Lammert beklagt zu wenig gelebte Synodalität in der Kirche

Programmheft S.142

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Lammert beklagt zu wenig gelebte Synodalität in der Kirche

Gesellschaft/Kirche

 

Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung und frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat heftige Kritik an einer mangelnden Beteiligung der Laien innerhalb der Kirche geübt. "Gelebte Synodalität in der katholischen Kirche kann ich nicht feststellen", sagte Lammert am Samstag beim Katholikentag in Münster. "Es gibt sie schlicht und ergreifend nicht!" Sie werde "immer mal wieder angekündigt, immer mal wieder beschworen". Dann gebe es den ein oder anderen Modellversuch, der aber "meistens wieder früher als später wieder eingesammelt wird". Er frage sich, ob mit der Begründung "Religionen handeln von Wahrheiten" dauerhaft die Entmündigung der Religionsmitglieder zu rechtfertigen sei. Lammert äußerte sich bei einer Veranstaltung zum Thema: "Synodale Kirche? – Ich bin dabei!"

Demgegenüber erklärte der Hamburger Bischof Stephan Heße, in seinem Erzbistum sehe er diese synodale Mitwirkung sehr wohl. Weil sein Erzbistum finanziell angeschlagen sei, gebe es etwa ab Sommer 2018 einen Wirtschaftsrat, "der mich bindet". Daran sollten dann 28 Pfarreien beteiligt werden. "Ich weiß aber nicht, ob alle Pfarreien dort wirklich einen Platz einnehmen werden. Denn Synodalität bedeutet Anstrengung." Zudem habe das Erzbistum unter Mitwirkung von Laien ein Pastorales Leitbild erstellt. Es gebe jetzt einen Orientierungsrahmen, der umgesetzt werden müsse.

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