Titelbild Grußworte
Collage: Christopher Katzenberger

Grußworte zum Katholikentag in Münster

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Katholikentags, 

seit 1930 gab es in Münster keinen Katholikentag. Es ist höchste Zeit, dass sich das ändert, denn meine Heimatstadt bietet sich für ein solches Treffen geradezu an: Es gibt hier eine 1.200jährige christliche Tradition. Es dominieren Wissenschaft, Kultur und Kunst – Themen, die in den vielen Veranstaltungen des Katholikentags vorkommen. Und im Bistum Münster ist die Begeisterung groß: Ich danke allen, die mitgewirkt haben, dass unser 101. Katholikentag hier stattfinden kann.

Vor 100 Jahren fand der brutale Erste Weltkrieg sein Ende. Vor 400 begann der verheerende 30-jährige Krieg und hier, in Münster und Osnabrück, beendete ihn vor 370 Jahren der Westfälische Friede. Deshalb lag als Leitwort die Regel für ein gutes Leben aus Psalm 34 nahe: "Suche Frieden" – ohne Rufzeichen. Es geht um den Appell und zugleich um das Eingeständnis "Ich suche Frieden". Gerade in dieser Doppelung machen wir den Frieden zwischen Staaten, Gruppen, Religionen, zwischen Menschen und mit Gott zum Thema.

Zur Friedenssuche gehört zu streiten, ohne sich zu verletzen. Beim Katholikentag ist es gute Tradition, dass kontroverse Themen auf den Tisch kommen. Nicht die größtmögliche Auseinandersetzung steht im Mittelpunkt, sondern das Ringen um die besseren Argumente. Jeder Katholikentag zeigt aufs Neue: Man kann friedlich streiten.

Katholikentag, das ist Erleben, Begegnen, Auftanken auch in den Konzerten, Lesungen, Ausstellungen, in dem ganzen breiten Programm, das wir Ihnen hier präsentieren. Und er ist eine Gelegenheit, in großer und kleiner Gemeinde Gottesdienste zu feiern, Formen der Frömmigkeit kennen zu lernen, sich mit Anderen auszutauschen, die Botschaft Jesu Christi zu verstehen, der uns versichert "meinen Frieden gebe ich Euch". 

Ich lade sie ein, den Katholikentag in seiner ganzen Fülle zu erleben, mit seinen Diskussionen, seinen kulturellen Höhepunkten, seinen Gottesdiensten und Begegnungen. Und natürlich mit Münster. 

Haben Sie friedliche Tage
Ihr
Thomas Sternberg

Liebe Gäste des 101. Katholikentags in Münster!

Ich freue mich sehr, Sie hier in unserer Stadt und in unserem Bistum zu begrüßen. Vor vielen Monaten haben wir gemeinsam nach einem Motto für diese Tage gesucht. Ein Motto, das nicht einfach nur über diesen Tagen wie ein Banner steht, sondern etwas bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bewegt. Es sollte aber auch über uns hinausgehen; im besten Wortsinn suchten wir etwas Katholisches, denn katholisch bedeutet allumfassend.

Im Jahr 2018 denken wir an den 100. Jahrestag der Beendigung des Ersten Weltkriegs. Vor 400 Jahren begann der 30-jährige Krieg, der vor 370 Jahren hier in Westfalen mit dem Frie-densschluss endete. Krieg, ob in Syrien oder an vielen anderen Orten dieser Welt, ist bis heute prägend. Wir Menschen suchen Frieden. Das ist unsere Aufgabe in dieser Zeit: Frieden in der Welt, Frieden in unserem Land, Frieden in den Familien, Frieden in uns!

Das werden wir gemeinsam in diesen Tagen tun können: In den Gottesdiensten, in den Diskussionen und in den Begegnungen auf den Plätzen und Straßen dieser Stadt. Seien Sie herzlich willkommen!

Suchen wir Frieden und nehmen wir diesen Frieden mit nach Hause!

Felix Genn

Herzlich willkommen in Münster! Das rufe ich dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken und den Zehntausenden Gläubigen zu, die zum Katholikentag 2018 in unsere Stadt kommen.

"Suche Frieden", so lautet das Leitwort für den 101. Katholikentag. 370 Jahre nachdem in Münster der Westfälische Frieden geschlossen worden ist, gibt es keinen geeigneteren Ort für diesen Katholikentag als Münster. Denn mit seiner Friedensbotschaft gibt der Katholikentag kulturelle, soziale und religiöse Anstöße für das friedliche Zusammenleben von Menschen. Und gerade wenn ich sehe, was uns in Deutschland, in Europa und in der Welt derzeit an Konflikten, Spannungen und Spaltungen zusetzt, ist es unbedingt notwendig, mehr für den Zusammenhalt der Gesellschaft zu tun. Das ist eine Aufgabe, die hervorragend zur Tradition Münsters als Friedensstadt passt. 

Die Stadt Münster fühlt sich als Stadt des Westfälischen Friedens Werten wie Frieden, gegenseitigem Respekt, Toleranz und Gerechtigkeit in besonderer Weise verbunden und verpflichtet. Im Friedenssaal unseres Rathauses findet sich der Satz "Pax Optima rerum", "der Frieden ist das höchste Gut". Dieser Leitspruch war die Lehre aus 30 Jahren Krieg und Zerstörung. Toleranz und gegenseitiger Respekt sind daher in unserer Stadt allgegenwärtig und werden gelebt. Menschen aus über 160 Nationen mit unterschiedlichsten Religionen und Lebensweisen leben hier friedlich zusammen und bereichern unsere Stadt. Sie tragen dazu bei, dass Münster eine Stadt kultureller Vielfalt ist. Wir sind stolz auf diese Vielfalt. Sie ist ein großer Reichtum und verleiht unserer Stadt ein ganz besonderes und lebenswertes Profil. Und sie bietet ein breites Forum für einen Katholikentag, der das Miteinander der Religionen und den Frieden fordert und fördert.

Nach 1852, 1858 und 1930 findet der Katholikentag in diesem Jahr zum vierten Mal in Münster statt. Das ist ein Zeichen großer Wertschätzung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken für unsere Stadt. Dafür danke ich ganz herzlich. Ebenso danke ich allen, die daran mitwirken, dass der 101. Katholikentag in Münster ein großartiges Ereignis von nachhaltiger Bedeutung wird. 

Gemeinsam mit den Münsteranerinnen und Münsteraner freue ich mich auf den Katholikentag 2018 in Münster und darauf, gute Gastgeber für Tausende Gäste von Nah und Fern zu sein. Denn auch das passt hervorragend zur Tradition unserer Stadt!

Markus Lewe

Endlich! Seit 1930 hat kein Deutscher Katholikentag mehr in Münster stattgefunden. Dabei gibt es kaum eine Stadt in Deutschland, die so sehr von Katholizismus, von christlichen Werten geprägt ist. Deshalb: Allen Besucherinnen und Besuchern ein herzliches Willkommen in Münster. Herzlich Willkommen in Nordrhein-Westfalen!

Katholikentage sind wichtige Zusammenkünfte, bei denen aus dem christlichen Glauben heraus aktuelle Fragestellungen im Austausch mit vielen – insbesondere auch vielen jungen – Menschen in den Blick genommen werden, die nicht nur uns Katholiken, sondern die gesamte Gesellschaft betreffen. 

Mit dem Motto "Suche Frieden" hat sich der 101. Katholikentag ein Leitwort gegeben, das drängender und aktueller kaum sein könnte, weil viele Menschen nicht in Frieden leben können, weil vielerorts in der Welt – in Syrien, im Jemen und der Ostukraine – noch immer Krieg und Gewalt vorherrschen, aber auch innergesellschaftliche und nicht zuletzt innere Konflikte viele Menschen bedrücken. Ihr Schicksal geht uns Christen nah.

Münster ist als traditionsreicher theologischer Standort besonders dazu geeignet, der Sehnsucht nach Frieden aus einer religiösen Perspektive heraus Stimme und Gehör zu verleihen. Und Münster ist ebenso ein herausragender Ort deutscher und europäischer Geschichte: Nach dem bis dahin grausamsten Krieg auf europäischem Boden wurde hier und in Osnabrück 1648 ein historischer Frieden geschlossen, um nach 30 Jahren Krieg, Hungersnöten und Seuchen endlich zu Versöhnung und Verständigung zurückzukehren. Wie wertvoll beides ist, daran mahnt uns im November der 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs, der rund 20 Millionen Menschen das Leben gekostet hat – damals noch mehr als heute eine unvorstellbare Zahl. Und doch können Zahlen kaum erahnen lassen, welch unermessliches Leid Krieg und Terror in unserer Zeit über die Menschheit bringen, weltweit.

Ich bin zuversichtlich, dass die christliche Friedensbotschaft viele Menschen erreichen und inspirieren wird. Allen Gästen des 101. Katholikentags in der Stadt des Westfälischen Friedens wünsche ich erkenntnisreiche Veranstaltungen, Gelegenheit zur Besinnung und über allem Gottes Segen.

Armin Laschet


Bildnachweise:
Markus Lewe: Stadt Münster/Presseamt
Thomas Sternberg: Katholikentag/Nadine Malzkorn
Armin Laschet: Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen
Felix Genn: Harald Oppitz, KNA

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