Marx und Bedford-Strohm: Sind zuversichtlich für Ökumene nach 2017

Programmhef: S. 140

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Marx und Bedford-Strohm: Sind zuversichtlich für Ökumene nach 2017

Ökumene

Die Spitzenvertreter der beiden großen Kirchen in Deutschland, Kardinal Reinhard Marx und Bischof Heinrich Bedford-Strohm, haben sich sehr zuversichtlich über die Ökumene nach dem Reformationsgedenkjahr 2017 geäußert. Er hoffe sehr, dass „wir in der Frage der Zulassung zur Kommunion für protestantische Ehepartner bald zu Regelungen kommen“, sagte Marx am Freitag beim Katholikentag in Münster. Es dürfe nicht ängstlich gesehen werden, was alles nicht geht, sondern „wir müssen schauen, was geht“, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.  „Wer Hunger hat und glaubt, dem muss der Zugang zur Eucharistie ermöglicht werden. Das muss unsere Leidenschaft sein und da lasse ich nicht nach“.  

Bedford-Strohm betonte ebenfalls: "Gerade wenn es Hürden gibt, muss ich doch überlegen, wie kann ich diese Hürden überwinden." Er erkenne an, dass die Deutsche Bischofskonferenz mit „großer, großer Mehrheit“ einen Beschluss zum Umgang mit der Frage der protestantischen Ehepartner bei der Zulassung zur Kommunion gefasst habe. „Das ist doch ein großer Erfolg“. Die Bischöfe hätten nun den Auftrag vom Papst, eine Regelung „mit größter Einmütigkeit hinzukriegen“. Für ihn sei der „Ansatz der Ökumene aus Rom klar, es ist ein pastoral begründeter Ansatz“. Grundvoraussetzung für ein Weiterkommen in der Ökumene sei für ihn die „Freundschaft mit dem anderen und ein Grundvertrauen“

Die katholischen Bischöfe hatten mit Drei-Viertel-Mehrheit eine Handreichung beschlossen, wonach nichtkatholische Ehepartner im Einzelfall die Kommunion empfangen können. Sieben Bischöfe wandten sich daraufhin in einem Brief an den Vatikan und baten um Klärung der Frage, ob eine solche Regelung von einer einzelnen Bischofskonferenz beschlossen werden kann. Der Vatikan verwies nach einem Gespräch den Konflikt zur Klärung an die Bischofskonferenz zurück.

Unterdessen bedauerte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick Verunsicherungen durch den Konflikt um den Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner. Der Brief habe sich nicht gegen ökumenische Ehepaare gerichtet, so Schick. Er habe den durch Indiskretion bekannt gewordenen Brief an Rom unterschrieben, weil ihm als Weltkirche-Bischof der Bischofskonferenz an einer weltweit gültigen Regelung gelegen sei. Er wünsche sich eine einmütige Regelung, wie der Papst sie anstrebe, "und vielleicht hilft er uns noch ein bisschen dabei".

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