Dreyer: Religionsfreiheit ist ein hohes Gut

Programmheft S. 76

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Dreyer: Religionsfreiheit ist ein hohes Gut

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat die Religionsfreiheit als "hohes Gut" bezeichnet. "Wer Religionsausübung für Muslime beschränken will, weil sie angeblich fremd sind und nicht dazu gehören, hat unser Grundgesetz nicht verstanden", sagte Dreyer bei ihrem Biblischen Impuls am Samstag auf dem Katholikentag in Münster.

Das stehe nicht im Widerspruch dazu, dass Deutschland ein durch und durch christlich geprägtes Land sei, so die Politikerin weiter. "Die christliche Kultur hat Entscheidendes für das Zusammenleben geleistet." Religionsfreiheit sei ein elementares Grundrecht. "Sie ist zurecht nur durch andere Grundrechte eingeschränkt." Jeder Bürger habe dasselbe Recht, den eigenen Glauben im Rahmen der geltenden Gesetze zu leben. Das Grundgesetz toleriere dabei alle Bekenntnisse, nicht nur die der Mehrheit. Den Geist der Freiheit des Grundgesetzes gelte es zu wahren. Heute würden religiöse Wahrheitsansprüche mit Gewalt durchgesetzt. Das führe zu verheerenden Kriegen.

Zum Motto des Katholikentages "Suche Frieden" sagte sie: "Trotz allen Fortschritts sind wir von einem realen Frieden auf der Welt sehr weit entfernt." Es brauche eine gute Friedenspolitik auf allen Ebenen. Das schließe das Beenden von Kriegen aber auch einen sozialen Frieden ein. "Wir brauchen ein solidarisches Miteinander, dass Menschen in schweren Zeiten zusammenhalten." Der künftige Erfolg Deutschlands
hänge nicht nur von der Entwicklung neuer Technologien ab, sondern auch davon, ob in der Vielfalt der soziale Frieden gewahrt werde. "Das kann nur gelingen, wenn nicht Gruppen gegeneinander ausgespielt werden", sagte Dreyer.


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