Katholikentag von Münster eröffnet

Programmheft S. 24,

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Katholikentag von Münster eröffnet

Gesellschaft/Kirche/

Mit einem stimmungsvollen Fest ist am Mittwochabend in Münster der 101. Deutsche Katholikentag eröffnet worden. 18.000 Menschen kamen auf dem Domplatz zusammen, viele von ihnen mit dem hellblauen Katholikentag-Schal. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Katholikentage als "Kraftquelle" und "wichtige Orte der Selbstverständigung". Sie konfrontierten die Kirchen mit den aktuellen Fragen der Zeit und die Gesellschaft mit Haltungen und Orientierungen, die aus christlicher Überzeugung kämen.

Zum sogenannten Kreuz-Erlass des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) sagte der Bundespräsident, der Staat habe „die Religion nicht zu bevormunden“; er habe sie aber auch nicht „in Dienst zu nehmen, er darf sie nicht zum Instrument von Politik machen". Mit Blick auf den Streit unter den deutschen Bischöfen über den Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner ermunterte Steinmeier zu „Offenheit für weiteres ökumenisches Zusammenwachsen"; "Abertausende Christen in konfessionsverschiedenen Ehen hoffen darauf."

Den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran bezeichnete Steinmeier als "schweren Rückschlag" für die Friedensdiplomatie. Nun gebe es „mehr Konfrontation und mehr Unberechenbarkeit in dieser ohnehin so spannungsgeladenen Region.

Papst Franziskus erklärte in einer Botschaft an den Katholikentag, er wünsche sich, dass das Treffen „ein großes Fest des Glaubens wird und ein weit sichtbares Zeichen für den Frieden“. Das Friedensmotto des Katholikentags sei „ein Imperativ und ein brandaktueller Hilferuf“. Es gebe derzeit kein wichtigeres Thema in der öffentlichen Debatte über Religion „als das Problem von Fanatismus und Gewaltbereitschaft“, so Franziskus. Er sorge sich besonders um die Flüchtlinge vor Krieg und Gewalt. „Sie klopfen bei uns an mit der Bitte um Hilfe und Aufnahme.“

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, freute sich über den „wundervollen Anblick“ des vollen Münsteraner Domplatzes. Er würdigte die über 70 Friedensjahre seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und erteilte Nationalismus und Egoismus, Populismus und Ausgrenzung eine klare Absage. „Wir wollen Frieden nicht nur für die privilegierte Mehrheit“, sagte Sternberg, sondern auch für die Benachteiligten, für Flüchtlinge, für jene am Rande der Gesellschaft, für die Ungeborenen und Senioren.

Auf der Bühne gab es zur Eröffnung einen bunten Mix an Bildern, Reden, Einlagen und Musik. Der Münsteraner Bischof Felix Genn betete gemeinsam mit Schülern das Gebet des Katholikentags. An das Eröffnungsfest schloss sich ein "Abend der Begegnung" an.

Das fünftägige Treffen in Münster steht unter dem Motto "Suche Frieden". Die Veranstalter erwarten etwa 50.000 Dauerteilnehmer und rund 20.000 Tagesgäste. Damit dürfte Münster zum größten Katholikentag seit 1990 in Berlin werden.

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