Bedford-Strohm: Intervention in Syrien hätte möglicherweise Leid verhindert

Programmheft S. 87

Programmheft S. 87

Bedford-Strohm: Intervention in Syrien hätte möglicherweise Leid verhindert

Konflikte/Syrien

Nach den Worten des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hätte eine frühzeitige militärische Intervention in Syrien möglicherweise Leid in der Bevölkerung verhindert: „Ich lasse die Frage offen, vielleicht ist das schon ein Statement“, sagte Bedford-Strohm am Freitag in Münster auf dem Katholikentag.

Er könne „Empörung und Verärgerung“ über die Untätigkeit der Weltgemeinschaft verstehen. Die Vereinten Nationen müssten reformiert werden, damit nicht einzelne Staaten militärische Aktionen verhindern könnten. Er wolle aber nicht „mit besserwisserischer Attitüde als Kirchenmann gegenüber der Politik auftreten“, sagte Bedford-Strohm. Das Wichtigste sei, dass die Opfer des Krieges nicht vergessen würden: „Die Leute sterben ein zweites Mal, wenn wir sie vergessen.“

Der Orientwissenschaftler Udo Steinbach stellte der EU ein vernichtendes Zeugnis in der Syrien-Krise aus: Europa habe versagt. In Syrien gehe es nicht mehr um die Syrer, der Konflikt sei eine „Bühne von Stellvertretern“ wie der Türkei, Iran oder Russland geworden. Eine militärische Lösung sei zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich, sagte Steinbach. Die EU müsse jetzt „ein politisches Hintertürchen“ finden und öffnen.

 

Die Grünen-Europapolitikerin Rebecca Harms sagte, man habe aus den Fehlern in Libyen nichts für Syrien gelernt. Zu Beginn des Krieges hätten Oppositionelle in Syrien immer wieder um stärkeres Engagement gebeten. Die EU und jeder einzelne Mitgliedsstaat hätten den Zeitpunkt verpasst, in dem Land aktiv zu werden. „Man hat versucht, sich herauszuhalten, um die Situation nicht noch schlimmer zu machen.“ Sie wisse nicht, ob nach so vielen Jahren der Eskalation eine diplomatische Lösung unter Vermittlung der EU noch möglich sei.

 

Bedford-Strohm: Intervention in Syrien hätte möglicherweise Leid verhindert

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Bedford-Strohm: Intervention in Syrien hätte möglicherweise Leid verhindert

Konflikte/Syrien

Nach den Worten des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hätte eine frühzeitige militärische Intervention in Syrien möglicherweise Leid in der Bevölkerung verhindert: „Ich lasse die Frage offen, vielleicht ist das schon ein Statement“, sagte Bedford-Strohm am Freitag in Münster auf dem Katholikentag.

Er könne „Empörung und Verärgerung“ über die Untätigkeit der Weltgemeinschaft verstehen. Die Vereinten Nationen müssten reformiert werden, damit nicht einzelne Staaten militärische Aktionen verhindern könnten. Er wolle aber nicht „mit besserwisserischer Attitüde als Kirchenmann gegenüber der Politik auftreten“, sagte Bedford-Strohm. Das Wichtigste sei, dass die Opfer des Krieges nicht vergessen würden: „Die Leute sterben ein zweites Mal, wenn wir sie vergessen.“

Der Orientwissenschaftler Udo Steinbach stellte der EU ein vernichtendes Zeugnis in der Syrien-Krise aus: Europa habe versagt. In Syrien gehe es nicht mehr um die Syrer, der Konflikt sei eine „Bühne von Stellvertretern“ wie der Türkei, Iran oder Russland geworden. Eine militärische Lösung sei zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich, sagte Steinbach. Die EU müsse jetzt „ein politisches Hintertürchen“ finden und öffnen.

 

Die Grünen-Europapolitikerin Rebecca Harms sagte, man habe aus den Fehlern in Libyen nichts für Syrien gelernt. Zu Beginn des Krieges hätten Oppositionelle in Syrien immer wieder um stärkeres Engagement gebeten. Die EU und jeder einzelne Mitgliedsstaat hätten den Zeitpunkt verpasst, in dem Land aktiv zu werden. „Man hat versucht, sich herauszuhalten, um die Situation nicht noch schlimmer zu machen.“ Sie wisse nicht, ob nach so vielen Jahren der Eskalation eine diplomatische Lösung unter Vermittlung der EU noch möglich sei.

 

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