Soziologe Rosa: Kirche kann gesellschaftlichen Zusammenhalt deutlich befördern

Programmheft S. 154

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Soziologe Rosa: Kirche kann gesellschaftlichen Zusammenhalt deutlich befördern

Gesellschaft/Kirche/Wissenschaft

Der Soziologe Hartmut Rosa sieht in der Kirche einen maßgeblichen Akteur bei der Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Kirche könne eine zentrale Rolle bei der Herstellung des sozialen Bandes spielen, das "den Zusammenhalt bestimmt", sagte Rosa am Freitag beim 101. Deutschen Katholikentag in Münster. Die Gesellschaft befinde sich derzeit in einer "Anrufkrise". Es gebe kaum noch Dialoge, bei denen sich die Beteiligten tatsächlich voneinander "berühren" ließen und ein sogenannter Resonanzraum entstehe. Das befördere auch den Aufstieg populistischer Bewegungen. 

Rosa erklärt: "Demokratie und Gemeinwohl gelingen dort, wo Menschen miteinander in Resonanzbeziehung stehen." Das sei eine Chance für die Kirche, sich einzubringen. Seiner Ansicht nach liefern Religion und Theologie "existenzielles Resonanzversprechen". Rosa verwies auf das biblische Wort: "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein." Zudem verfüge die Kirche über ein breites Instrumentarium für "lebendige Resonanzerfahrungen". Als Beispiel nannte der Soziologe der Universität Jena Kirchenlieder, das Abendmahl und Gebete.

Rosa äußerte sich auf dem von der Deutschen Bischofskonferenz organisierten Podium "Im Heute glauben". Es war das erste Mal, dass die Bischöfe in dieser Form eine eigene Veranstaltung auf dem Katholikentag einbrachten.

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