Overbeck warnt vor Abschottung Europas

Programmheft: Seite 155

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Overbeck warnt vor Abschottung Europas

Gesellschaft/Flüchtlinge

Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck hat vor einer Abschottung Europas gewarnt. Es bestehe bei vielen Menschen ein Reflex, sich selbst, die eigene Familie und die eigene Gemeinschaft oder das Land vor tatsächlichen oder als solchen empfundenen Gefahren schützen zu wollen, sagte Overbeck am Freitag beim Katholikentag in Münster. Eine solche Abschottung sei in einer globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts gar nicht mehr möglich.

Die Folgen von Krieg und Gewalt, Hunger und Flucht sowie Umweltkatastrophen und Klimaveränderungen ließen sich nicht durch „hohe Mauern und Grenzen aufhalten“. Kritisch merkte er an, ohne das Bundesinnenministerium konkret zu nennen: „Auch wenn ein Ministerium mit einem bestimmten Namen dies nicht wahrhaben will“.

Er forderte eine Haltung „wirklicher globaler Solidarität“. Christen müssten sich für das Gemeinwohl einsetzen und das Denken in Nationen überwinden, so der Essener Bischof. Dies bedeute etwa, einen ressourcen-schonenden Lebensstil einzuschlagen. Es gelte, ein stärkeres gesellschaftliches Bewusstsein dafür zu schaffen, dass „wir auf Kosten der ärmeren Länder leben“.

Er plädierte für mehr faire Handelsabkommen zwischen Europa und afrikanischen Ländern. Als gelungenes Beispiel für ein verantwortliches globales Handeln nannte er die 2015 von der UN verabschiedete Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Nachhaltige Entwicklung verbinde wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung. Zudem betone sie den Zusammenhang von Entwicklung und Frieden.

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