Innenminister Herrmann: Sonntags zur Kirche, statt montags zu Pegida

Programmheft S. 102

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Innenminister Herrmann: Sonntags zur Kirche, statt montags zu Pegida

Gesellschaft/Nationalismus

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat vor einem übersteigerten Nationalismus gewarnt. "Das rettet das christliche Abendland nicht", sagte Herrmann am Samstag auf dem 101. Deutschen Katholikentag in Münster. Es gebe zunehmend "pervertierte" Formen des Nationalismus. "Das christliche Abendland wird besser bewahrt, wenn man sonntags in die Kirche geht, statt montags zu Pegida." 

Herrmann kritisierte, zunehmend werde wieder ein übersteigerter Nationalismus "aus der Mottenkiste der Geschichte" geholt, vor allem von rechtsradikalen Gruppierungen. Davon grenze sich auch "eine bestimmte Bundestagspartei" nicht deutlich ab, so Herrmann mit Blick auf die AfD. Der Parteivorstand der CSU berät an diesem Samstag über ein neues Strategiepapier. Darin heißt es laut Medienberichten: "Die AfD ist ein Feind von allem, für das Bayern steht." In fünf Monaten finden im Freistaat Landtagswahlen statt.

Der Innenminster hob hervor, jeder Mensch brauche Orientierung, und die Liebe zu Heimat und Vaterland gebe vielen eine solche Sicherheit: "Ein aufgeklärter Patriotismus gibt Halt und Identität." Zugleich betonte Herrmann: "Liebe zur Heimat richtet sich niemals gegen jemand anderen." Patriotismus achte auch andere Werte und Religionen.

Herrmann verteidigte erneut den umstrittenen sogenannten Kreuz-Erlass des bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Wenn das Kreuz in jeder Behörde hänge, werde damit den Werten, die das christliches Abendland prägten, ein sichtbarer Ausdruck gegeben. "Das ist kein Missbrauch religiöser Symbole", betonte der Minister. Er sei der festen Überzeugung, das kaum einer der knapp 200 Zuhörer im Saal, wenn er die Kabinettsvorlage Zeile für Zeile lese, etwas dagegen einzuwenden hätte. "Wir haben keinen verfassungsrechtlich verordneten Laizismus", so Herrmann.

Er verwahrte sich dagegen, dass der Erlass aus wahlkampftaktischen Gründen eingebracht worden sei: „Wir haben eine neue Regierung in Bayern und die muss doch sagen, wofür sie steht, und wir bekennen uns zu unserer Tradition.“ 

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