Kultur als Brücke

Kultur als Brücke

Einer der 15 Arbeitskreise, die für den Katholikentag einzelne Programmsegmente erarbeiten, ist der Arbeitskreis Kultur. Ob Bildende Kunst, Film, Literatur, Kabarett, Theater, Tanz oder Musik – hier wird ein vielfältiges und umfangreiches Kulturangebot für den Katholikentag ausgearbeitet. Ehrenamtliche aus verschiedenen Kultursparten wirken im Arbeitskreis mit. Dessen Leiter Guido Erbrich gewährt Einblicke in die Vorbereitungen.

Das Kulturprogramm soll ja einen erkennbaren Bezug zum Leitwort des Katholikentags aufweisen. Wie stellt Ihr Arbeitskreis das sicher?

Bevor unser Arbeitskreis überhaupt über Kultur geredet hat, haben wir uns intensiv mit dem Leitwort befasst: Was bedeutet es für uns? Jede Arbeitsgruppe hat dann geschaut: Wie kriegen wir den Leitwortbezug umgesetzt? Kunst beschäftigt sich ja häufig mit der Frage „Wo steht der Mensch im Leben?“ – die Bezüge liegen also auf der Hand. Im Musikbereich planen wir z.B. einige große Aufführungen, die sehr stark um das Leitwort kreisen. Das eine ist ein Oratorium, was in Auftrag gegeben worden ist und in Leipzig uraufgeführt wird. Daneben erarbeiten wir gerade eine Ausstellung mit dem Titel „Menschenbilder. Ecce homo“. Aber auch die Literatur wird sich ganz stark des Leitworts annehmen. „Seht, da ist der Mensch“ ist eine wunderbare Steilvorlage, um hier Themen zu finden.

Wird es einen kulturellen Schwerpunkt geben?


Uns ist viel daran gelegen, dass jede kulturelle Sparte berücksichtigt wird. Das hat auch etwas mit dem Publikum zu tun. Natürlich gewinnt man für ein Konzert schnell mal mehr Besucher als für eine Ausstellung oder eine Lesung. Aber das soll natürlich keinen Einfluss auf die Häufigkeit oder Qualität von Veranstaltungen haben. Und auch der Bereich Musik-Theater-Kleinkunst, in dem Kleinbands, Kleinchöre und Literaten auftreten, die aus Amateurensembles oder Schulprojekten kommen, wird seinen festen Platz im Programm haben. Das ist wichtig, weil diese Künstler das Bild des Katholikentags ausmachen, also unsere kulturelle Vielfalt darstellen.

Wie wird Kultur dazu beitragen können, die Brücke zu den Nichtgläubigen zu schlagen und die Leipziger Bevölkerung für den Katholikentag zu begeistern?


Leipzig ist eine Stadt, in der Kultur jeden Tag lebt – unabhängig von einem Katholikentag. Mit unserem Kulturangebot wollen wir fünf Tage lang die Atmosphäre dieses Katholikentags in die Stadt transportieren. Die Leipziger werden unser Kulturangebot wahrscheinlich nicht als „katholisches Programm“ wahrnehmen, sondern als eines, das einfach zu dieser Stadt passt. Eine ganze Reihe an Kulturveranstaltungen und Bühnen werden ja mitten in der Stadt und damit für alle Interessierten frei zugänglich sind. Und nicht zuletzt erarbeiten wir Aufführungen zusammen mit Leipziger Musikern, Schülern und Tänzern, die vorher noch keine Berührungspunkte mit Katholikentagen hatten und jetzt dafür brennen.

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