Veranstalter des Katholikentags weisen Voderholzer-Kritik zurück

Veranstalter des Katholikentags weisen Voderholzer-Kritik zurück

Pressekonferenz/Katholikentag

Die Veranstalter des Deutschen Katholikentags haben Kritik des Regensburger Bischofs Rudolf Voderholzer an dem Treffen zurückgewiesen. Bei den Veranstaltungen werde selbstverständlich auch über innerkirchliche und theologische Themen diskutiert, sagte der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Stefan Vesper, am Freitag vor Journalisten in Münster.

Voderholzer hatte am Mittwoch in einer Predigt erklärt, der Katholikentag solle sich mit Forderungen zu Glaubensfragen zurückhalten. Insbesondere warnte er davor, "jetzt aus aktuellem Anlass Druck aufzubauen in der Debatte um den Kommunionempfang für evangelische Ehepartner in konfessionsverschiedenen Ehen".

Vesper sagte dazu unter Berufung auf Papst Franziskus, alles, was die Laien angehe, werde auch von ihnen diskutiert und besprochen. "Der Katholikentag wird all diese Fragen thematisieren, manches kritisieren und würdigen und Vorschläge dazu machen."

Unterdessen zeigten sich die Veranstalter des Katholikentags sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Veranstaltungen. Auch die politischen Podien seien stark nachgefragt und die Hallen häufig überfüllt, sagte Katholikentagsgeschäftsführer Roland Vilsmaier. Das Interesse an inhaltlichen Fragen sei riesig. Teilweise werde versucht, die Diskussionen mit Lautsprechern nach außen zu übertragen.

Hoch zufrieden äußerten sich die Organisatoren auch über die Veranstaltungen zum interreligiösen Dialog. Die Vorsitzende des ZdK-Gesprächskreises Christen und Muslime, Gabriele Erpenbeck, sagte, es gebe beim Katholikentag intensive Gespräche darüber, wie die großen Religionen gemeinsame Verantwortung für die Welt wahrnehmen könnten.  Die islamische Theologin Hamidah Mohagheghi ergänzte, im Gesprächskreis sei das gegenseitige Vertrauen stark gewachsen. Es könnten auch problematische Themen angesprochen werden.

Der Leiter der Alten Synagoge in Essen, Uri Kaufmann, äußerte sich besorgt darüber, dass  Antisemitismus wieder hoffähig werde. Politiker würden für ihre antisemitischen Äußerungen bisweilen nicht mehr zur Verantwortung gezogen.

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