Woelki und Hirschhausen streiten über Kommunionempfang

Programmheft S. 141

Programmheft S. 141

Woelki und Hirschhausen streiten über Kommunionempfang

Kirche/Ökumene/Eucharistie

Der Arzt und Kabarettist Eckhart von Hirschhausen hat die Debatte um den Kommunionempfang für evangelische Ehepartner scharf kritisiert. Es gebe genug existenzielle Probleme wie etwa die Zerstörung der Erde durch den Klimawandel. "Da möchte ich nicht eine öffentliche Diskussion über Oblaten führen", sagte er beim 101. Deutschen Katholikentag am Freitag in Münster bei einem Podium unter anderem mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki.

Als evangelischer Christ sei er mit seiner katholischen Ehefrau gemeinsam steuerlich veranlagt, so Hirschhausen. "Ich bin einer Ihrer größten Sponsoren", so der Fernsehmoderator. "Entweder, wenn Sie die Hälfte meiner Kirchensteuer für den katholischen Bereich abzwacken, geben Sie mir mit Freude eine Oblate dafür, oder Sie geben mir mein Geld zurück", sagte er unter dem Beifall des Publikums. "Wenn ich würdig genug bin, Ihrem Laden Geld zu geben, dann bin ich auch würdig, wenn ich Ja und Amen zu dem sage in der Gemeinschaft, möchte ich nicht rausgeschmissen werden aus der gemeinsamen Kirche."

Woelki, der sich als einer von sieben deutschen Bischöfen zur Frage der Rechtmäßigkeit des Kommunionempfangs für evangelische Ehepartner an den Vatikan gewandt hatte, entgegnete, er habe sehr hohen Respekt vor konfessionsverbindenden Ehen und wisse um deren Herausforderung und Belastung. In der Vergangenheit seien bis dato immer Regelungen für Einzelfalllösungen gefunden worden. Doch seien wichtige theologische Fragen damit verbunden.

"Als Katholik würde ich niemals von einer Oblate sprechen", so der Kölner Erzbischof. "Die Verwendung dieses Begriffs zeigt, dass wir beide schon einmal etwas ganz anderes darunter verstehen." Für Katholiken sei die Eucharistie das Allerheiligste, in dem sie Christus selber begegneten. Insofern habe die Frage des Kommunionempfangs für evangelische Christen eine bekenntnishafte und eine kirchenbildende Dimension, hob der Kardinal hervor.

Hirschhausen hielt dem entgegen, diese Dimension sei in weiten Teilen für die Menschen irrelevant. Er persönlich werde weiter zur Kommunion gehen und brauche in dieser Frage keinen Seelsorger. "Ich bin froh, dass meine Frau Christin ist, denn wir könnten auch ganz andere Probleme haben."

Woelki unterstrich, es sei ihm und den anderen sechs Bischöfen um eine notwendige Klärung im Sinne der Weltkirche gegangen. Das Thema betreffe nicht nur Deutschland, sondern sei weltkirchlich relevant. "Es hieß ja, ich hätte das heimlich oder hinterrücks gemacht", zeigte er sich verwundert. Dagegen habe er bereits während und nach der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen  Bischofskonferenz im März in Bensberg seine Haltung deutlich gemacht. "Ich habe am 16. März 2017 einen Brief an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz geschrieben, dass es wichtig ist, in dieser Frage eine Klärung zu haben", so Woelki. Kardinal Reinhard Marx habe schon während der Konferenz zu ihm gesagt: "Du wirst Dich ja jetzt nach Rom wenden", sagte Woelki. Das habe er getan.  

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