsten?

Fun-Fact: Als Besucher war ich tatsächlich nie bei einem Kirchen- oder Katholikentag!

Auch seit meiner Beschäftigung bei diesen Organisationen habe ich maximal drei oder vier Veranstaltungen besucht. Zum Einen, weil ich während des Katholikentags kaum Zeit habe. Zum Anderen, weil ich gemerkt habe, dass ich während des Katholikentags beispielsweise nicht konzentriert einem Vortrag zuhören kann. Ich bin immer zu müde oder schaue, ob die Fluchtwege frei sind, ob die Beschilderung in Ordnung ist und so weiter – obwohl ich dafür gar nicht „zuständig“ bin.

An eine einzige Veranstaltung kann ich mich aber sehr gut erinnern. Ist auch die einzige, die ich komplett gesehen habe. Das war ein Crossover-Konzert in Mannheim von der Pop-Akademie Mannheim, dem Symphonieorchester und einem Bläserensemble. Sie spielten Coverversionen von Deep Purple, Temptations, Toto und vielen mehr, die teilweise besser waren als das Original. Einfach klasse – daran erinnere ich mich gerne zurück!

Worauf freuen Sie sich mit Blick auf den Katholikentag 2018 in Münster besonders? 

Auf die vielen Besucherinnen und Besucher. Und es werden viele! Das habe ich im Gefühl und sehe ich auch schon jetzt an der Anmeldezahl so lange Zeit vor dem Katholikentag.

Wovor haben Sie besonders großen Respekt mit Blick auf den Katholikentag?

Ich habe immer großen Respekt vor den und für die vielen Gastgeberinnen und Gastgeber, die bereit sind, Teilnehmende und Mitwirkende für fünf Tage bei sich aufzunehmen. Damit verbunden ist natürlich die Frage: Wird es wieder gelingen, für alle, die es wünschen, ein Quartier zu finden?

Teamgeist ist ja ein wichtiges Stichwort beim Katholikentag. Die einzelnen Arbeitsbereiche in der Geschäftsstelle, auch Ihre, werden ja bis zum Katholikentag noch wachsen. Wo ist in Ihrem Bereich Teamgeist besonders gefragt?

Wir müssen vor und während des Katholikentags immer in der Lage sein, alle anderen zu unterstützen, wenn an einer Stelle der Arbeitsaufwand durch eine Person nicht zu bewältigen ist. Das gilt auch bereichsübergreifend.

Zudem müssen wir nach außen – jetzt in der Vorbereitung vorwiegend am Telefon, aber während der Veranstaltung auch persönlich – so abgestimmt agieren, dass die Besucherinnen und Besucher von allen Teammitgliedern die gleichen fundierten und freundlichen Auskünfte bekommen. Da sind viele Abstimmungen notwendig, aber das macht auch besonders Spaß.

Eine Frage noch um Leitwort: Und wo finden Sie Frieden?

Ich finde immer dann meinen Frieden, wenn ich Zeit mit meiner Frau habe. Wenn wir wieder feststellen, dass es uns gut geht. Alleine finde ich zudem meinen Frieden, wenn ich jogge oder ausgedehnt Fahrrad fahre.

Das Interview führte Lena Höckerschmidt, Mitarbeiterin Online.

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