Generalvikar Kollig: In Sachen Vermögenstransparenz ist noch viel zu tun

Programmheft S. 117

Programmheft S. 117

Generalvikar Kollig: In Sachen Vermögenstransparenz ist noch viel zu tun

Kirche/Finanzen

Der Berliner Generalvikar Manfred Kollig sieht bei den kirchlichen Finanzen noch viel Handlungsbedarf in Richtung Transparenz. „Wir haben auf Bistumsebene schon viel geschafft, aber vor uns liegt noch ein langer Weg“, sagte Kollig am Samstag auf einer Podiumsdiskussion zum Thema "Kirchliches Vermögen ethisch investieren" beim Katholikentag in Münster. Gleichzeitig betonte der Verwaltungschef des Erzbistums Berlin, dass es bereits Mechanismen der Überprüfung und Offenlegung gebe.

Finanzexperten und Theologen kritisierten den Umgang der katholischen Kirche mit Geld und Vermögensanlagen dagegen scharf. Bernhard Emunds, Sozialethiker aus Frankfurt am Main, bezeichnete die Finanzverwaltung der katholischen Kirche als „vorgestrig“. Es bedürfe dringend einer Synode, in der das Prinzip der Transparenz und Rechtsstaatlichkeit als verbindliche Leitlinien für die Finanzverwaltung der Bistümer festgelegt werden müsse. „Vermögen dient der Sendung der Kirche, nämlich Heil in die Welt zu bringen“, so Emunds.

Christoph Bickmann, Vorstandvorsitzender der Darlehnskasse Münster, verwies auf bestehende Nachhaltigkeitsrichtlinien. Als Hausbank kirchlicher institutioneller Kunden stelle sich die Bank bewusst dem Thema. „Wir kaufen keine Anleihen von Staaten wie den USA oder China, die Menschenrechtsstandards offenkundig missachten“, so Bickmann.

Karin Bassler, Geschäftsführerin des Arbeitskreises Investoren der Evangelischen Kirche in Deutschland, betonte, dass man in der evangelischen Kirche diesbezüglich „weiter“ sei. Ein verbindlicher Leitfaden sei jüngst in seiner vierten Auflage veröffentlicht worden. „Weil die Leitlinien über ethisches Investieren von denjenigen formuliert werden, die sie anwenden müssen, werden sie auch eingehalten“, so Bassler. Gerne lade sie die katholische Kirche zur Kooperation ein. Es lohne sich, diese Fragen ökumenisch zu besprechen, sagte die Geschäftsführerin.

Diese Seite teilen