Anpacken und dazugewinnen

Interview

Seit dem 1. Oktober können sich Helferinnen und Helfer für den 100. Katholikentag anmelden. Jeden Tag trudeln seither in der Geschäftsstelle Anmeldungen aus ganz Deutschland ein. Jennifer Dresch weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig ehrenamtliche Arbeit ist – und wie viel Spaß sie machen kann. Ihre Aufgabe ist es, die 2.000 Helfer zu werben und zu koordinieren – und auch dafür zu sorgen, dass sie den Spaß am Helfen nicht verlieren. Sie sprach mit uns über ihre Arbeit.

Warum sollte ich Helfer werden beim Katholikentag?

Zum einen erfährt man eine ganz tolle Gemeinschaft. Zum anderen ist es eine prima Möglichkeit, hinter die Kulissen einer Großveranstaltung zu schauen – für viele sicher sehr aufregend. Außerdem lernt man neue Leute aus ganz Deutschland kennen und man macht neue Erfahrungen, weil man vielleicht als Helfer in einem Bereich eingesetzt wird, den man so privat noch nicht kennengelernt hat. Welcher Student sieht schon mal so ein großes Logistikzentrum? Oder ein Pressezentrum?

Muss ich katholisch sein, um Helfer zu werden?

Man muss weder katholisch noch christlich sein. Man sollte aber natürlich dem Grundgedanken vom Katholikentag zustimmen.

Kann jeder Helfer werden? Auch mit einer Beeinträchtigung oder wenn man schon etwas älter ist?

Prinzipiell kann jeder ab 18 Helfer werden, in Gruppen auch schon ab 16 Jahren. Und auch für Menschen mit Behinderung gibt es zum Beispiel Einsatzfelder im Sitzen. Die einzige Bedingung ist, dass man in der Lage sein sollte, sechs bis acht Stunden am Tag zu helfen. Das kann man natürlich auch noch im Seniorenalter. Es gibt bei uns auch einige ältere Helfer: rüstige Rentner, die das sehr gern machen und die ihre Erfahrung weitergeben. Es ist auch interessant, Helfer zwischen 16 und 70 Jahren in einem Einsatzfeld zu haben. Da entsteht natürlich ein spannender Austausch, von dem alle profitieren.

Als Helfer arbeite ich also sechs bis acht Stunden am Tag, das ist ja schon ganz schön viel. Was wird mir dabei neben der einmaligen Erfahrung noch geboten?

Als Helfer bekommt man einiges: Wir erstatten die Reisekosten und stellen Vollverpflegung sowie die Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft. Gemeinschaftsunterkunft bedeutet, dass man in einer Schule übernachtet, ungefähr 10 bis 15 Leute in einem Klassenraum. Man hat die Möglichkeit, alle Veranstaltungen des Katholikentags zu besuchen, die außerhalb der Arbeitszeit liegen. Jeder Helfer bekommt das Helfertuch – und als Dankeschön veranstalten wir noch eine Helferparty.

Welche Ideen hast Du für die Helferwerbung?

In den nächsten Wochen werden wir Verbände und Einrichtungen in ganz Deutschland anschreiben und auf die Helferkampagne aufmerksam machen. Außerdem werden wir Flyer und Plakate versenden. Ehemalige Helfer bekommen von uns eine ganz besondere Einladungspostkarte. Auf unserer Facebookseite informieren wir außerdem über alle Neuigkeiten. Und wir hoffen natürlich, dass unsere Informationen im Schneeballprinzip weitergetragen werden.

Was hat Dich zum Katholikentag geführt?

Ich engagiere mich schon seit vielen Jahren in der kirchlichen Jugendarbeit und konnte dort einige Erfahrungen in der Arbeit mit Gruppen und in der Organisation von Veranstaltung sammeln. Ich fand es spannend, mich auch beruflich mit Ehrenamtlichen zu beschäftigen. Bei der Kirche zu arbeiten, ist für mich ein Wunschweg. Ich habe Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Sozialtheologie studiert und war bei den Ministranten Gruppenleiterin und dann auf Diözesanebene im Organisationskreis. In diesem Rahmen war ich auch an drei Großveranstaltungen beteiligt: beim Papstbesuch in Freiburg, beim Katholikentag in Mannheim und bei der Romwallfahrt 2014.

Du hast also schon Erfahrung mit Großveranstaltungen. Was reizt Dich an der Arbeit mit den Helfern des Katholikentags?

Es ist einfach toll zu sehen, dass sich so viele Leute ehrenamtlich engagieren, also nicht hauptberuflich oder gegen Bezahlung. Alle sind gern und freiwillig dabei. Und man trifft auf ganz viele verschiedene Leute: Vom Schüler über den Tischler bis hin zum studierten Theologen. Die Arbeit speziell hier in der Geschäftsstelle in Leipzig ist sehr vielfältig und reicht von Pressearbeit über Kontaktpflege bis zur Einsatzplanung. Ich finde es sehr spannend, all diese Arbeitsbereiche und die verschiedenen Stadien einer solchen Großveranstaltung kennenzulernen.

Ich packe meinen Koffer als Helfer für den Katholikentag. Welche drei Dinge sollten auf jeden Fall dabei sein?

Unbedingt sollte das Frühstücksgeschirr dabei sein. Und damit man gut schläft: Isomatte und Schlafsack einpacken. Außerdem sollte man ganz viel Spaß an der Sache im Gepäck haben sowie Lust zu helfen und eine Portion Geduld, falls mal etwas nicht ganz so läuft, wie es laufen sollte. Dann kann eigentlich nichts schiefgehen.

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