Frieden, Fahrräder und Studenten - Stadtporträt Münster

Frieden, Fahrräder und Studenten - Stadtporträt Münster

Buntes/Kommunen

 

Münster ist über seine Grenzen hinaus bekannt als Stadt des Westfälischen Friedens, der Fahrräder und der Studenten. Rund 60.000 der etwa 310.000 Einwohner Münsters sind an einer der neun Hochschulen eingeschrieben. Allein die Westfälische Wilhelms-Universität, eine der bundesweit größten und traditionsreichsten Unis, verfügt über 15 Fachbereiche.

 

Die meisten Studis bewegen sich per Fahrrad zwischen ihren Hörsaalgebäuden. Doch nicht nur sie prägen die mehrfach als Fahrradhauptstadt Deutschlands ausgezeichnete Kommune, in der es geschätzt 500.000 Räder  - auf gut Münsterisch „Leezen“ genannt - gibt.

 

Entweder es regnet oder die Glocken läuten, lautet ein geflügeltes Wort, das auch auf die zahlreichen Kirchen in Münster verweist, das eingebettet liegt zwischen den Niederlanden und dem Ruhrgebiet. Die Gründung der Stadt vor über 1.200 Jahren geht auf den heiligen Liudger zurück, den Patron des Bistums Münster. Mit seinen rund 1,9 Millionen Katholiken ist es Deutschlands zweitgrößtes Bistum. Seit 2009 wird es geleitet von Bischof Felix Genn (68). Dessen Bischofskirche, der Sankt-Paulus-Dom, dominiert die schmucke Innenstadt. Der Wochenmarkt auf dem Domplatz zieht regelmäßig Kunden und Flaneure aus der ganzen Region an.

 

Zur schaurigen Touristenattraktion haben sich die sogenannten Wiedertäuferkäfige an der Lambertikirche entwickelt. Hier wurden die drei Leichname der 1536 hingerichteten Anführer der radikalen Reformbewegung ausgestellt – zur allgemeinen Abschreckung. Eine positive Besonderheit der Lambertikirche ist dagegen Deutschlands einzige Türmerin: Martje Salje bläst jeden Tag zwischen 21 Uhr und Mitternacht auf einem Kupferhorn Signale in den Abendhimmel – auf 75 Meter Höhe.

 

Beliebt ist Münster nicht nur wegen seiner architektonisch einmaligen Innenstadt mit dem Historischen Rathaus, in dem vor 370 Jahren der Westfälische Friede geschlossen wurde, zahlreichen Kirchen, Patrizierhäusern, einladenden Plätzen, dem Theater und der modernen Bibliothek. In den letzten Jahren kamen  zu der Fülle an traditionsreichen Museen  auch hochmoderne Bauten wie etwa das Picasso- oder das Landesmuseum hinzu.

 

Auch dank des innenstadtnahen Aasees wird Münster ein hoher Freizeitwert bescheinigt. Die Ufer des 40 Hektar großen Sees laden ein zum Schlendern, Radfahren oder Sonnen, auf dem Wasser kann man Tretboot fahren oder segeln. Das Gewässer ist aufgestaut und wird von dem Flüsschen Aa gespeist, das die Stadt durchzieht. An vielen Stellen sind moderne Stelen, Statuen oder Installationen zu sehen, zum Beispiel die berühmten Billardkugeln von Claes Oldenburg, die "Giant Pool Balls". Sie verweisen auf die Skulpturen-Projekte, eine Freiluftausstellung, die alle zehn Jahre in Münster stattfindet und die von hochkarätigen internationalen Kunstschaffenden bespielt wird.

 

Seine bundesweite Bekanntheit verdankt Münster auch dem „Tatort“-Team um das ungleiche Paar aus Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Gerichtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers). Ebenso ist die Serie „Wilsberg“ mit Leonhard Lansinck hier angesiedelt. Für alle hier dargebotenen kriminellen Machenschaften bietet Münster den malerischen Hintergrund.

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