Bauernverband wirbt für Gentechnik im Biolandbau

Programmheft S. 98

Programmheft S. 98

Bauernverband wirbt für Gentechnik im Biolandbau

Agar/Gentechnik

Der stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Udo Hemmerling, plädiert für Offenheit von Biobauern gegenüber Gentechnologie. „Wir verändern heute Gensequenzen innerhalb einer Art, ähnlich wie die konventionelle Zucht“, sagte Hemmerling am Freitag beim Katholikentag in Münster. Gene verschiedener Arten zu kombinieren, um den Ertrag zu steigern, sei eine Technologie des vergangenen Jahrtausends. Die biologische Landwirtschaft solle darüber nachdenken, die neuen Methoden nicht kategorisch abzulehnen. Hemmerling sprach sich dafür aus, auch weiterhin Supermärkte zu beliefern: „Wir dürfen den Massenmarkt nicht den Importeuren überlassen.“ 

Der Leiter der Saatgut-Initiative „Save our Seeds“, Benedikt Haerlin, begrüßte, dass sich auch die Kirche des Zusammenhangs von Umweltschutz und Landwirtschaft annehme: „Die Enzyklika Laudato si von Papst Franziskus ist eine der schönsten Adaptionen des Weltagrarberichtes.“ Als mit Abstand größte Landbesitzer in Deutschland stünden die Kirchen in besonders großer Verantwortung für die Schöpfung. Landwirtschaft müsse nachhaltig und global gedacht werden: „Wenn die Preise steigen, trifft es zuerst die Armen der Welt.“

Misereor-Referent Hermann Rupp forderte, die Verantwortung für die Landwirtschaft den Bauern zurückzugeben; der Einfluss der Agrarindustrie müsse begrenzt werden, besonders in Schwellenländern wie Vietnam: „Die Bauern dort können selbst nicht mehr essen, was sie anbauen. Sie sagen, dass es vergiftet ist“, sagte der Referent des Aachener Hilfswerkes. Durch unsachgemäße Anwendung von Pestiziden habe die Nahrungsmittelsicherheit stark gelitten. Das Grundwasser sei belastet, die Zahl der Krebserkrankungen sei gestiegen.

Diese Seite teilen