"Ein Dienst an der Gesellschaft"

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Über ein volles Haus konnte sich die Katholikentagsgeschäftsstelle zur Eröffnung freuen - mehr als 100 Gäste waren gekommen. Überwiegend ging es fröhlich zu bei der Feier - aber es gab auch nachdenkliche Töne.

„Es war an der Zeit, mal wieder nach Münster zu gehen.“ Martin Stauch zog dieses Fazit bei der Eröffnung der Geschäftsstelle des Katholikentags in Münster. Der Geschäftsführer des Katholikentags spielte damit zum Einen auf die lange Zeit an, seit der diese Großveranstaltung nicht mehr in der Stadt veranstaltet wurde – der bisher letzte fand in den 1930er Jahren statt. Er sagte dies auch vor „überfüllter Halle“, um eine Redewendung aus dem Katholikentag zu benutzen. Denn das Interesse der Münsteraner war groß an diesem Abend. 

Der Start in Münster sei zwar „etwas holprig“ gewesen, so Stauch mit Blick auf die Ratsentscheidung, das die Stadt sich nur mit Sachleistungen beteiligt. Aber es werde sich zeigen, dass dies ein „gutes Investment“ sei, wie das Beispiel aus Leipzig beweise. Dort wurde errechnet, dass der Katholikentag in diesem Jahr etwa 7,5 Millionen Euro eingebracht habe. 

Der Katholikentag soll sich in Münster erneuern

In der Geschäftsstelle, die am Montagabend eröffnet wurde, arbeiten derzeit zehn Personen. Bis zum Katholikentag im Mai 2018 werden es 46 sein. Sie werden angestellt vom Trägerverein des Katholikentags. Dessen Vorsitzende Anne Hakenes sagte, sie habe das Gefühl, der Katholikentag sei mittlerweile in Münster angekommen. Sie wünsche sich, dass es ein guter 101. Katholikentag werde. „Mit der Betonung auf erster“, so Hakenes – denn die Veranstaltung sollte sich in Münster auch erneuern. 

Stefan Vesper freut sich derweil auf viele „magische Momente“ beim Katholikentag. Zum Beispiel, wenn am 9. Mai 2018 zum Beginn alle Glocken in Münster läuten werden. Der Katholikentag sei immer ein „Dienst am Zusammenhalt des Gemeinwesens“, so der Generealsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Dieser Dienst sei heute nötiger denn je. Und Vesper blickte auch schon voraus: „Nach Münster geht es nach Frankfurt, zum Ökumenischen Kirchentag.“ 

Ein letztes Aufbäumen der Christen?

Die Räume segnete der Generalvikar des Bistums Münster, Norbert Köster. „Wer sind wir als Christen in der heutigen Zeit?“, fragte er. Und: „Ist der Katholikentag das letzte Aufbäumen?“ So wolle er das nicht sehen. Es gehe nicht darum, dass sich Christen als der „heilige Rest“ in der Gesellschaft betrachten. Die Menschen seien auf etwas hin unterwegs. Der Katholikentag habe die Aufgabe die Frage zu stellen: Wohin?

Köster selbst war sechs Jahre Leiter des „Deutschen Studentenheims“, das mit der Geschäftsstelle unter dem gleichen Dach ist – und hätte sich damals nie gedacht, dass er hier einmal die Büroräume des Katholikentags segnet. Das Haus soll nach der Großveranstaltung, wenn die Geschäftsstelle ausgezogen ist, zum großen Teil abgerissen und neu gebaut werden. „Es waren schon viele Mieter hier, sie sind die letzten“, so Köster. Aber es sei ein Trost, dass hier noch etwas vorbereitet werde, was die Leuchtkraft des Glaubens in die Gesellschaft bringt.      

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